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Stadium I: das wohlriechende Umwerben. Für das erste, zweite, dritte (...) Date wappnet sich jeder Flirtpartner literweise mit Parfum, Deo oder anderen Kosmetika. Mann und Frau wollen ja gut duften. Eigentlich wissen sie zwar, dass der körpereigene Duft allein über die Anziehung entscheidet, aber sicher ist sicher. Apropos körpereigen: Außer den Duftstoffen soll natürlich nichts den Körper verlassen – also, gar nichts.
Stadium II: muskuläre Defizite. Wenn die menschlichen Bedürfnisse die Schmetterlinge im Bauch tot gekriegt haben, wird die Körperspannung etwas laxer. Nun kann schon mal etwas passieren. Das klingt dann ungefähr so. Bei ihr: „Ups, das ist mir ja noch nie...“ Hysterisches Gekicher. Bei ihm: „Was, echt?!“ Kurbelt das Fenster runter. Manche Menschen versuchen auch, mir ihre üblen Gerüche oder peinlichen Geräusche unterzuschieben. Was für ein Blödsinn. WENN ich es war, gucke ich extrem unbeteiligt-verträumt in die Luft oder tue ganz erschrocken – da kommt keiner drauf.
Stadium III: Authentizität. Der erste große Krach ist überstanden, der Schwiegereltern-Test vorüber und man ist immernoch zusammen? Was jetzt kommt, hat die Band „Die Doofen“ meisterlich besungen und lässt sich in etwa so zusammenfassen: „Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke, denn sonst sag’ ich winkewinke und goodbye.“
Männern fällt es tendenziell einfacher, ganz sie selbst zu sein. Das Einmaleins der Körperpflege, das die Frau am Anfang der Beziehung sicherheitshalber abgefragt hat (1x täglich duschen, 2x täglich Zähneputzen, 3x die Woche rasieren) klingt aus seinem Mund plötzlich ganz anders: „Nur weil ich EINmal so müde war, kannst Du mir doch nicht ZWEI mal vorwerfen, dass ich mir vor dem Schlafengehen nicht die Zähne putze!“
Passiert das DREI mal die Woche, kann sie das wohl. Denn frau interpretiert nachlassende Körperpflege als ein Zeichen fehlenden Umwerbens (siehe Phase 1).
Ein schwieriges Dilemma, das möglichst zeitnah gelöst werden muss. Denn eine Gesundheitsstudie hat ergeben, dass bei Menschen ab 50 Jahren der Geruchssinn stark nachlässt – vor allem bei Männern.


