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Das Klimahaus in Bremerhaven

In wenigen Stunden einmal um die Welt - 05.01. 17:21 Uhr

Nürnberg  - Wissenschaft + Kultur = Science Center. Von so einem zentralen Ort für alle, die von Forschung und Technik fasziniert sind, komplizierte Vorgänge und Grundlagen des modernen Lebens verstehen möchten, träumen viele in der Region. Die Nürnberger Zeitung lädt zum Mitdenken und Mitdiskutieren ein. Auf dieser Seite werden zwei wichtige Lernwelten vorgestellt.

Wissenschaft + Kultur = Science Center. Das Klimahaus in Bremerhaven
Wissenschaft + Kultur = Science Center. Das Klimahaus in Bremerhaven
Foto: oh
Wissenschaft + Kultur = Science Center. Das Klimahaus in Bremerhaven
Wissenschaft + Kultur = Science Center. Das Klimahaus in Bremerhaven
Foto: oh

Das Klimahaus in Bremerhaven dürfte zu den aufwendigsten Projekte dieser Art in Deutschland gehören. Es punktet mit einer ungewöhnlich intensiven Auseinandersetzung mit einem zentralen Thema. Es geht um die globale Klimaveränderung.

Was mit immensem Aufwand am Rand der Nordsee geschaffen wurde, ist eine emotional ansprechende Präsentation des weltumspannenden Themas — egal, ob der einzelne Betrachter in die Kategorie des Denkers, des Beobachters, des Begreifenden oder des Fühlenden gehört. Zudem dürften sich nahezu alle Altersgruppen angesprochen fühlen, wobei die Reise entlang des achten Breitengrades Ost auf den Spuren des Weltenbummlers Axel Werner wegen der Fülle von Eindrücken und Informationen für kleine Kinder ungeeignet sein dürfte. Wer sich auf die abwechslungsreiche Reise begibt, wird einiges über die Klimaveränderung gelernt haben und noch lange an die zahlreichen Stationen denken, die ihn in exakt nachempfundene Regionen geführt haben.



Es ist schwer zu sagen, welche Teile der Tour am meisten beeindrucken. Ob es der Raum ist, in dem sich die Wüste ausbreitet und man auf dicken Matten liegend einen Film verfolgt, der die Bewohner zu Wort kommen lässt oder der Aufenthalt auf einer Südsee-Insel? Überhaupt ist die Idee, nicht nur den Weltenbummler auf seinem Weg zu begleiten, sondern auch den Menschen in den besuchten Ländern ein individuelles Gesicht zu geben, sehr gut gelungen.

Mit großem Aufwand wurde eine Tropenhalle eingerichtet. Den Übergang zur eisigen Kälte an den Polen markiert ein Bistro auf der Hälfte der Strecke, in dem aber die wenigsten eine Pause einlegen. Die meisten treibt die Neugierde weiter. Immer wieder warten optisch Höhepunkte. Mal ist es eine eisig glitzernde Landschaft, mal geht es eine Himmelsleiter empor. Oben erwartet den Reisenden eine mit vielen Lichtpunkten gesäumte Allee. Die stimmungsvolle Atmosphäre gehört sicher zu den absoluten Höhepunkten des Programms.

Am Ende hat man das Gefühl, eine Weltreise in nur wenigen Stunden unternommen zu haben. In den angeschlossenen Bereichen kann das zuvor meist unbewusst aufgenommene Wissen vertieft werden. Dort werden Anregungen gegeben, was der Mensch zum Klimaschutz beitragen kann. Mit eigenhändig durchgeführten Experimenten wird das vorher Gezeigte wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet. Der Wunsch, sich für den Umweltschutz zu engagieren wird dabei genauso verstärkt wie die Begegnung mit den Naturwissenschaften.


Das Bistro stimmt auf die eisige Polarlandschaft im imposanten Bau des Klimahauses ein.
Das Bistro stimmt auf die eisige Polarlandschaft im imposanten Bau des Klimahauses ein.
Foto: Nossek-Bock
Das Bistro stimmt auf die eisige Polarlandschaft im imposanten Bau des Klimahauses ein.
Das Bistro stimmt auf die eisige Polarlandschaft im imposanten Bau des Klimahauses ein.
Foto: Nossek-Bock

Die meisten Besucher dürften angesichts der intensiven Begegnung mit den Klimazonen zu erschöpft sein, um sich noch intensiver mit der Materie zu befassen. Die pädagogische Teile müssen also entweder extra genutzt werden oder bei einem erneuten Besuch. Aufklärung und Information kommen im Klimahaus ohne erhobenen Zeigefinger aus. Es geht nach dem Prinzip des Edutainment, der unterhaltsamen Wissensvermittlung. Die Ansprache der Gäste orientiert sich an einer Generation, die stark vom Medienkonsum geprägt ist. Manchem Verfechter eines schlichteren Science-Center- Modells dürfte allerdings der Anteil an unterhaltenden Elemente gegenüber dem Wissensteil zu stark ausgeprägt sein. Teuer ist die Präsentationsform ohnedies, denn sie zeichnet sich durch einen hohen Wartungsbedarf aus.

In Bremerhaven ist die Rechnung allerdings aufgegangen: Zum eine werden Bevölkerungsschichten angesprochen, die sich kaum in ein puristischeres Wissenschaftszentrum gewagt hätten, zum anderen hat sich die Zahl der Besucher auf rund 700.000 pro Jahr eingependelt. 



Petra Nossek-Bock

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Rund ums Nürnberger Stadtleben berichtet "Nürnberg plus", der Spezial-Lokalteil der NZ-Druckausgabe. Eine Auswahl von Artikeln und Bildergalerien aus N-Plus ist hier zu finden.
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In einer NZ-Serie beschäftigen wir uns mit den Plänen für ein "Science Center" (Wissenschaftsmuseum) in der Metropolregion. Ein Science Center ist eine Einrichtung, in der Naturwissenschaften und Technik dem Besucher durch eigenständiges Experimentieren nahegebracht werden sollen.