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„Ich sehe eine Lawine auf uns zurollen“, sagt der 58-Jährige mit Blick auf die Zahlungen, die beispielsweise für Versicherungen und Tierfutter anstehen. Derzeit hält sich der Circus Central dank der Lebenden Krippe, die er am Weißen Turm präsentiert, noch einigermaßen über Wasser. Dort sind Schafe, Esel und ein Hochlandrind zu sehen. Das werde von den Leuten goutiert, die fleißig spenden würden, erzählt Schubert.
Doch am Dreikönigstag ist damit Schluss – und der Zirkus braucht dringend neue Aufträge. Schubert hofft, dass er in der Faschingszeit Anfragen von Vereinen bekommt (0172/4753765). Immerhin könne sein Team viel bieten. „Wir haben eine Western-Show mit Lasso- und Messerwerfen, wir haben Musikclowns, wir haben Artistik-Nummern.“ Schubert schwärmt auch von den sogenannten Goldamazonen, die sich als menschliche Pyramide auftürmen oder aber auch als Fakire Feuer spucken. Und seine beiden Enkeltöchter Tamara und Samira können ihre Körper derart verbiegen, dass sie als Schlangenmädchen Eindruck machen, berichtet Schubert.
Auf Tiernummern müssten die Vereine, die den Zirkus buchen, freilich verzichten, denn die Vierbeiner dürfen nur im Zirkuszelt auftreten. Gleichwohl hält Schubert Tiere für einen unverzichtbaren Bestandteil eines Zirkusses. Der Direktor hat einige Lamas und Pferde verkauft, den restlichen Bestand will er aber unbedingt behalten. „Wir haben sie großgezogen, sie gehören zu uns.“ Doch die enormen Futterkosten machen ihm Sorgen. Deswegen bittet er Menschen, die Heu zu einem niedrigen Preis abgeben wollen, sich zu melden, der Circus Central würde die Ware selbst abholen.
Schubert macht aber auch deutlich: Trotz aller Geldsorgen seien keine Spendensammler im Auftrag seines Unternehmens unterwegs.
Schon Schuberts Vater und Großvater waren Zirkuschefs, seine Kinder und Enkelkinder sind in der aktuellen Mannschaft mit dabei. Der 58-Jährige hofft, dass die Familientradition nicht zu Ende geht: „Wir sind schon immer Zirkusleute gewesen, wir können nichts anderes.“


