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Die junge Provinzschönheit Beth (Rebecca Hall) verdient ihren Unterhalt als nicht ganz unerfolgreiche Hundesitterin/Striptänzerin. Hundesitterin ist ihre offizielle Berufsbezeichnung, zum Beispiel für ihren Vater: „...hätte nie gedacht, dass man mit Hunden so viel Geld machen kann.“ Als „Private dancer“, die auf Anruf ins Haus kommt und die Hüllen fallen lässt (nicht alle), macht sie tatsächlich ihre Kohle. Dumm nur, dass manche ihrer Kunden wirklich gruselig sind.
Und so kommt Beth eines Tages auf die originelle Karriereidee, als Cocktail-Kellnerin nach Las Vegas zu gehen – zum großen Entzücken ihres Vaters. Was nur beweist, dass zum einen Optimismus in Amerika wohl nie aussterben wird und zum anderen Naivität offenbar doch vererbbar ist.
Netter Film mit netter Story
Die luftig leichte Sommerkomödie „Lady Vegas“ beweist aber an diesem frühen Punkt der Erzählung auch noch ein Drittes. Nämlich dass ihr Regisseur, Stephen Frears („Die Queen“), offenbar endgültig in das Stadium der Altersmilde – Spötter würden sagen Bisslosigkeit – übergegangen ist. Denn so sympathisch amüsant der Anfang seines Films ausfällt, so unverbindlich freundlich bleibt der Rest. Fast so, als habe Frears, einst Regisseur eines so intensiven Meisterwerks wie „Gefährliche Liebschaften“, irgendwann mal beschlossen, ab sofort nur noch „nette“ Filme zu drehen.
Und nett ist „Lady Vegas“ tatsächlich, das lässt sich nicht bestreiten. Wenn die ahnungslose Beth, schließlich in Vegas angekommen, in das Wettbüro des halbseidenen, aber gutmütigen Dink (Bruce Willis) stolpert und zur allgemeinen Überraschung einen erstaunlichen Sinn für Zahlen beweist, ist das nett. Wenn sie dann im Clinch erst mit dessen eifersüchtiger Gemahlin (Catherine Zeta-Jones) und später mit dem Party-Ganoven Rosie (Vince Vaughn) in ein großes Schlamassel gerät, ist auch das nett, inklusive einiger wirklich witziger Gags. Aber so richtig vermag einen die Story nicht zu fesseln.
Charmante Starbesetzung
Filmische Intensität ist nicht mehr Frears Sache, eher sorgfältig auf mittlerer Flamme köchelndes, nie wirklich brutzelndes Amüsement – und ein Händchen für die Schauspieler. Hauptdarstellerin Rebecca Hall glaubhaft in eine vor Freude hüpfende Naive umzumodeln, sie, die man noch als kopfgesteuerte Unterkühlte in Woody Allens „Vicki Cristina Barcelona“ in Erinnerung hat, ist keine Kleinigkeit. Erst recht nicht, der typimmanenten Hölzernheit von Bruce Willis einen gewissen komödiantischen Charme abzutrotzen.
Und so sind es zuletzt die Schauspieler, die in dieser sommerlichen Nettigkeit von Film, noch für den meisten Spaß sorgen. (CINECITTA; Erlangen: MANHATTAN)

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