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„Grüne Spiele“ nennt sich die vom Deutschen Spielearchiv zusammengestellte Ausstellung an dem zusammen mit der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ) und der Spielwarenmesse betriebenen „Spiele-Café“.
Von den 1970ern bis 2010 reichen die aus dem Bestand des Deutschen Spiele-Archivs Nürnberg stammenden Titel. „Klimapoker“ findet sich darunter und ein von Ravensburger verlegtes Umwelt-Memory, bei dem vor allem das korrekte Mülltrennen im Mittelpunkt steht. Fast nach einer Neuauflage schreit das Giftmüll-Spiel „Wenn es leckt“, bei dem die Mitspieler gemeinsam versuchen, das Durchrosten von undichten Gift-Behältern zu verhindern. So klein die Ausstellung auch ist, zeigt sie doch, wie man nur mit Spielen politische und gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln kann.
Damit demonstriert das Deutsche Spiele-Archiv, das sich seit vergangenem Jahr in der Obhut der Stadt Nürnberg befindet, eine weitere Facette der Möglichkeiten, die in seinen Beständen schlummern. Wie es in Zukunft mit dem Archiv weitergeht, ist natürlich eines der zentralen Themen auf dem Messestand. „Das Spielecafé ist ein optimaler Treff- und Austauschpunkt“, bestätigt Helmut Schwarz, Leiter des Archivs und des Nürnberger Spielzeugmuseums. Autoren kommen vorbei, Verlagsvertreter und viele andere Aktive aus der Welt der Brett- und Gesellschaftsspiele. „Die Reaktionen sind durch die Bank positiv“, bestätigen Schwarz und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Stefanie Kuschill. Auch die bereits von den Archiv-Mitarbeitern besuchten Verlage sind sehr kooperativ, wenn es darum geht, die Bestände des Archivs auf dem Laufenden zu halten. „Als ich die Wunschlisten vorgelegt habe, wurde mir auch schon gesagt, dass da noch Titel fehlen“, berichtet Stefanie Kuschill. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es im Moment, die durch den Wechsel in der Trägerschaft des Archivs entstandenen Lücken zu füllen – bei einer geschätzten Summe von 600 Neuerscheinungen pro Jahr keine leichte Aufgabe.
Über mangelndes Interesse kann sich das Spiele-Café jedenfalls nicht beklagen – alle Tische und Sitzplätze sind für Gespräche zwischen Autoren und Verlagsvertretern und zum Testen von neuen Spielen heiß begehrt. Außerdem bietet noch die SAZ ein Vorstellungsprogramm an, bei dem Spieleautoren ihre Eigenkreationen vorstellen.
Zusätzlich werden noch 15-minütige Video-Gespräche mit den Autoren erstellt, bei denen ihr Anteil an der Entstehung eines neuen Spiels in den Vordergrund gerückt wird. Die Ergebnisse sind in den kommenden Wochen auf der Homepage der SAZ unter www.spieleautorenzunft.de zu sehen.
„Unser Ziel ist es, den Autoren hinter dem Spiel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen“, so Pressesprecher Ulrich Blum. Der kreative Aufwand, der hinter dem Erfinden und Ausformen eines neuen Spieletitels steht, werde nach wie vor nur in Ansätzen gewürdigt. Zwar habe es die SAZ mittlerweile erreicht, dass die Nennung des Autoren auf der Spieleschachtel meist selbstverständlich ist, aber nach wie vor gebe es noch einen riesigen Unterschied in der Wahrnehmung, wenn man die Spielebranche etwa mit Büchern oder Filmen vergleiche.
Nur ganz wenige Kunden würden ein Spiel deswegen kaufen, weil es sich um den „neuen Teuber“ oder den „neuen Knizia“ handelt, während das anderswo eine Selbstverständlichkeit sei, so Blum.
Die Arbeit des Deutschen Spielearchivs ist natürlich auch ganz im Sinne der Spieleautorenzunft.
„Es ist ungemein wichtig, das Spiel als Kulturgut zu fördern und dafür zu sorgen, dass diese Sammlung nicht zerfällt“, unterstreicht Blum. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass die Stadt Nürnberg diese Gelegenheit ergriffen hat und hoffen, dass das Archiv bald auch zu einer festen Institution mit Räumen für Aktionen und Dauerausstellungen wird.“
Eine weitere Unterstützung auf diesem Weg wurde wie bereits berichtet mit dem Spear Charitable Trust gefunden. Doch es werden laut Helmut Schwarz immer noch „Mitspieler gesucht“, damit die Träume eines Nürnberg Spiele-Zentrums auch Wirklichkeit werden.
Di. 07.02.12
Mo. 06.02.12
Mo. 06.02.12
Mo. 06.02.12
So. 05.02.12
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Mo. 14.05.12