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100-jähriges Jubiläum der Straßenbahnlinie 8

Vom Hauptbahnhof zur Christuskirche - 22.11. 20:32 Uhr

Nürnberg  - Einige Strecken im Netz des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) begehen in diesem Jahr ein Jubiläum – und zwar in allen drei Bereichen der VAG: Straßenbahn, U-Bahn, Bus.

Die verschlungenen Wege der Straßenbahnlinie "8": Auf diesem Bild, das 1950 entstanden ist, fährt sie durch den Celtistunnel.
Die verschlungenen Wege der Straßenbahnlinie "8": Auf diesem Bild, das 1950 entstanden ist, fährt sie durch den Celtistunnel.
Foto: Ulrich
Die verschlungenen Wege der Straßenbahnlinie "8": Auf diesem Bild, das 1950 entstanden ist, fährt sie durch den Celtistunnel.
Die verschlungenen Wege der Straßenbahnlinie "8": Auf diesem Bild, das 1950 entstanden ist, fährt sie durch den Celtistunnel.
Foto: Ulrich

Das älteste Jubiläum feiert die Straßenbahnlinie 8. Vor 100 Jahren, am 25. September 1911, wurde die Verbindung vom Hauptbahnhof über den Aufseßplatz zur Christuskirche in Betrieb genommen, und zwar auf folgendem Linienweg: Bahnhofsplatz – Celtistunnel – Endterstraße (benannt nach einem alten Nürnberger Buchdruckergeschlecht) – Aufseßplatz – Landgrabenstraße. Dadurch konnte der noch aus der Pferdebahnzeit stammende Abschnitt von der Tafeldfeldstraße über die Wiesenstraße zum Aufseßplatz aufgegeben werden.

Schon damals bediente die Linie 8 die neue Strecke, und zwar zwischen Bahnhof (bzw. ab 1.April 1913 Lorenzkirche) und Katzwanger Straße (Ecke Frankenstraße) über Celtisplatz und Christuskirche. Auch 1938 befuhr die nun von Mögeldorf kommende „8“ im Süden einen ähnlichen Linienweg (über Hauptbahnhof – Celtisplatz – Aufseßplatz – Frankenstraße – Südfriedhof), ehe nach Kriegsende der östliche Außenast von Mögeldorf nach Erlenstegen wechselte.



Der aus Langwasser in Richtung Innenstadt vordringende U-Bahn-Bau bedingte schließlich das Ende der Straßenbahn durch den Celtistunnel: Ab 12. Februar 1973 wurde die Linie 8 über Opernhaus und Tafelfeldstraße geführt, der Abschnitt Hauptbahnhof – Celtisplatz – Aufseßplatz (Landgrabenstraße) wurde stillgelegt.

Betrachtet man heute Bilder der Endterstraße und aus der Gegend um den Aufseßplatz aus den frühen 1970er Jahren, kann man sich kaum noch vorstellen, dass dort zwischen Sparkasse und „Schrödlwirt“ beziehungsweise an der Ostseite des „Schocken“ in dichtem Takt die „Straßaboh“ fuhr!

Wenn dann demnächst die Straßenbahn durch die Pillenreuther Straße in Betrieb geht, ist dies gar nicht so neu – nur die Streckenführung verläuft fortan geradliniger und ohne die einstige, den Betrieb erschwerende enge Doppelkurve am Nordende der Endterstraße. Dass die Neueröffnung fast genau einhundert Jahre nach Inbetriebnahme der alten „8“ zwischen Hauptbahnhof und der Südstadt erfolgt, ist allerdings reiner Zufall...

Ein nicht ganz so beeindruckendes, nämlich nur 25-jähriges Jubiläum konnte die am 27. September 1986 eröffnete U-Bahn-Verlängerung von Schweinau nach Röthenbach mit dem Zwischenbahnhof Hohe Marter begehen.

Baulich anspruchsvoll gestaltete sich dabei die Unterquerung von Südwest-Tangente und Main-Donau-Kanal zwischen Hoher Marter und Röthenbach, wobei für die U-Bahn auf einigen hundert Metern Länge Maximalneigungen von vier Prozent vorkommen. Hinter dem Bahnhof Röthenbach entstand eine dreigleisige Wende- und Abstellanlage. An der Oberfläche schuf man einen großzügigen Verknüpfungspunkt mit zahlreichen Omnibuslinien.

In diesem Zusammenhang fuhren nun auch die Buslinien 35, 65, 67 und 69 mit dafür etwas verlängerten Kursen den neuen U-Bahnhof Röthenbach an, während die 60, 61, 62 und 63 zwischen Schweinau und Röthenbach durch die U-Bahn ersetzt und damit verkürzt wurden. Neu dazu kam die Linie 64 auf der Strecke Röthenbach – Stein – Fabergut. 



Ulrich Rockelmann

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