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Das Ereignis stand im Zeichen der italienischen Einigung vor 150 Jahren. Und so konnte Präsidentin Enrica Valsecchi zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur begrüßen, darunter MdB Dagmar Wöhrl und MdB Günter Gloser, Abgeordnete des Landtags, des Bezirks und zahlreiche Stadträte. „Bereits im Mai kommen italienische Schüler aus Brixen für eine Woche nach Nürnberg“, blickte Valsecchi voraus. Neben dem Deutsch-Unterricht erwarte die Gruppe ein vielfältiges kulturelles Programm. „Unsere Gesellschaft leistet für das Verständnis der Kulturen in Europa einen nicht zu unterschätzenden Beitrag“, erklärte die Präsidentin.
Anlässlich der italienischen Einigung vom 17. März 1861 machte sich Regierungspräsident Thomas Bauer mehr Gedanken um das Selbstverständnis Italiens. „Ist Italien wirklich eine Einheit?“, fragte er. Und: „Ist Deutschland tatsächlich so viel anders?“ Da wäre die Kluft zwischen Ost und West, Franken und Bayern sollen gelegentlich noch Vorbehalte haben und Nürnberg und Fürth... Eine launige Rede mit Tiefendimensionen. „Wenn der Blick in die Vergangenheit eine Nation nicht eint, muss es der Blick in die Zukunft sein.“ Die Dante Alighieri Gesellschaft habe eine Brücke zwischen beiden Ländern geschaffen, auf der wir heute gehen, so Bauer. „Es lebe die deutsch-italienische Freundschaft!“
„Italien ist ein bisschen unsere Mamma“, erklärte der Generalkonsul der Italienischen Republik, Filippo Scammacca del Murgo e dell’Agnone aus München, in seinem Grußwort. Und 150 Jahre seien ein sehr ansehnliches Alter für eine Dame. Er blickte zurück – und auf die Gegenwart, „eine eher kritische Phase“, u.a. mit gestiegener Arbeitslosigkeit und zunehmender Spaltung der Gesellschaft.
Oberbürgermeister Ulrich Maly schaffte es in seinem Festvortrag einmal mehr, italienische wie deutsche Herzen zu begeistern. Natürlich könne man bei dieser Gelegenheit über Goethe und Dürer sprechen, oder über die Weisheit, „dass die Deutschen die Italiener lieben, aber nicht schätzen, und die Italiener die Deutschen schätzen, aber nicht lieben.“ Oder über die Liebeswellen, die ab dem 18. Jahrhundert von Deutschland über Italien hinwegschwappten und natürlich über den „Irrtum, man könnte sich die unerträgliche Leichtigkeit des Seins mit Parmesanreiben erkaufen oder mit Wein ersaufen“.
Heiterkeit wie Nachdenklichkeit durchflutete den Saal, ob Maly Berlusconi ins Visier nahm oder jene, die ihn allesamt nicht gewählt haben wollen. „Ist die italienische Demokratie mit der Unterschiedlichkeit ihrer Stämme womöglich ein Erfolgsprojekt für die Einheit?“, fragte der OB. Ja, über all das und mehr könnte er reden – „aber würden wir Deutschen die Italiener dann besser verstehen?“ Stille im Saal. „Bleibt, wie ihr seid!“, resümierte er charmant. „Das mit dem Ändern ist ohnehin schwierig.“
Die Dante-Gesellschaft organisiert Sprachaufenthalte in Treviso. Weitere Infos unter www.dante-alighieri.de
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Mo. 14.05.12