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Aperitivo all’italiana - 23.06.2012

Italienisch lernen mit Nicoletta De Rossi

Italienisch lernen mit Nicoletta De Rossi


Ob mit einem Aperol Spritz, einem Campari oder einem Crodino: Hauptsache dabei ist, dass man gemeinsam anstößt. Zu den Getränken werden immer stuzzichini (Häppchen) serviert: Oliven, Kartoffelchips, Erdnüsse oder kleine Stücke Pizza sind Klassiker, aber je nach Region gibt es auch lokale Spezialitäten, wie beispielsweise i Taralli (kleine Hefeteig-Kringel) in Apulien.

Unter dem Einfluss der englischen Happy Hour hat sich der italienische Ritus des Aperitifs vor allem in den Großstädten in den letzten Jahren aber weiter entwickelt. Ab 19 Uhr nimmt man zum Aperitif nicht nur ein Getränk zu einem festen Preis, sondern auch eine echte Mahlzeit zu sich. In vielen Bars werden zu den Getränken üppige stuzzichini angeboten: Auf der Theke liegen Servierteller und Schüsseln mit frischen Salaten, Nudel- und Reissalaten, gegrilltem Gemüse, Tomaten und Mozzarella, Käse, Wurst, Schinken und Salami, aber auch Häppchen aus Fisch. In einigen Lokalen wird zum Schluss sogar ein Dessert serviert! Die Happy Hour all’italiana erweist sich auf diese Weise als eine günstige Alternative zum Abendessen – mit so einem Aperitif sollten sich täglich auch einige derzeit besonders schwächelnde Minister der Regierung Monti stärken!

Der aperitivo rinforzato (Der verstärkte Aperitif) ist zu einem sozialen Phänomen geworden, das aus den Gewohnheiten des italienischen Großstadtlebens nicht mehr wegzudenken scheint. Um auf keinen Fall darauf verzichten zu müssen und um gleichzeitig ein bisschen sparen zu können, gibt es in Mailand sogar Online-Anbieter für die Happy Hour mit Lieferservice nach Hause. Mit diesem besonderen Phänomen befassen sich nicht nur Journalisten und Buchautoren, sondern auch Designer.

Stuzzichini und antipasti

Einige haben sogar ihre Lieblingsrezepte für stuzzichini und antipasti in dem außergewöhnlichen Buch „Stuzzicati dal design“ zusammengefasst. In Wahrheit hat es diese Art Appetitanreger in Italia aber schon lange gegeben: In Venedig werden in den bacari (kleinen Lokalen zwischen Bars und Osterien) zu einem Glas Wein schon immer die cicchetti angeboten. Es handelt sich um geröstete Brotscheiben mit baccalà mantecato (Stockfischcreme), Tomaten, Salami oder Käse und frittierte Sardellen, Calamari und Sardinen. Der Aperitif ist aber nicht nur eine abendliche Gewohnheit in Italia: Die Einladung Prendiamo un aperitivo? (Nehmen wir einen Aperitif?) hört man inzwischen auch vor dem Mittagsessen – und oft zu einem geschäftlichen Termin.

Dem Aperitif ist bis morgen in Turin die Veranstaltung „AperiTò“ gewidmet: In der norditalienischen Stadt erfand Antonio Benedetto Carpano vor zweihundert Jahren den Wermut und rief damit die Tradition der Cocktails und Softdrinks ins Leben. Am anderen Ende der Po-Ebene kann man an diesem Wochenende mehr auf dem Schinkenfest in San Daniele del Friuli über den prosciutto erfahren: Auch die dünnen, um Grissini gerollten Schinken-Scheiben gehören auf der Halbinsel zu den typischen Begleitern beim Aperitif.

  

Nicoletta De Rossi

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