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Das richtige Paar Schuhe für Tanzpaare

Henry Kern Shoes hat auf dem AEG-Gelände sein erstes Einzelhandelsgeschäft eröffnet - 26.10. 19:42 Uhr

Nürnberg  - Wenn sich auf der Welt Menschen zum Tanzen treffen, dann ist Andreas Kern nicht selten dabei – nicht persönlich, sondern mit seinen Produkten. Seit 30 Jahren entwirft und vertreibt die Familienfirma Tanzschuhe. Und das weltweit.

Die meisten Frauen lassen sich von Schuhen begeistern. Wer zusätzlich auch noch eine begeisterte Tänzerin ist, dürfte sich in dem Laden von Henry Kern Shoes richtig wohlfühlen.
Die meisten Frauen lassen sich von Schuhen begeistern. Wer zusätzlich auch noch eine begeisterte Tänzerin ist, dürfte sich in dem Laden von Henry Kern Shoes richtig wohlfühlen.
Foto: Josef Hofmann
Die meisten Frauen lassen sich von Schuhen begeistern. Wer zusätzlich auch noch eine begeisterte Tänzerin ist, dürfte sich in dem Laden von Henry Kern Shoes richtig wohlfühlen.
Die meisten Frauen lassen sich von Schuhen begeistern. Wer zusätzlich auch noch eine begeisterte Tänzerin ist, dürfte sich in dem Laden von Henry Kern Shoes richtig wohlfühlen.
Foto: Josef Hofmann

„Wir sind Marktführer und exportieren in unzählige Länder, haben sogar einen Händler am Broadway“, erzählt Kern. Und ein Geschäft in Nürnberg „Auf AEG“. Das erste seiner Art. Denn hier ist kein Händler zwischengeschaltet. Das Geschäft betreibt Andreas Kern selbst.

Er verkauft Schuhe – hauptsächlich zum Tanzen, aber seit einem dreiviertel Jahr auch „Straßenschuhe“ unter der Marke „Cinquanta Cento“. Der Name hat einen Grund: „50100 ist die Postleitzahl von Florenz“, erklärt der studierte Betriebswirt.

Und in der mittelitalienischen Großstadt lässt die Firma Henry Kern Shoes die Kollektion auch produzieren. Die Entwürfe, das Design stammen aus Nürnberg und Hanau, wo die Firma ihren Hauptsitz hat. 80 bis 90 Modelle werden je Halbjahr neu angeboten.

Zur "Milonga" treffen sich 70 Paare zum Tango



Schuhe verkaufen auf einem ehemaligen Industriegelände ohne Laufkundschaft? Kein Problem, sagt Kern. Er nutzt den Laden für die normale Kollektionen als Schauraum, in den er Händler einlädt, die seine Schuhe vertreiben wollen. Doch vor allem Tanzschuhe verkauft er auch an Endkunden –  „an Amateurtänzer, Hobby-Tänzer und alle, die einen schönen Schuh zum Tanzen brauchen.

Wer einen solchen Schuh sucht, der findet uns auch außerhalb der Innenstadt.“ Die Tanz-Szene sei schließlich eine verschworene Clique: „Es gibt jede Menge Foren und beispielsweise die Tango-Szene in Nürnberg ist gewaltig“, weiß Kern: Jede Woche gäbe es allein drei bis vier Möglichkeiten, hier eine Tango Argentina zu tanzen. Manchmal eben auch bei Kern auf AEG. Dann wird der Laden geräumt für eine „Milonga“, wie die Tanzveranstaltungen genannt werden. 60 bis 70 Paare treffen sich dann zu „Tango auf AEG“.

Und nicht wenige von ihnen tragen Tanzschuhe von Kern. Aber wodurch unterscheiden die sich von normalen Schuhen? „Die Sohle ist anders gestaltet, sie ist dünner, vermittelt mehr Bodengefühl und ist sehr flexibel“, erläutert der Experte. Um Ausrutscher zu vermeiden, sind die Sohlen aus Rauhleder.

Und bei den Damenschuhen gibt es noch einen Unterschied: „Der Absatz sitzt etwas weiter vorne, das gibt Stabilität“, erläutert Kern. Und natürlich: die Optik. Besonders beim Tango müsse der Schuh affektierter sein, die Absätze besonders hoch. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder: Kostet ein normaler Tanzschuh um die 110 Euro, dürfen es bei Tangoschuhen schon einmal 50 Prozent mehr sein. Die Straßenschuh-Kollektionen, die auch für bekannte Marken wie Hugo Boss entworfen und gefertigt werden, kosten etwa 160 Euro.

Unabhängiger von der Saison sind die Tanzschuhe, obwohl das Geschäft anzieht, wenn die Tage kürzer und die Tanznächte damit länger werden, weiß Kern. Die relative Saisonunabhängigkeit war auch ein Grund für Kerns Vater, sich auf diesen Bereich zu konzentrieren, als die Wettbewerbssituation für seine Schuhfabrik vor 30 Jahren immer schwieriger wurde. Die Fabrik wurde geschlossen, die Schuhe in der Folge in Italien „immer bei den gleichen Firmen“ gefertigt.

Andreas Kern hat das Studium aus Hessen nach Nürnberg verschlagen, wo er auch seine Frau kennengelernt hat. Nach der Uni heuerte er erst einmal bei einem Industriekonzern in der Schweiz an. Als er dem Pendeln ein Ende setzen wollte, bot es sich an, wieder in den Familienbetrieb einzusteigen, der von seinem Bruder und seiner Schwester geführt wurde. Es entstand die Idee mit dem eigenen Laden „Auf AEG“.

Bereut hat er es bislang nicht. Das Geschäft läuft und er fühlt sich wohl. Was er sich jetzt noch wünscht: „Die Ansiedlung eines exklusiven Herrenausstatters auf dem Areal wäre eine ideale Ergänzung.“

Aktuelle Informationen unter:

www.aufaeg.de oder www.kunstaufaeg.de.

  



Josef Hofmann

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