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Ein Montagmorgen gegen 7.30 Uhr. Es herrschen zweistellige Minusgrade. Trotzdem hat Julian Menzel mit gelber Warnweste und einer roten Kelle bewaffnet seinen Dienst angetreten. Freiwillig, dies kann man nicht oft genug sagen. Der Zwölfjährige ist seit 2011 Schülerlotse an der Scharrerschule. „Zuerst musste ich während eines zweitägigen Kurses die Regeln über richtiges Verhalten im Straßenverkehr lernen. Danach wurde das neue Wissen bei einer Lotsenprüfung abgefragt“, erklärt Menzel. Einmal pro Woche wacht der Schüler über die Sicherheit seiner Kameraden.
Auch der 14-jährige Marty Continanza ist bei der Party anwesend und berichtet gerne über seinen Job als Schülerlotse. Solange er zur Schule geht, wolle er die ehrenamtliche Tätigkeit ausführen. Obwohl diese auch unschöne Seiten habe. Manchmal werde er von Mitschülern gefoppt. „Einmal hat sich ein Autofahrer beschwert, als ich den Verkehr aufhielt. Dabei benutzte der Mann sogar ein Schimpfwort“, erinnert sich Continanza.
Seit Bestehen des Schülerlotsendienstes hat sich hierzulande kein tödlicher Unfall an einem von Lotsen gesicherten Weg ereignet. „Es ist toll, dass wir solch einen ambitionierten Nachwuchs haben“, unterstreicht Harald Gläser. Der Polizeihauptkommissar ist für die Verkehrserziehung der Lotsen mitverantwortlich. „Mädchen für alles“, so bezeichnet Gläser seinen Tätigkeitsbereich. Er muss dafür sorgen, dass die Kinder ein Gespür für die Sicht- und Verhaltensweisen anderer Verkehrsteilnehmer entwickeln. „Doch genauso wichtig ist es zu garantieren, dass der Spaß nicht zu kurz kommt.“
Der Job des Schülerlotsen sei sicherlich nichts für Drückeberger. Man müsse früh auf der Straße stehen. Egal, ob es regnet oder schneit. Deshalb wolle man den Nürnberger Schülern auch einen schönen Nachmittag bereiten. Dazu gehört ein Imbiss und als Showeinlage der Auftritt einer Samba-Truppe. Doch der Höhepunkt ist die große Tombola. Die Hauptpreise sind zwei nagelneue Mountain-Bikes.


