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Trotzdem begibt er sich auf eine ganz besondere Schnitzeljagd durch den Moloch New York. Oskar entdeckt nämlich einen Schlüssel mit dem Hinweis „Black“ und sucht nun Hunderte New Yorker dieses Namens auf, um das passende Schloss zu finden. Initiiert wurde diese Expedition noch von seinem toten Vater. Unterstützung erhält Oskar von einem nur per Notizbuch kommunizierenden alten Mann (Max von Sydow). Doch von seiner Mutter (Sandra Bullock) scheint sich der Junge immer weiter zu entfernen. Oskar schwänzt die Schule und denkt sich Lügengeschichten aus. Peu à peu verliert er den Bezug zur Realität.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jonathan Safran Foer ist ziemlich geschwätzig und Pathos pur. Hier wird das große amerikanische Trauma aufgearbeitet. Der britische Regisseur Stephen Daldry („Der Vorleser“, „Billy Elliot“) verpackt diese filmische Traumabewältigung in prägnanten Bildern.
„Extrem laut und unglaublich nah“ erzählt seine Geschichte ohne große Schnörkel. Gleich zu Anfang zeigt Daldry eine stilisierte Figur, die von weit oben aus dem brennenden Gebäude herunterfällt. Oskar kennt dieses Bild aus den Nachrichten. Ist sein Vater am „schlimmsten Tag“ auch so gesprungen? Nicht nur auf diese Frage versucht der Junge eine Antwort zu finden.
Brillant spielt der mittlerweile 82-jährige Max von Sydow. Wohlgemerkt ohne ein Wort zu sprechen. Auch der jugendliche Hauptdarsteller macht im Rahmen seiner Odyssee eine mehr als passable Figur. Die eigentlichen Stars bekommen dagegen wenig Raum um zu überzeugen. Tom Hanks gibt in Rückblenden einen sanften Exzentriker. Sandra Bullock ist das fleischgewordene Leiden, das mit der Gegenwart große Probleme hat.
„Extrem laut und unglaublich nah" ist ein zwiespältiger Film, der auch bei der Berlinale sowohl Lob wie Kritik erntete (CINECITTA; Erlangen: LAMM).
