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Und dann? Naja, dann beginnt meine Wanderung. Zuerst tapse ich zu der weinenden Frau – die Tränen ablecken. Ich bin verrückt nach Salz, aber offiziell ist mein hingebungsvolles Ablecken der nass geweinten Wangen natürlich ein Zeichen der Zuneigung. Hat sich das heulende Häufchen wieder etwas beruhigt, stupse ich die Tür auf und gehe ins verrauchte Nebenzimmer. Hier stehe ich vor der schwierigen Aufgabe, die emotionale Verkrustung eines Sturkopfes aufzubrechen. Der Mann ist sauer, stinksauer! Puh! Also erst einmal hinsetzen, beobachten, Kopf schief legen. Langsame Annäherung an die Waden – aber Vorsicht, manchmal kommt es zu unkontrollierten Bewegungen!
Schließlich mit treuherzigen Augen nach oben blicken, bis sich die von Wut verhangenen Augen klären und die dazugehörigen Arme mich nach oben heben. Jetzt ist es fast geschafft: Der Mann ist weicher, die Frau ruhiger und ich der haarige Puffer zwischen ihnen. Wenn mich nun beide streicheln, sich die Hände wie zufällig berühren und man einander zaghaft anlächelt, ist das Eis gebrochen. Aber ich kann ja nicht überall sein!
Darum frage ich mich und Sie, was dieser Satz denn eigentlich bedeuten soll – „Das machst Du nicht mit mir!“ Er ist eine Grenze, ein Zeichen und bedeutet vermutlich „bis hierhin und nicht weiter“. Doch meistens wird er erst ausgesprochen, wenn jemand diese Grenze schon verletzt hat. Was macht das für einen Sinn? Die eine weint, der andere geht und keiner weiß in dem Moment, wie es weitergehen soll. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich weiß nur, dass diese Spannung für mich schwer auszuhalten ist und ich alles hundemögliche daran setze, sie herauszunehmen.
Andererseits ist dieser Satz auch ein gewichtiges Argument, das zum Nachdenken zwingt – doch seine Wirksamkeit ist begrenzt. Zu oft ausgesprochen, verliert er seine Wucht. Und auch, wenn es furchtbar ist, wenn zwei Menschen sich streiten: Es ist noch schlimmer, wenn die Botschaft dieser Worte ungehört verklingt.


