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Etwa sieben Millionen deutsche Singles besuchen jeden Monat sogenannte Online-Singlebörsen. Etwa jeder zehnte Deutsche hat seinen Lebenspartner bereits über das Internet kennengelernt. Dies ergab nun eine Umfrage vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien in Berlin (Bitkom).
Überraschend hoch ist der Anteil von Senioren, die im Internet nach dauerhaften Beziehungen suchen. Etwa 15 Prozent aller Internetnutzer über 65 Jahren haben ihren Partner im Internet kennengelernt – bei den 14- bis 29-Jährigen sind es gerade einmal 16 Prozent.
In der heutigen Zeit findet jeder Single eine für ihn geeignete Plattform im Internet. Neben der Mehrzahl von seriösen Anbietern unter den 2000 deutschen Online-Singlebörsen, gibt es auch so genannte Nischenportale, die mit teilweise anzüglichen Namen um Kunden werben. Poppen.de, Partnertausch.de oder Sklavenzentrale.com sprechen vermutlich eine Klientel an, das nicht auf der Suche nach der großen Liebe ist. »Als sehr umsatzstark erwiesen sich in der Vergangenheit sogenannte Seitensprung-Agenturen. Besonders die Damen sind daran interessiert», schreibt Online-Marketing-Experte Henning Wiechers in der Online-Dating-Studie 2008/2009.
Der Nürnberger Alexander E. ist begeisterter Internetnutzer. Von Partnerbörsen im Internet hält er jedoch nichts. »Nie im Leben würde ich mich auf so einer Plattform registrieren», sagt er. Ihn schrecke ab, dass man sich wie in einem Supermarkt scheinbar wahllos an den zahlreichen Profilen bedienen könne. »Solche Oberflächlichkeiten werden in einem Chat eher ausgeblendet, weil man sich auf die reine Kommunikation beschränkt.»
In so einem Chat hat der 26-jährige Student vor sechs Jahren seine Freundin Sandy K. kennengelernt. Es sei eher das »technische» Interesse gewesen, das ihn auf die Seite von Spin-Chat gebracht hatte. Während sich heute nur noch Menschen darin aufhalten würden, die auf sexuelle Kontakte aus wären, hätten sich dort vor sechs Jahren vor allem Internetnutzer getroffen, die sich mit der neuen Kommunikationsform, dem Chatten, auseinandersetzen wollten, so der Nürnberger.
Persönliche Daten sind bei den Partnerbörsen sicher
Obwohl seriöse Partnerbörsen hohe Sicherheitsstandards garantieren und Neuanmeldungen stichprobenartig auf ihre Richtigkeit überprüfen, ist dies für Alexander ein weiterer Punkt, der gegen die Online-Partnervermittlung spricht. Gerade in Partnervermittlungs-Börsen wie friendscout24.de oder parship.de müssen viele persönliche Daten hinterlegt werden, damit der Kreis potenzieller Partner eingegrenzt werden kann. »Selbst wenn ein Hacker sich Zugang zu unserer Datenbank verschaffen würde, würde er in keinem Fall persönliche Daten erhalten, sondern lediglich die Pseudonyme unserer Mitglieder», versichert Martina Bruder, Vorstandsvorsitzende von friendscout24.de. Zudem garantiert die Partnerbörse, dass sie Daten ihrer Nutzer nicht an Dritte weitergibt.
Auch Wiechers bestätigt, dass die großen Singlebörsen schon allein dem Image wegen keine Daten weitergeben würden.
Alexander muss sich über mögliche Gefahren bei der Internet-Partnersuche keine Gedanken mehr machen. Nach einem halben Jahr eher sporadischem Chat-Kontakt, entschied sich Alexander Anfang 2005 Sandy in Berlin zu besuchen – und er ist bis heute mit ihr zusammen. »Das Treffen war wie ein Blind Date, obwohl wir zuvor Fotos ausgetauscht hatten», erzählt er. »Und es war schwierig. Wir hatten uns bisher nur virtuell miteinander unterhalten und auf einmal standen wir uns gegenüber.» Abends beim Italiener herrschte dann das große Schweigen. Sie hatten sich ihr Leben größtenteils per Internet erzählt. Das erschwerte ihnen den Einstieg. »Es war großer Zufall, dass wir ausgerechnet zur selben Zeit im selben Chat waren und uns kennengelernt haben», resümiert er. »Aber wahrscheinlich sollte es einfach so sein.»

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