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Auch deshalb richtete der TV Eibach das Finale der bayerischen Schulsportmeisterschaften aus. 32 Teams, darunter mit dem Sigmund-Schuckert-Gymnasium, der Peter-Henlein-Real-schule, der Volksschule Eibach und der Wilhelm-Löhe-Schule vier Schu-len aus der Noris, ermittelten am vergangenen Donnerstag auf der Anlage am Hopfengartenweg in sie-ben Kategorien ihre Meister.
Eine Veranstaltung mit Tradition. Seit über 30 Jahren schmettern, baggern und pritschen die Schulen des Freistaates nun schon gegeneinander, seit 2007 unter der Federführung des TV Eibach. „Eine feine Sache“, findet Doris Schwarz. Am liebsten würde die Schulsportbe-auftragte die Werbetrommel für den Faustball „schon im Kindergarten rühren“, „aber das geht dann doch nicht.“ Denn Schwarz weiß: „Die Vorlieben bilden sich früh aus.“
Und Faustball hat es schwer gegen – na, wen wohl? Fußball, natürlich. Bei Mädchen wie bei Jungen. „Nein, einen echten Kicker, können wir nicht zu uns rüberziehen“, gibt sich Abteilungsleiter Andreas Schröder keiner Illusion hin. Dominik (14) von den Jungen II der Peter-Henlein-Realschule, die zu den Stammgästen auf Eibachs Faustballplätzen zählt, stellt klar: „Ich bin und bleibe Fußballer.“ Und grinsend schiebt er nach: „Es gibt schulfrei.“ Mit diesem Motiv steht er wohl nicht alleine da. Sein Kumpel Philipp (12) schwankt noch. „Faustball ist nicht schlecht, aber deswegen mit dem Fußball aufhören?“
Die Hierarchie bleibt also unangetastet: „Nach Fußball kommt in der Beliebtheit übrigens Basketball“, sagt Sportlehrer Sebastian Klee. Daneben werden in den fünften Klassen auch Handball und gelegentlich sogar Hockey angeboten. Erst später kommt Volleyball dazu. „Das ist komplexer.“ Und was hält Klee vom Faustball? Obwohl er kein Fachmann ist, ist er von der Sportart durchaus angetan: „Es gibt viel Bewegung im Freien und es fördert die Teamfähigkeit.“ Und wie wäre es mit einer Neigungsgruppe? Er lächelt verlegen und gesteht: „Ich biete eine an — im Klettern.“
Eines ist klar: Ob in der Schule was geht, hängt von der persönlichen Präferenzen des jeweiligen Lehrers ab. Doch nur die Wenigsten sind „Faustball-affin.“ Um Nachwuchs zu rekrutieren, muss ein Verein schon selbst in die Schulen gehen. Und genau darüber denken sie beim TV Eibach nach. Es ist ein langer Weg.
Daher verwundert es nicht, dass die Mehrheit der rund 170 Teilnehmer/innen beim Bayernfinale bereits aktiv in Vereinen sind. Das erklärt auch das durchaus beachtliche sportliche Niveau der Veranstaltung. Sogar ein amtierender deutscher Meister tummelt sich auf der Anlage. Die Jungen III des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums sind nahezu identisch mit der letztjährigen „U12“ des TV Eibach. Und einer von ihnen, Lukas Schneider, hat gar schon mal einen Lehrgang der „U13“-Nationalmannschaft besucht. Zum Sieg der Schulen hat es dennoch nicht gereicht. Da waren die deutlich älteren und größeren Jungs des Gymnasiums Roth vor. Sehr zum Leidwesen von Vater Uli, der zur „goldenen Generation“ zählte, die 1988 den Europapokal an den Hopfengartenweg holte. Das ist lange her, derzeit spielen Eibachs Faustballer nur noch unterklassig.
Schneider ist inzwischen Lehrer an der Regens-Wagner-Stiftungs-Schu-le für Hörgeschädigte in Zell bei Hilpoltstein und steht an der Bande, wie übrigens viele Eibacher Aktive. Auf Platz sieben (von insgesamt acht) betätigen sich Barbara Eberhard, die mit Eibachs Frauen kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga steht, sowie Stand-by-Spielerin Andrea Reindl als Trainerinnen. Auch sie sind dem Schulsport verbunden, wo sie zwar nicht mit dem Faustball begonnen, wohl aber aktiv mitgewirkt haben.
Womit wir bei den Resultaten sind: Nürnbergs Schulen holten fünf erste Plätze in insgesamt sieben Altersklassen von der „U12“ bis zur „U18“. Eine formidable Ausbeute. Und der TV Eibach? Der dürfte sich über eine wachsende Zahl an Aufnahmeanträgen freuen, zumindest, wenn es nach der Statistik geht. Dazu Arnold Petersen, Präsident des bayerischen Turnspiel-Verbandes: In der Vergangenheit mehrten sich nach dem Schulfinale die Vereinseintritte.“ Und tatsächlich: Die Mädchen III des SSG wollen beim TV demnächst ein Probetraining absolvieren.


