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„Der Club ist für mich eine große Chance, die knackigen Spieler anzuschauen“, sagt die Seniorin darin im Brustton der Überzeugung.
Es sind Szenen wie diese, authentisch, lustig, stimmungsvoll, welche die vier FCN-Image-Filme auch jetzt noch, mehr als einen Monat nach ihrer Veröffentlichung, zu Klicklieblingen machen.
Die Kurzfilme, die anlässlich des 111-jährigen Gründungsjubiläums des Vereins in den vergangenen Wochen in vier Teilen unter dem Titel „Liebeserklärung an den Club“ auf der Vereins-Homepage, der Facebook-Seite des 1.FC Nürnberg sowie über Youtube zu sehen sind und für die neben vielen ganz normalen Fans auch Prominente wie Oberbürgermeister Ulrich Maly vor der Kamera standen, wurden bislang insgesamt knapp 90000 Mal geklickt. Allein der erste Teil wurde bislang fast 34000 Mal aufgerufen. „Die Resonanz auf die Filme ist super“, sagt Arndt Sonneck, Mitarbeiter der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim 1.FCN. Freilich habe den Verantwortlichen die sportliche Situation mit Tabellenplatz sechs dabei zusätzlich in die Karten gespielt. „Wenn es dem Club schlecht gegangen wäre, hätten wir mit der Aktion sicher noch ein bisschen gewartet“, meint Sonneck.
Mit den Filmen wurden verschiedene Ziele angestrebt. Einerseits sollen sie die Fans zum Nachdenken anregen: „Schließlich verbindet jeder Fan mit dem Club etwas, das für ihn bedeutsam ist“, meint Sonneck. Sie sollen weiterhin zeigen, wie vielschichtig und facettenreich der Verein ist, mit seiner langen Tradition, seiner Historie, all den Höhen und Tiefen.
Und sie sollen dem Verein zum 111.Geburtstag möglichst viele Neumitglieder bescheren, die aktuelle Zahl von knapp unter 10000 um mindestens 11111 neue Mitglieder mehr als verdoppeln – so zumindest lautet die Vorgabe. Ab 1. Juli startet der FCN eine große Mitgliederkampagne, die ebenfalls dazu beitragen soll.
Wie viele sich letztlich aufgrund der Filme zu einer Mitgliedschaft entschließen, dürfte nur schwer auszumachen sein. „Was wir auf jeden Fall erreicht haben, ist, dass die Filme wahrgenommen werden und die Reaktionen durchweg positiv sind“, sagt Sonneck. Bald soll ein fünfter Teil gedreht werden, hierfür ruft der Verein die Fans schon jetzt offiziell zum Mitmachen auf: Unter den originellsten und emotionalsten Einsendungen sucht eine Jury die besten aus. Die Gewinner dürfen im nächsten Teil selbst als Schauspieler vor der Kamera stehen. Was die Filme so beliebt macht, ist vor allem auch die Zusammensetzung der darin auftretenden Protagonisten. Die 33 Personen, die in den jeweils knapp 90-sekündigen Sequenzen auftreten, sind authentisch, kein einziger Schauspieler ist darunter. Es sind ganz normale Fans jeden Alters, die das Redaktionsteam über persönliche Verbindungen oder über die FCN-Fanbetreuung gewinnen konnte.
Es sind Menschen wie Elisabeth Hilburger, seit 1956 Clubfan, seit 35 Jahren Dauerkartenbesitzerin und glühende Christian-Eigler-Verehrerin, die, so oft es geht, der Mannschaft ins Trainingslager nachreist. Menschen wie Manfred Pesl, in Zabo aufgewachsen, Cluberer seit seinem sechsten Lebensjahr, wie er stolz erzählt. Im vierten Teil sieht man den 70-Jährigen mit einem kleinen Mädchen an der Hand vor dem Max-Morlock-Denkmal stehen und in Erinnerungen schwelgen.
„Der Club war immer schon ein großer Teil meines Lebens und eine große Freude für mich“, begründet Pesl, weshalb er sich nicht lange hat bitten lassen, als er um Mitarbeit gebeten wurde.
Es treten auch allerhand prominente Nürnberger in den Kurzfilmen auf: Die Politiker Dagmar Wöhrl und Ulrich Maly, die FCN-Legenden Andreas Köpke, Hans Meyer, Marek Mintal und Franz Brungs – und auch aktive Spieler wie Javier Pinola, Raphael Schäfer oder Marvin Plattenhardt melden sich zu Wort. Idee und Konzept für die Filme stammen ebenfalls von einem bekennenden Club-Fan. Etwa vor einem Jahr, auf dem Heimweg von einem Stadionbesuch, sei ihm die Idee gekommen, erzählt Regisseur Christian Herzer. Der gebürtige Igensdorfer (Kreis Forchheim), der in München Film- und Fernsehen studiert hat, wandte sich an die FCN-Verantwortlichen. Die waren von der Idee begeistert. „Mir wurde bei der Umsetzung viel freie Hand gelassen, vieles hat sich auch erst während des Drehs ergeben“, erzählt Herzer. Da die Dreharbeiten innerhalb eines Monats über die Bühne gehen mussten, sei der Zeitplan oft recht eng gesteckt gewesen, „zumal wir ja die Protagonisten wie den Oberbürgermeister oder die Spieler während des Trainings auch nicht allzu lange beanspruchen wollten“, sagt Herzer.
An die Drehtage erinnert sich der 24-Jährige gerne zurück. „Die drei Damen beim Kaffeekränzchen waren der Knaller“, berichtet er. Die Club-Profis hätten allesamt viel Spaß mitgebracht. Und mit dem ehemaligen Club-Trainer Hans Meyer sei es besonders lustig gewesen.
Seine persönliche Lieblings-Sequenz aber ist die Szene mit dem ehemaligen Meisterspieler Franz Brungs. „Er hatte mit Kamerateams nicht so viel am Hut, deshalb war einiges an Überzeugungsarbeit nötig“, sagt Herzer. Beim Dreh sei er schließlich von Minute zu Minute mehr aus sich herausgegangen.
Die Szene, in der Brungs auf dem heimischen Sofa sitzt, ein dickes Album mit Bildern und Zeitungssausschnitten früherer Erfolge durchblättert und davon erzählt, dass der Club für ihn die schönste Erinnerung sei, ist für Regisseur Herzer immer wieder aufs Neue sehr emotional: „Da kriege ich jedes Mal wieder Gänsehaut, wenn ich das sehe.“

Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12