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Ein gieriger Drache verspeist den Erdtrabanten

Planetariums-Leiter schreibt über die Mondfinsternis am 15. Juni - 10.06. 15:59 Uhr

Nürnberg  - Am 15. Juni findet eine totale Mondfinsternis statt, deren Sichtbarkeit etwas darunter leidet, dass die Verfinsterung bereits begonnen hat (um 21.21 Uhr), während der Mond zu dieser Zeit noch unter dem Horizont steht. Er geht daher komplett verfinstert um 21.28 Uhr in der noch recht hellen Dämmerung auf (Sonnenuntergang ist um 21.35 Uhr). So kann es also gut sein, dass Gebäude oder andere Hindernisse den Eindruck zunächst beeinträchtigen.


Diese Bilder zeigen, wie eine totale Mondfinsternis abläuft. Typisch ist die kupferne Färbung des Mondes während der Verfinsterung. Ob man am Mittwoch ähnliche Bilder zu Gesicht bekommt, hängt natürlich von Wetter ab.
Diese Bilder zeigen, wie eine totale Mondfinsternis abläuft. Typisch ist die kupferne Färbung des Mondes während der Verfinsterung. Ob man am Mittwoch ähnliche Bilder zu Gesicht bekommt, hängt natürlich von Wetter ab.
Foto: dpa
Diese Bilder zeigen, wie eine totale Mondfinsternis abläuft. Typisch ist die kupferne Färbung des Mondes während der Verfinsterung. Ob man am Mittwoch ähnliche Bilder zu Gesicht bekommt, hängt natürlich von Wetter ab.
Diese Bilder zeigen, wie eine totale Mondfinsternis abläuft. Typisch ist die kupferne Färbung des Mondes während der Verfinsterung. Ob man am Mittwoch ähnliche Bilder zu Gesicht bekommt, hängt natürlich von Wetter ab.
Foto: dpa

Da die Verfinsterung aber mehr als anderthalb Stunden andauert, sollte bei guten Wetterbedingungen doch ein recht eindrucksvolles Naturschauspiel zu beobachten sein. Der Mond wandert nahezu zentral durch den Kernschatten der Erde. Daher kann diese Finsternis sehr dunkel ausfallen. Die Totalität endet schließlich um 23.04 Uhr

Wie kommt es nun zu einer Mondfinsternis? Die Erde bewegt sich zusammen mit dem sie umkreisenden Mond um die Sonne. Wenn Sonne Erde und Mond dabei auf einer Linie zu liegen kommen, liegt der Mond im Erdschatten und wird verfinstert. In dieser Situation herrscht auch immer Vollmond.

Wären die Bahnebenen der Bewegung der Erde um die Sonne und die des Mondes um die Erde genau gleich, hätten wir bei jedem Vollmond eine Mondfinsternis. Denn die Erde wirft einen kegelförmigen Schatten, der ca. 1,4 Millionen Kilometer in den Weltraum hinausreicht.

Der Mond ist im Durchschnitt etwa 384000 Kilometer von der Erde entfernt. Da die Mondbahn aber leicht gegen die Erdbahn geneigt ist, wandert er auf seinem monatlichen Weg um die Erde meist ober- oder unterhalb am Erdschatten vorbei, um bis zu 37000 Kilometer. Da der Rand des Erdschattens auf dem Mond kreisförmig ist, schlossen schon die alten Griechen, dass die Erde eine Kugel sein muss.

Ist der Mond vollständig in den Kernschatten eingedrungen, leuchtet die Mondoberfläche kupferrot auf. Auf dem Höhepunkt der Totalität geht sie in ein schwaches Dunkelrot über.

Die Erdatmosphäre streut Licht der Sonne in den Kernschatten. So bleibt der Mond auch bei der größten Verdunkelung noch sichtbar. Ähnlich wie beim Sonnenauf- und -untergang wird dabei grünes und blaues Licht herausgefiltert und gestreut, daher die selbe rötliche Färbung.

In der chinesischen Mythologie heißt es, dass bei einer Mondfinsternis ein Drache den Mond verschlingt. Der rostrote Mond einer Verfinsterung erzeugt ja tatsächlich den Eindruck von Blut.

Die Chinesen wussten aber auch Abhilfe: Mit viel Lärm und Gepolter wurde der Drachen verjagt und der Mond schließlich wieder befreit.

Im Unterschied zur Sonnenfinsternis ist eine Mondfinsternis von der gesamten Nachtseite der Erde aus zu sehen.

Deswegen kann man von einem bestimmten Ort aus eine Mondfinsternis häufiger beobachten als eine Sonnenfinsternis, obwohl Sonnenfinsternisse häufiger als Mondfinsternisse sind: Zwischen 2000 v. Chr. und 3000 n. Chr. gibt es 7718 Mondfinsternisse, aber 11898 Sonnenfinsternisse.

Der Umstand, dass uns Sonnenfinsternisse als sehr seltene Ereignisse vorkommen, liegt daran, dass jede Sonnenfinsternis nur von einem kleinen Gebiet auf der Erde aus beobachtet werden kann.

Statistisch gesehen muss man 375 Jahre auf eine totale Sonnenfinsternis warten. Die nächste von Deutschland aus sichtbare wird erst am 3. September 2081 stattfinden. Mondfinsternisse gibt es dagegen zwei bis drei Mal im Jahr zu sehen – sofern das Wetter mitspielt.

In Nürnberg kann die totale Mondfinsternis bei entsprechendem Wetter auch ab 21 Uhr in der Regiomontanus-Sternwarte am Regiomontanusweg1 beobachtet werden (www.sternwarte-nuernberg.de).
  



Klaus Herzig

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Rund ums Nürnberger Stadtleben berichtet "Nürnberg plus", der Spezial-Lokalteil der NZ-Druckausgabe. Eine Auswahl von Artikeln und Bildergalerien aus N-Plus ist hier zu finden.