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"Ich muss kein Einzelkämpfer sein, um Erfolg zu haben"

Auszubildende blickten im Ausland über den Tellerrand - 26.07. 16:13 Uhr

Nürnberg  - Bei Studenten gehört er längst zum guten Ton, er verleiht selbst dem schnödesten Lebenslauf einen Hauch „weite Welt“: der Auslandsaufenthalt. Während sich jedoch an den Universitäten zuhauf Angebote zum Sprung über die Landesgrenzen finden lassen, lässt der straffe Plan von Auszubildenden nur selten den Blick über den deutschen Tellerrand zu. Für acht Schülerinnen und Schüler der Berufsschule 7 wurde der Traum dennoch wahr.


Schnee satt: In Finnland genossen Maria Auras, Katharina Junger, Jasmin Gundel und Ann-Katrin Ebert (von links) die knappe Freizeit in vollen Zügen.
Schnee satt: In Finnland genossen Maria Auras, Katharina Junger, Jasmin Gundel und Ann-Katrin Ebert (von links) die knappe Freizeit in vollen Zügen.
Foto: oh
Schnee satt: In Finnland genossen Maria Auras, Katharina Junger, Jasmin Gundel und Ann-Katrin Ebert (von links) die knappe Freizeit in vollen Zügen.
Schnee satt: In Finnland genossen Maria Auras, Katharina Junger, Jasmin Gundel und Ann-Katrin Ebert (von links) die knappe Freizeit in vollen Zügen.
Foto: oh

Möglich machte dies das europäisches Austauschprojekt der Schule, „Viva Europa“, unter der Leitung von Jutta Schwämmlein. Bereits zum dritten Mal machten sich Nürnberger Azubis auf, um in Tschechien, Finnland und Südtirol Praktika zu absolvieren. Gefördert wird der Auslandsaufenthalt durch das EU-Programm „Leonardo Da Vinci“. Im nächsten Jahr wird die Palette um das spanische Cordoba erweitert.

Es war nicht einfach, einen der begehrten Plätze zu ergattern, berichtet Ann-Kathrin Ebert. Am Ende gaben die guten Noten, besonders in Englisch, den Ausschlag. Die 21-Jährige verbrachte im Abschlussjahr ihrer Ausbildung zur Hauswirtschafterin gemeinsam mit drei Mitschülerinnen vier Wochen im finnischen Helsinki. Ihre Augen glänzen, wenn sie von der Gelassenheit und Hilfsbereitschaft der Finnen berichtet: „Wenn etwas mal nicht fertig war, haben die Leute eben kurz gewartet. Diese Einstellung fehlt in Deutschland.“

Arbeit gab es reichlich, doch die Azubis hatten dennoch die Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen. „Schnee, wo man hinschaut“, erinnert sich Katharina Junger (23) lachend an ihren ersten Ausflug in die finnische Umgebung. Auch sie war von der Einstellung der Finnen beeindruckt: „Die sind auch einfach mal mit etwas zufrieden. Kein aber, keine Zusatzwünsche. Oder einfach mal eine Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen.“

Jasmin Gundel spürte ein in der Heimat eher ungekanntes Maß an Vertrauen, dass in sie gesetzt wurde. „Die haben uns einfach mal machen lassen. Ganz nach dem Motto: Das klappt schon. Und das hat es dann auch.“

Vier Wochen, die im Flug vergingen und doch tiefe Spuren hinterlassen haben. „Ich habe gelernt, dass ich kein Einzelkämpfer sein muss, um Erfolg im Beruf zu haben“, sagt Ann-Kathrin. Zurück wollen sie alle: Die neuen Freundschaften vertiefen, den liebgewonnenen Norden wieder sehen.


Spaß an der Arbeit: Ann-Katrin Ebert hat während des Austausches viel gelernt.
Spaß an der Arbeit: Ann-Katrin Ebert hat während des Austausches viel gelernt.
Spaß an der Arbeit: Ann-Katrin Ebert hat während des Austausches viel gelernt.
Spaß an der Arbeit: Ann-Katrin Ebert hat während des Austausches viel gelernt.

Fabian Bößeneckers Praktikum führte den 21-Jährigen nach Prag (Tschechien). Nette Lehrer, reibungslose Organisation und die Möglichkeit, auf eine andere Mentalität zu treffen: „Im Umgang mit den Menschen habe ich viel gelernt. Die Prager sind extrem hilfsbereit – aber auch schnell verstimmt, wenn man sich nicht ebenso überschwänglich und ausdauernd für ihre Hilfe bedankt.“ Auch ihn reizt der Weg zurück: „Dank der guten Erfahrungen, die ich gemacht habe, würde ich jetzt eher für den Job ins Ausland gehen“, zieht der Hauswirtschafter eine positive Bilanz.

Ähnlich fällt auch das Fazit von Sabrina Preiß aus, auch wenn die 23-jährige Hotelfachfrau nach ihrem Aufenthalt in Meran (Südtirol) offen zugibt: „Am Anfang gab es Rückschläge. Ich hatte einfach andere Erwartungen.“ Der Tiroler Gemütlichkeit zum Trotz ließ eine happige Sechs-Tage-Woche nicht viel Freizeit, doch Sabrina bereut den Austausch nicht: „Die Erfahrung, alleine im Ausland gewesen zu sein, habe ich anderen vielleicht voraus.“ 



Maja Kolonic

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