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Lehrer, die Blogs schreiben, oder Schüler, die im Unterricht eigene „Wikis“ erstellen, gibt es zwar. Aber sie sind noch immer die Ausnahmen. Ein Grund dafür ist, dass die Ausstattung der Schulen mit moderner Technik oftmals noch mangelhaft ist. „Wir sollen die Kinder für die Zukunft ausbilden, schulen sie aber mit Geräten aus dem letzten Jahrhundert“, bringt Hartmut Rieck die Situation auf den Punkt. Der Fachberater Neue Medien und IT am staatlichen Schulamt Nürnberg weiß, wovon er spricht. Eine EDV-Pauschale von 300000 Euro für 80 Grund- und Mittelschulen im Jahr 2012 lässt nicht viel Spielraum für Anschaffungen.
„In der Regel“, sagt Rieck, „sind die Klassenräume nur mit Spendengeräten ausgestattet, die von Unternehmen irgendwann ausgemustert wurden.“ In den Computerräumen sieht es etwas besser aus. „Hier versuchen wir zu erreichen, dass jede Schule einen Raum hat, in dem die Geräte maximal fünf Jahre alt sind.“ Gerade in den neunten Klassen sei es für die Schüler sehr wichtig, im Internet recherchieren zu können und Bewerbungen am Computer zu schreiben. „Da reicht ein Raum nicht aus“, meint der IT-Experte.
Nicht viel besser sieht es mit der Ausstattung mit sogenannten digitalen Whiteboards aus. Pro Jahr können laut Hartmut Rieck zehn bis 15 der interaktiven Schultafeln angeschafft werden. Sie sind an einen Computer angeschlossen, dessen Bild in der Regel von einem Beamer projiziert wird.
Gesteuert wird der Computer je nach Modell per Fingerdruck oder mit einem Stift. Der Vorteil dieser digitalen Tafeln liegt darin, dass Lehrer beispielsweise das Tafelbild speichern können, um es später weiter zu verwenden. Auch eine schnelle Internetrecherche oder eine Präsentation lassen sich so leicht in den Unterricht integrieren.
„Neue Medien sollten schon aus dem Grund einen Platz im Unterricht haben, weil sie heute zum Alltag gehören und wir uns keine Analphabeten in diesem Bereich leisten dürfen“, ist Hartmut Rieck überzeugt. In nahezu allen Fächern ließen sie sich sinnvoll einsetzen. Und schließlich gehe es nicht nur darum, die Kinder im Umgang mit moderner Technik zu schulen, sondern sie auch vor Gefahren und Missbrauch im Internet zu warnen.
Immerhin hat laut einer Umfrage unter 1200 Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren jeder zweite einen eigenen Internetzugang im Zimmer. Das ergab die JIM-Studie 2011, die alljährlich den Umgang der Jugendlichen mit Medien und Information untersucht.
Die Wissenschaftler des Medienpädagogischen Forschungsverbands Südwest fanden heraus, dass jeder zweite Jugendliche regelmäßig zu Hause am Computer oder im Internet für die Schule arbeitet oder lernt. In der Schule arbeiteten dagegen nur 22 Prozent regelmäßig mit dem PC.
Dass der sinnvolle Einsatz neuer Medien das Lernen für viele Jugendliche interessanter machen kann, ist in der Fachwelt unbestritten. Dr. Dieter Spanhel, Gründer des ersten medienpädagogischen Studiengangs in Bayern für Lehrkräfte aller Schularten in Nürnberg, geht noch weiter: „Medienbildung ist ein Teil der Persönlichkeitsbildung und sollte bei Kindern und Jugendlichen über die Schuljahre hinweg eine Verantwortungshaltung gegenüber den Medien, ihren Inhalten und Nutzungsformen ausbilden.“
Auch das Kultusministerium hat die Bedeutung neuer Medien erkannt. Im Rahmen des Projekts „Referenzschule Medienbildung“ entwickeln 150 Schulen im Freistaat ein maßgeschneidertes Konzept, um Medienbildung entsprechend den Bedürfnissen vor Ort bestmöglich zu gestalten. In Nürnberg gehören die staatliche Berufsoberschule (BOS) und das Sigmund-Schuckert Gymnasium zu den Referenzschulen Medienbildung.
Fr. 18.05.12
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Do. 17.05.12
Mo. 14.05.12