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Die Marke ist der Erfolgsgarant

600 Mitarbeiter kümmern sich in Nürnberg vor allem um AEG-Produkte - 19.10. 17:39 Uhr

Nürnberg  - Im März 2007 wurde die letzte Schicht bei AEG in Nürnberg gefahren. Was zurückblieb, waren wütende und frustrierte Arbeiter – und ein Gelände, groß wie 30 Fußballfelder, vollgepackt mit Bürogebäuden und Hallen.

Electrolux-Deutschland-Finanzchef Eberhard Queißner ist stolz auf das, was an dem Standort Neues entstanden ist.
Electrolux-Deutschland-Finanzchef Eberhard Queißner ist stolz auf das, was an dem Standort Neues entstanden ist.
Electrolux-Deutschland-Finanzchef Eberhard Queißner ist stolz auf das, was an dem Standort Neues entstanden ist.
Electrolux-Deutschland-Finanzchef Eberhard Queißner ist stolz auf das, was an dem Standort Neues entstanden ist.

Eine tote Immobilie. Sie wieder mit Leben zu füllen, war eine Mammutaufgabe. „Auf AEG“, so der neue offizielle Name des Areals, hat sich seither etwas Besonderes entwickelt: Nun teilen sich Künstler das Gelände mit mehr als drei Dutzend Firmen und Einrichtungen. Rund 1000 Menschen arbeiten auf dem Gelände. Einige der Firmen stellt die NZ in einer kleinen Serie vor.

Eines liegt Eberhard Queißner besonders am Herzen - noch immer herrschende Ressentiments gegen seinen Arbeitgeber auszuräumen: „Ohne Electrolux hätte AEG als Hausgeräteanbieter nicht überleben können“, ist der Manager fest überzeugt. Er stieß 1993 zur AEG, also noch bevor die Schweden die Firma übernahmen. Er hat das schmerzliche Aus für die Produktion persönlich miterlebt. Doch: „Wenn man in Deutschland nicht mehr produzieren kann, muss man rechtzeitig reagieren. Sonst geht man den Weg der Quelle“, kommentiert er die Schließung vor mehr als vier Jahren. Auf der anderen Seite der Fürther Straße arbeitet heute niemand mehr, in der Electrolux-Deutschlandzentrale in Nürnberg sind immer noch rund 600 Menschen beschäftigt.


Im großen Schauraum in Nürnberg stellt das Unternehmen vieles von dem aus, was es zu bieten hat – an Groß- wie Kleingeräten.
Im großen Schauraum in Nürnberg stellt das Unternehmen vieles von dem aus, was es zu bieten hat – an Groß- wie Kleingeräten.
Foto: Josef Hofmann
Im großen Schauraum in Nürnberg stellt das Unternehmen vieles von dem aus, was es zu bieten hat – an Groß- wie Kleingeräten.
Im großen Schauraum in Nürnberg stellt das Unternehmen vieles von dem aus, was es zu bieten hat – an Groß- wie Kleingeräten.
Foto: Josef Hofmann

Und Queißner weiß auch aus den damaligen Verhandlungen, dass ohne Electrolux eine Wiederbelebung des AEG-Industriegeländes kaum möglich gewesen wäre: „Electrolux hat mit seinem Mietvertrag den Grundstein für die Entwicklung gelegt, die wir jetzt sehen.“ Denn ohne den Vertrag hätten die Immobilienentwickler der Firma MIB das Gelände wahrscheinlich nicht genommen, bestätigt auch der Projektmanager Bertram Schultze. Schließlich gab die Vermietung der 16000 Quadratmeter an den weltweit zweitgrößten Gerätehersteller der Welt dem Käufer eine langfristige Sicherheit.

