Der Schriftsteller und Poet, Zeitgenosse von Goethe und Mozart, entstammte einfachsten Verhältnissen, erhielt jedoch eine umfangreiche Bildung. Er verfasste zahlreiche Lieder, Gedichte und Texte, unter anderem die Ode „Auf einen Haggis“ (Address to the haggis).
Dieser schottischer Verwandte des Wolpertingers ist nicht nur ein Fabelwesen, sondern ein ehemaliges Arme-Leute-Essen, das heute fester Bestand der traditionellen Küche ist: ein Schafdarm, gefüllt mit Innereien. Die hiesige Variante nennt sich Presssack, und durfte in einem spielerischen Wettkampf feierlich gegen den Haggis antreten.
Auf der ganzen Welt zelebrieren Schotten und deren Freunde diesen besonderen Tag und folgen dabei einem festen Protokoll. Was nicht heißt, dass es an „schottischer Emotionalität“ (Maly) und Humor mangelt. Die meisten Gäste dieser exklusiven Veranstaltung kommen traditionell gekleidet, sind Schottland- und Whiskey-Fans.
Lord Provost Bob Winter, Bürgermeister Nürnbergs Partnerstadt Glasgow, dankt der Stadt Nürnberg für die außerordentliche Gastfreundschaft. „Diese wunderbare Städtepartnerschaft hat weiter Bestand und wird uns begleiten. Ich bin dankbar für die Freundschaft und das gegenseitige Verständnis, die uns zusammenhalten wie eine Art Kleber für eine freundlichere Welt.“
Eindrucksvoll wird der Haggis von Klatschen und Dudelsackklängen begleitet in den Saal getragen und während des Vortrags der „Ode an den Haggis“ von John Gahagan aufgeschlitzt: „… ein Schotte hat Fraß noch nie verzehrt, der bloß ein Dreck ist; drum, wünscht ihr, dass er Euch verehrt, gebt ihm nen Haggis!“ Die Nürnberger wollen dem in nichts nachstehen, und so folgt auf den Toast die „Ode an den fränkischen Presssack Auch der wird von der Schauspielerin Sabine Hollweck nochmal geschlachtet. Doch friedlich und gemeinsam verlassen Haggis und Pressack dann den Saal, um anschließend auf Tellern angerichtet und zum Vier-Gänge-Menü serviert zu werden.
„Die Nachfrage nach den sehr limitierten Karten ist enorm. Die Ersten haben sich ihre Plätze bereits im Januar vergangenen Jahres gesichert“, erklärt Frank Beckmann, Verkaufsdirektor des Grand Hotels. Vor allem die Freunde der schottischen Partnerstadt Glasgow lieben den damit verbundenen Abend voller Tradition und Whiskey. Neben den sonst üblichen zwei Flaschen schottischen Getränks steht dieses Jahr erstmalig auch ein fränkisches Erzeugnis auf den Tischen. Der Single Malt aus Robert Fleischmanns Eggolsheimer Destillerie „Blaue Maus“ ist mild und kommt gut an. So wie auch der musikalische Feldversuch: Gegeneinander an treten Ian McDonald am Dudelsack und Horst Grimm am „fränkischen Bock“. Die Interpretation gelingt trotz unterschiedlicher Tonarten und Bauweise der Instrumente.
Bei der anschließenden „Ode an die Mädels“ („Address to the lassies“) und darauffolgenden „Reply to the toast to the lassies“, flechten erst Robert Vogel und dann Ulrike Seeberger in ihre fröhlich-klischeehaften Reden auch zahlreiche politische Spitzen und man Lästerliches über das Verhältnis von Männern und Frauen ein.
Zu guter Letzt ist man sich jedoch einig: „Whisky und Musik verbinden Männer und Frauen.“ Und so schafft es Robert Burns, dessen Geschichten ein einzig großer „bilanzierter Kater in Versen“ sind und dem „die Frauenherzen nur so zuflogen“, auch 200 Jahre nach seinem Tod, Menschen zusammenzubringen, um einen erinnerungswürdigen Abend in Freundschaft zu verbringen.
Do. 23.02.12
Do. 23.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12