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Dem 3:0 (11:7, 11:5, 11:4) gegen den SV Erlenmoos ließen sie ein 3:0 (11:4, 11:4, 11:2) gegen TV Vaihingen/Enz folgen und verteidigten eindrucksvoll die Tabellenführung in der zweiten Bundesliga Süd. Damit haben sie drei Wochen vor der Aufstiegsrunde zum Oberhaus schon mal ein Zeichen gesetzt.
Einmal ist immer das erste Mal. Einen besseren Zeitpunkt, den Rivalen in die Schranken zu weisen, gibt es nicht. Schließlich ist – oder besser gesagt war – Erlenmoos so etwas wie ein Angstgegner des TVE. Bis Sonntag kassierte er nur Niederlagen gegen den Tabellenzweiten. Die im Hinspiel war übrigens die einzige in der laufenden Saison. Eine psychische Blockade in Gestalt eines Angstkomplexes in den Köpfen der Spielerinnen – das wäre so ziemlich das Letzte, was sie in Eibach zum jetzigen Zeitpunkt brauchen könnten.
Vorbeugende Therapie war angesagt. Und so fegten die Nürnbergerinnen die Gäste aus Oberschwaben mit 11:7, 11:5, und 11:4 förmlich vom Platz. Und das in noch nicht einmal 40 Minuten. Dabei verzichteten sie dankenswerterweise auf taktische Spielchen vor der Endrunde, wo sie erneut auf Erlenmoos treffen werden.
Die Punkterunde ist also absolviert, und zwar auf eine Art, die alle überrascht. 30:2 Punkte bei 47:6 Sätzen: Die Bilanz spricht Bände. Sicher, Eibach hatte auch im Vorjahr die Meisterschaft errungen, doch das war erheblich holpriger. Dazu der Abgang einer Leistungsträgerin wie Ann-Kathrin Müller, die zum österreichischen Erstligisten Linz wechselte. Nicht gerade ideale Voraussetzungen für eine Steigerung, sollte man meinen. Vergessen hat Müller ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen keineswegs. Am Sonntag stand sie an der Außenlinie und drückte kräftig die Daumen: „Ist doch Ehrensache.“ Und staunte nicht schlecht über die „tolle Vorstellung“ der Mannschaft.
Doch warum sind die Faustballerinnen anno 2011 so stark? Selbst Abteilungsleiter Andreas Schröder steht vor einem Rätsel: „Eigentlich wissen wir es selbst nicht so genau.“ Und die 28-jährige Spielführerin Eberhard ergänzt diplomatisch: „Wir haben eben die anderen Mannschaften gut studiert.“ Wie auch immer: Es läuft richtig gut: Eibachs Frauen liefern Woche für Woche Klasseleistungen ab. Schnörkellos und ohne die obligatorischen Stockfehler früherer Jahre. Faustball vom Feinsten eben. Auch wenn sich das einer Begründung entzieht.
Beste Voraussetzungen für die in drei Wochen stattfindende Aufstiegsrunde. Das Team scheint gefestigter als im vergangenen Jahr. Das könnte sich in den Spielen um den Aufstieg, die an gleicher Stelle stattfinden, als Faustpfand erweisen. Die Eibacherinnen wollen nun zum dritten Male in der jüngeren Vereinsgeschichte nach 2002 und 2008 in die Beletage einziehen. Und damit endgültig aus dem langen Schatten der Männer treten, die in der Bayernliga ein geradezu kümmerliches Dasein fristen. Dafür steht Eibach sogar Sabrina Schwender, die derzeit in Brasilien weilt, zur Verfügung.
Bleibt noch die Frage. Wollen sie beim TV tatsächlich aufsteigen? „Ja, das fragen wir uns gelegentlich auch“, räumt Eberhard ein. Doch überlegener Meister zu werden und anschließend verzichten? Kommt nicht infrage. Eibach ist gerüstet, auch ohne Kim Fischer, die den Verein Richtung Österreich verlässt. Dafür stimmt der Unterbau. „Bei uns kommt einiges nach“, verweist Schröder nicht ohne Stolz auf die Jugendarbeit.
Das wäre also geklärt. Alles ist angerichtet für den großen Coup. Und der Sieg gegen Erlenmoos kein Hinderungsgrund. Warum sollte einer gelungenen Generalprobe nicht eine ebenso gelungene Aufführung folgen?
Eibach: Eberhard, Berning, Becher, Winz, Fischer, Dumser.


