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Ich möchte mir die Nase nicht mehr an geschlossenen Ladentüren stoßen oder bei Telefonanrufen über Lautsprecher die Ansage hören: „Liebe Kunden, im neuen Jahr sind wir wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten für Sie da.“
Am meisten freue ich mich aber darüber, dass sich die Menschen für ihren Smalltalk nun ein anderes Thema überlegen müssen – obwohl sich immer mehr Menschen als Silvestermuffel outen. Gut so! Schließlich habe auch ich mittlerweile sieben Jahreswechsel miterlebt und kann Ihnen eines mit Sicherheit sagen: Das, was die Zweibeiner von dieser bedeutungsschwangeren Nacht erwarten, trat bisher nie ein. Kein Komet flog vom Himmel, kein Blitz der Erkenntnis schlug ein und nein, die SMS des Exfreundes war auch nur das, was sie vorgab zu sein: eine SMS des EX-Freundes, der in einem Anflug wahnwitziger Sentimentalität die „Senden“-Taste gedrückt hat.
Doch jedes Jahr spielen sich aufs Neue die selben Dramen ab: Schon Wochen vor dem 31. Dezember beginnen die Planungen, wann, wo und mit wem die Nacht der Nächte verbracht werden soll. Bei diesen Überlegungen werden leider regelmäßig die Unwägbarkeiten der Weihnachtsfeiertage vernachlässigt, die doch die eine oder andere kränkelnde Beziehung enden lassen. Manch einer muss dann doch ganz kurzfristig umplanen.
Doch es gibt andere Rituale, an denen man sich festhalten kann. Zum Beispiel startet kurz vor dem Knaller-Verkauf Jahr für Jahr die Diskussion „Brot oder Böller“.
Am Tag vor Silvester erinnern sich viele Hundebesitzer daran, dass ihr Vierbeiner doch letztes Jahr Angst vor dem Feuerwerk hatte. Und dass sie ihn eigentlich unter dem Jahr an den Lärm gewöhnen wollten. Am Morgen nach der rauschenden Nacht schließlich wird in den Medien aufgerechnet, wie viel Müll die Feiernden in den Städten hinterlassen haben, wie viele Unfälle es gab und wie viel Geld mit den Feuerwerkskörpern verdient worden ist.
Dann ist es fast geschafft. Aber nur fast. Denn die Durststrecke ist trotz Jahreswechsel noch nicht überwunden. Heimtückisch bremst der Feiertag am 6. Januar das junge, kraftstrotzende Jahr aus, bevor es überhaupt Luft holen konnte. Daraus immerhin haben viele Arbeitnehmer gelernt und nehmen sich vorsorglich von Weihnachten bis Hl. Drei Könige Urlaub. Dann haben sie Zeit genug, um gute Vorsätze fürs neue Jahr zu fassen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Mo. 14.05.12