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Eine sehr schöne Frau sei seine Schwiegermutter gewesen, sagt Wilhelm Köstler. Das habe auch ihr Mann immer gesagt. Der ist zwar leider bereits 1991 verstorben, die Liebe wirkt aber in Margareta Fuß nach. Auf die Frage nach dem schönsten Tag in ihrem Leben kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Das war, als ich meinen Mann kennengelernt habe.“
Stets sei er „lieb und brav“ gewesen. Er konnte aber das Gleiche auch von ihr erwarten, erklärt die Jubilarin das simple Rezept für eine gelungene Ehe. „Wenn die Frau bös’ ist, dann ist der Mann auch bös’.“
Wilhelm Köstler ist froh, eine so liebe Schwiegermutter zu haben. „Ich bin jetzt 52 Jahre mit ihrer Tochter verheiratet, und Margareta und ich haben uns von Anfang an geschätzt und gemocht. Das kann nicht jeder über seine Schwiegermutter sagen!“ Tochter Ingrid Köstler besucht ihre Mutter jeden zweiten Tag.
Sohn Günter Fuß wohnt zwar in Neumarkt, holt die alte Dame aber alle zwei Wochen ab, um Ausflüge mit ihr zu machen. Die freut sich sehr über die willkommene Abwechslung: „Ich bin gern in der Natur“, sagt Margareta Fuß. Mal fahren die beiden gemeinsam mit der Straßenbahn nach Erlenstegen und gehen dort spazieren, mal fahren sie nach Neunhof und der Sohn schiebt seine Mutter bis nach Buchenbühl, zurück fahren sie mit dem Bus. Auch in Worzeldorf waren sie schon.
Früher war Margareta Fuß selbstständige Schneiderin, und eine sehr gute noch dazu, wie Sohn Günter betont. „Der Beruf hat mir viel Spaß gemacht“, sagt die Jubilarin. Vor allem Faschingskostüme schneiderte sie gern. Leider kann sie inzwischen keine Handarbeiten mehr machen, auch das Lesen fällt ihr schwer. „Da bekomme ich immer Kopfschmerzen.“
Obwohl es ihr körperlich recht gut geht, macht ihr die Schwerhörigkeit zu schaffen. Die Kommunikation mit den anderen Bewohnern im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin ist dadurch schwierig. Umso glücklicher ist sie über die häufigen Besuche ihrer Familie – zwei Urenkel hat Margareta Fuß bereits, der dritte ist unterwegs.
Die Geburtstagstafel im Café des Heims ist gut gefüllt, es werden sogar noch zusätzliche Tische gebraucht. Auch die hochschwangere Enkelin hat den Weg hierher gefunden. Und Bürgermeister Dr. Klemens Gsell überreicht der 100-Jährigen Urkunde und Medaille. Margareta Fuß ist umringt von Menschen, die sie feiern möchten – und wirkt davon fast ein wenig überwältigt.


