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Profifußball ist ein echter Knochenjob

Club-Mannschaftsarzt und Athletiktrainer gaben Auskunft - 20.02. 08:00 Uhr

Nürnberg  - "Fit in den Frühling mit dem 1.FCN" ist die Veranstaltung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur überschrieben – Dr. Matthias Brem, Mannschaftsarzt des 1.FC Nürnberg, hat es aber oft mit arg lädierten Fußballprofis zu tun. Und deswegen liegt es nahe, dass er mit Moderatorin Anja Bühling vom Bayerischen Rundfunk die einzelnen Verletzungen durchgeht, unter denen die Kicker leiden.

Moderatorin Anja Bühling befragte zwei Cluberer, die sonst eher im Hintergrund agieren: Teamarzt Dr. Matthias Brem (links) und Athletikcoach Andreas Beck.
Moderatorin Anja Bühling befragte zwei Cluberer, die sonst eher im Hintergrund agieren: Teamarzt Dr. Matthias Brem (links) und Athletikcoach Andreas Beck.
Foto: Hagen Gerullis
Moderatorin Anja Bühling befragte zwei Cluberer, die sonst eher im Hintergrund agieren: Teamarzt Dr. Matthias Brem (links) und Athletikcoach Andreas Beck.
Moderatorin Anja Bühling befragte zwei Cluberer, die sonst eher im Hintergrund agieren: Teamarzt Dr. Matthias Brem (links) und Athletikcoach Andreas Beck.
Foto: Hagen Gerullis

Heimtückisch ist die Schambeinentzündung, die auch Publikumsliebling Javier Pinola nun lange matt setzte. Mental stelle diese Verletzung eine enorme Belastung dar, weil der Profi keine klare Perspektive habe, wann der Genesungsprozess abgeschlossen sein wird: „Bei einem Kreuzbandriss zum Beispiel ist relativ klar, dass man in sechs Monaten wieder spielen kann“, sagt Brem.

Nicht nur in Faschingszeiten erinnert die Bundesliga bisweilen an einen Maskenball, weil ganz viele Spieler nach Gesichtsverletzungen Schutzmasken tragen. Brem glaubt aber nicht, dass in dieser Saison härter als früher in die Zweikämpfe gegangen wird und die Intensität zugenommen hat. Er hält die Häufung der Fälle für einen Zufall.



Der Doktor erläutert auch den Unterschied zwischen „gesund“ und „fit“: „Wenn ein Spieler gesund ist, dann heißt das, dass er wieder am Mannschaftstraining teilnehmen kann.“ Das bedeute aber nicht, dass es schon reicht, um Wettbewerbsniveau zu haben.

Die Kicker wieder für 90 Minuten fit zu bekommen, gehört zum Aufgabenfeld von Reha- und Athletiktrainer Andreas Beck. „Ich verdanke Jürgen Klinsmann meinen Job“, sagt er – und spielt damit darauf an, dass der frühere Trainer der deutschen Nationalmannschaft im Jahr 2004 mit dem Engagement eines speziellen Fitnesstrainers (Mark Verstegen) einen neuen Akzent gesetzt hat – anfangs wurde Klinsmann belächelt, später zog die Bundesliga nach.

Beck ist seit 2007 beim Club. „Profifußball ist ein Knochenjob“, meint er. Deswegen seien Zeiten mit geringerer Belastung wichtig, auch wenn die Spieler selbst in der Sommerpause individuelle Trainingspläne als Hausaufgabe mitbekommen. Anhand von Pulsuhren könne er später überprüfen, ob sich die Akteure an die Vorgaben gehalten haben. Überhaupt stellt Beck viele Daten über die körperliche Verfassung der Profis zusammen, die Cheftrainer Dieter Hecking dann als Entscheidungshilfe bei der Nominierung seiner Elf heranziehen kann. Beck weiß auch, dass sich die Nürnberger von ihrer Laufleistung her auf „Bundesliga-Topniveau“ bewegen – was ein Raunen im Publikum auslöst.

Beck macht deutlich, dass es nicht in seinem Kompetenzbereich liegt, Spieler aus dem Aufgebot zu werfen oder in die Stammelf zu befördern – er hofft, dass die Akteure daher ihm gegenüber auch sehr offen sind.

Beck und Brem sind im Rahmen der Reihe „Weißt du noch, damals...!?“ zu Gast im Kulturzentrum Südpunkt, in der eigentlich stets Club-Legenden über alte Zeiten berichten. Diesmal sitzt kein verdienter Meisterspieler auf dem Podium – aber doch zumindest im Publikum. Horst „Leo“ Leupold, der 1968 mit dem 1.FCN den Titel holte, findet es toll, dass sich heutzutage so ein breiter Trainer- und Betreuerstab um die Club-Profis kümmert.

„Wir hatten schon auch einen Mannschaftsarzt. Aber zu dem mussten wir eigens in die Praxis fahren.“ Und während Hecking heute mit zwei Co-Trainern, einem Torwart-Coach und Fitnessexperte Beck zusammenarbeitet, machten zu Leupolds Zeit Trainer Max Merkel und sein Assistent Robert Körner alles zu zweit.

Einen Masseur habe es allerdings damals schon gegeben, und Leupold nutzte gern dessen Dienste. „Aber er war für die gesamte Mannschaft zuständig, und viele Spieler wollten sich nicht anstellen.“ Hier gibt es zumindest eine Parallele zu heutigen Zeiten: Auch Beck sagt, dass gerade die jüngeren Akteure nach dem Training oft lieber gern das Weite suchen würden, während die Routiniers, die eher darüber reflektieren, dass der Körper ihr Kapital ist, den Wert von Massagen zu schätzen wüssten.
  



Marco Puschner

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Kurzbeschreibung:
Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

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Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

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