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Bratwurst und Co. für ökologische Fleischesser

Metzgerei "Mahl-Zeit" in Gostenhof - 31.01. 16:49 Uhr

Nürnberg  - Korrekt essen, was heißt das? Am ehesten wohl Verzicht auf Tiere, die in Massen gehalten, mit Antibiotika vollgestopft und am Fließband weiterverarbeitet werden. Was aber, wenn man mit der Überzeugung aufgewachsen ist, dass Menschen eben Tiere essen und man trotzdem genug hat von Lebensmittelskandalen, Gentechnik im Essen und Tierquälerei im Stall? Eine Alternative zur totalen Fleisch-Askese bietet die Metzgerei Mahl-Zeit in Gostenhof.

Sonja Seuß (l.) – hier mit Mitarbeiterin Edyria Ronda – verkauft in ihrer Metzgerei Mahl-Zeit in der Kernstraße Fleischereiprodukte von Tieren aus artgerechter Haltung.
Sonja Seuß (l.) – hier mit Mitarbeiterin Edyria Ronda – verkauft in ihrer Metzgerei Mahl-Zeit in der Kernstraße Fleischereiprodukte von Tieren aus artgerechter Haltung.
Foto: Hagen Gerullis
Sonja Seuß (l.) – hier mit Mitarbeiterin Edyria Ronda – verkauft in ihrer Metzgerei Mahl-Zeit in der Kernstraße Fleischereiprodukte von Tieren aus artgerechter Haltung.
Sonja Seuß (l.) – hier mit Mitarbeiterin Edyria Ronda – verkauft in ihrer Metzgerei Mahl-Zeit in der Kernstraße Fleischereiprodukte von Tieren aus artgerechter Haltung.
Foto: Hagen Gerullis

Wer nicht gänzlich auf Bratwurst und Co. verzichten kann und möchte, ist in dem Laden mit kleinem Imbiss gut aufgehoben. Seit November bietet Sonja Seuß faire fränkische Fleischereiprodukte an, die von Tieren aus artgerechter Haltung stammen.

Als Tochter eines Metzgers war die Nürnbergerin von klein auf im väterlichen Geschäft zugegen. „Mein Kinderwagen stand früher immer im Laden, und später machte ich auch täglich meine Hausaufgaben hier“, sagt die Fleischereifachverkäuferin lachend. Jetzt steht sie selbst hinter der Theke in der Kernstraße 15.

Bei der Geschäftsübernahme hat sich die 38-Jährige aber bewusst für ein komplett neues Konzept entschieden, um frischen Wind in den Laden zu bringen. „Ich wollte aus dem verstaubten Metzger–Klischee ausbrechen“, erklärt die Nürnbergerin. „Daher auch der neue Name, der auf den Zeitraum zwischen 10 und 13 Uhr anspielt, wenn man am hungrigsten ist.“



Wo früher Wurstwaren an den Fleischerhaken baumelten, hängt heute die gut sortierte Speisekarte aus Nussbaumholz. Gemäß dem Motto „Klasse statt Masse“ findet sich im Sortiment Ausgewähltes aus der Region: geräucherte Bratwürste, Schinken, Salamis, fränkischer Käse und Nuschelberger Bauernbrot.

Zusätzlich gibt es eine Heiße Theke mit Snacks für den Hunger zwischendurch und ein täglich wechselndes Mittagsmenü inklusive Salat. Die sogenannte „Wunschsemmel“, belegen Frau Seuß und ihr vierköpfiges Team je nach Geschmack mit Wurst, fränkischem Bio-Käse und Gemüse.

Vor kritischen Kundenfragen muss sich die Geschäftsführerin nicht fürchten. Unübersichtlichkeiten darüber, woher das Fleisch kommt, gibt es keine. Monatelang recherchierte Seuß im Vorfeld der Ladeneröffnung zum Thema. Sie fuhr persönlich sämtliche Bauernhöfe der Region ab, bevor sie sich für Zulieferer entschied.

Den Tipp für das hochwertige Neuland-Frischfleisch, das man auch im Sortiment findet, bekam Sonja Seuß von Walter Schäfer aus Zirndorf, der dort eine ähnliche Metzgerei betreibt. Neuland achtet bei der Herstellung besonders auf artgerechte Haltung und Nachhaltigkeit. Zusätzlich wird nur das an die Tiere verfüttert, was der heimische Acker zu bieten hat. Importfuttermittel sind verboten.


Und wer kauft in Zeiten der billigen Discounter-Konkurrenz überhaupt noch beim Metzger um die Ecke? Schüler genauso wie bewusste Genießer mit speziellen Sonderwünschen. „Es gibt ja für jeden Geldbeutel etwas. Und die Berufstätigen schätzen, dass ich abends noch so lange auf habe, viele kommen auch speziell wegen der Neuland-Produkte“, so die 38-Jährige.

Verkaufsschlager sind die Rauchpeitschen mit Knoblauch und die klassische fränkische Bratwurst. Der Laden wird von den Kunden gut angenommen und könnte zum Bestandteil der Gostenhofer Stadtteilkultur für den ökologischen Fleischesser werden. Schmackhaftes ohne Gewissensbisse ist in der hiesigen Imbiss- und Restaurantlandschaft ja bisher noch eher spärlich gesät.

Mehr Informationen über die Fleischerei Mahl-Zeit in unserer Rubrik Essen und Trinken! 



Jasmin Nowak

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Rund ums Nürnberger Stadtleben berichtet "Nürnberg plus", der Spezial-Lokalteil der NZ-Druckausgabe. Eine Auswahl von Artikeln und Bildergalerien aus N-Plus ist hier zu finden.
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