Fast drei Viertel des Umsatzes liefert AEG



Dass Electrolux an dem Standort festhält und auch noch die Marke AEG als Aushängeschild für das Gelände („Auf AEG“) freigibt, war nicht so selbstverständlich, wie das heute vielleicht erscheint, erinnert sich Queißner. Denn Nürnberg hatte nach der harten Auseinandersetzung um die Schließung der AEG-Produktion im Jahr 2007 in der Zentrale des schwedischen Hausgeräteherstellers nicht unbedingt den besten Klang. „Wir mussten Stockholm überzeugen“, so der Finanzchef der deutschen Electrolux GmbH. Für ihn selbst dagegen habe sich die Standortfrage durch die Verbindung AEG und Nürnberg nie gestellt: „Und ohne die Marke AEG wären wir nichts“, konstatiert er. Auch der neue Name des Geländes sei „eine Reminiszenz an die Vergangenheit, die uns unterstützt“, erklärt der Manager. Immerhin 70 Prozent des Jahresumsatzes von zuletzt über 900 Millionen Euro hat die deutsche Electrolux-Tochter mit Geräten der Marke AEG gemacht.

Deutschlandweit beschäftigt der schwedische Konzern etwa 1900 Menschen, allein rund 1000 in der „größten Fabrik des Konzerns“ in Rothenburg, wo Herde und Kochfelder produziert werden. Die Produkte aus den Werken kann sich jeder in den Schauräumen in Nürnberg anschauen. Hier findet zwar keine direkte Verkaufsberatung und kein Einzelverkauf statt. Doch die Ausstellung steht allen Interessierten offen. Zwei Millionen Großgeräte (also Wasch- und Spülmaschinen, Herde und Ähnliches) setzt Electrolux in Deutschland im Jahr ab. Hinzu kommt eine ähnlich hohe Zahl an Kleingeräten wie Bügeleisen.

Neben dem 900 Quadratmeter großen Schauraum und einer Show-Küche beherbergt der Standort den Vertrieb, den Service und die Logistik für diese Produkte. Die Mitarbeiter, die vorher über das gesamte Gelände verstreut waren (Queißner: „Das war das Labyrinth des Minotaurus. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um mich zurechtzufinden“), fühlen sich in den weitgehend offenen Büros wohl, sagt der Finanzchef. Vor allem die Kommunikation untereinander profitiere von der Konzentration auf ein Gebäude, hat Queißner festgestellt.

Und auch er ist zufrieden. Besonders, weil die Geschäfte nach der Imagedelle in Folge der Fertigungsverlagerung wieder gut laufen: „Die Jahre nach der Schließung der Produktion waren etwas schwierig, aber jetzt sind wir zurück“, stellt Queißner fest. Nach Bosch-Siemens und noch vor Miele ist AEG-Electrolux seinen Ausführungen zufolge die Nummer zwei auf dem deutschen Markt.

Dass nun auf dem Gelände wieder etwas ganz Neues entstanden ist, freut ihn zusätzlich: „Dass alles so positiv läuft, finde ich klasse.“

Weitere Informationen: www.aufaeg.de.

Fotos zum Thema

AEG finden Sie unter: www.nz.de

  



Von Josef Hofmann

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Zum Thema
AEG
Branche:
Hausgeräte
Sitz, Standort:
Stockholm (Schweden)


Kurzbeschreibung:
Das Unternehmen AEG wurdet zwar 1996 aufgelöst, die Marke existiert jedoch weiter. Electrolux, das die Hausgeräte-Sparte von AEG übernommen hatte, verlagerte 2007 die Produktion des Nürnberger Werks ins Ausland.
Dies geschah trotz des langen, erbitterten Widerstands der 1700 Beschäftigten ab Ende 2005: Die AEGler streikten 46 Tage, organisierten weitere Protestaktionen und fanden dabei starken Rückhalt in der Bevölkerung.

In Nürnberg ist heute die Deutschlandzentrale von Electrolux inclusive Vertriebs- und Dienstleistungsabteilung mit rund 600 Mitarbeitern angesiedelt.
Am letzten deutschen AEG-Produktionsstandort in Rothenburg o.d.Tauber werden von über 1000 Mitarbeitern Kochgeräte hergestellt.
Zum Thema
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Kurzbeschreibung:
Rund ums Nürnberger Stadtleben berichtet "Nürnberg plus", der Spezial-Lokalteil der NZ-Druckausgabe. Eine Auswahl von Artikeln und Bildergalerien aus N-Plus ist hier zu finden.