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Wenn ich manchmal mit Frauchen im Bus sitze und Kinder mit bewaffneten Plastikteilchen spielen oder in eine Konsole starren sehe, erscheint es mir fast wie ein Wunder, dass ein so relativ konservativer Charakter immer noch Kinder begeistert. Auf eine moralische Diskussion will ich mich an dieser Stelle gar nicht einlassen: Ich überhäufe ein großes Kreditunternehmen schließlich nicht mit Schmäh und Schande, nur weil Handballstar Dirk Nowitzki in dessen TV-Werbung eine Scheibe Wurst isst. Gut, ich bin auch kein Vegetarier. Aber ein typischer Franke beißt nun mal eher in ein Stück Fleisch als in einen Tofu-Burger.
Jedenfalls finde ich, dass die Komposition aus Elefant, Technik und Aufschnitt für ein gesellschaftliches Dilemma steht: Es wird immer schwieriger, alle Möglichkeiten, Ansprüche und Wahrheiten des Lebens unter einen Hut zu bekommen. So wie die meisten Menschen sich eine gesunde Umwelt wünschen und trotzdem jeden Tag mit dem Auto in die Arbeit fahren. Mich ärgert es ja auch, wenn eine magersüchtige Pudeldame an mir vorbei stolziert und dafür bewundernde Blicke erntet. „Pah, auf die inneren Werte kommt es an!“ denke ich mir dann. Ein paar Stunden später falle ich trotzdem auf die Werbung für glättendes Hundeshampoo herein, das die Silhouette des Vierbeiners deutlich schlanker erscheinen lässt.
Es ist ja auch anstrengend, sich ständig mit allen Aspekten auseinanderzusetzen. Oder hätten Sie gedacht, dass in einer Scheibe Wurst die Zutaten aus Politik, ökologischem Bewusstsein, Kommerz UND Tradition stecken?
Also was tun in einer Welt, in der sich GZSZ und die Tagesschau denselben Sendeplatz teilen, in Castingshows Bastionen von Sängern und Models gesucht werden, die kein Mensch braucht, und Bio ein Statement ist, das nicht jeder bezahlen kann? Ich persönlich habe für mich die „Augen auf/Augen zu“-Methode entwickelt. Wenn mich meine vier Pfoten sicher durch den Tag tragen und ich mich gut fühle, mache ich meine Augen weit auf, um zu sehen, wie ich meinen Ansprüchen und denen meiner Umwelt möglichst gut gerecht werden kann. Wenn ich dagegen eher wacklig auf den Beinen stehe, kneife ich die Augen zu und hoffe, irgendwie möglichst unbeschadet durch den Tag zu kommen – mit viel Hundeschokolade, seichtem Fernsehprogramm und ohne Diskussionen.


