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MUZ: Nürnbergs wildestes Wohnzimmer

Seit fünf Jahren prägt der Club der Musikzentrale die Musikszene der Stadt - 19.01. 19:00 Uhr

Nürnberg  - Schwer zu sagen, was erstaunlicher ist: Dass der MUZ-Club schon seit fünf Jahren besteht? Oder, wie die Nürnberger Musikfans früher ohne diesen Laden leben konnten? Am Samstag feiert der MUZ-Club Jubiläum mit drei namhaften Bands.


Im ersten Stock fördert das MUZ-Team regionale Bands.
Im ersten Stock fördert das MUZ-Team regionale Bands.
Foto: Frank Schuh
Im ersten Stock fördert das MUZ-Team regionale Bands.
Im ersten Stock fördert das MUZ-Team regionale Bands.
Foto: Frank Schuh

Kaum ein anderer Club bringt so viele Bands auf die Bühne und keiner bietet diese Mischung: Lokale Helden und Geheimtipps ebenso wie internationale Musiker. Dazu herrscht hier ein Wohlfühlklima, das kommerziell ausgerichtete Veranstalter niemals hinbekommen. Macher und Besucher feiern zusammen, die Zahl der Stammgäste ist hoch. Die Atmosphäre erinnert an ein Wohnzimmer – in dem allerdings keine Zimmerlautstärke herrscht.

Immer wieder hat der MUZ-Club klangvolle Namen im Programm. Doch die große Stärke liegt darin, dass gerade die unbekannten Bands einen Besuch wert sind. Hier kann man zu wahren Freundschaftspreisen Geheimtipps entdecken, die später Erfolge feiern. „Bonaparte haben bei uns vor 80 Besuchern gespielt, noch bevor sie ihre erste Platte gemacht hatten“, erinnert sich die Programmleiterin Eva Bär. „Heute füllen sie Hallen mit 1500 Leuten. Aber die Show war schon damals bei uns sehr wild und nackt!“


Auf der Bühne geht es oft wild zu, doch die Atmosphäre ist im MUZ-Club freundlich und familiär. Im Bild: Die Bands Bonaparte
Auf der Bühne geht es oft wild zu, doch die Atmosphäre ist im MUZ-Club freundlich und familiär. Im Bild: Die Bands Bonaparte
Foto: Frank Schuh
Auf der Bühne geht es oft wild zu, doch die Atmosphäre ist im MUZ-Club freundlich und familiär. Im Bild: Die Bands Bonaparte
Auf der Bühne geht es oft wild zu, doch die Atmosphäre ist im MUZ-Club freundlich und familiär. Im Bild: Die Bands Bonaparte
Foto: Frank Schuh

Zu den schönsten Konzerterlebnissen in den letzten Jahren zählt der MUZ-Öffentlichkeitsarbeiter Michael Arnold Auftritte von The Robocop Kraus und Urlaub in Polen – die auch bei Eva Bär bleibenden Eindruck hinterließen. „Und dann hatten wir da noch ein Konzert von Keane: Eine britische Band, die sonst eher vor 5000 Fans spielt, aber für einen Radiosender auf einer kleinen Clubtour war. Niemand hat uns geglaubt, dass die kommen, alle dachten an einen Scherz“, erzählt sie.

„Aber sie kamen eben doch, mit zwei 40-Tonnern voller Ausrüstung. Unsere komplette Technik wurde ausgetauscht, für einen Live-Mitschnitt haben sie auch noch ein größeres Mischpult aus München liefern lassen. Und dann haben die hier auf einer nur 60 Zentimeter hohen Bühne vor 200 Leuten gespielt. Das war abgefahren – für uns, aber wohl auch für die Band.“


The Johnny Komet
The Johnny Komet
Foto: PR
The Johnny Komet
The Johnny Komet
Foto: PR

Vor gut sechs Jahren zog die Musikzentrale in der Kernstraße aus und ließ sich ein paar Straßen weiter nieder, gleich hinter dem Rio-Kino: im ersten Stock des leerstehenden Gebäudes in der Fürther Straße 63. Und im Erdgeschoss sollte es endlich einen dazugehörigen Club geben. „Der Raum war leer, es gab nur eine Theke – aber keine Bühne, Technik, Einrichtung... Wir haben alles in ehrenamtlicher Arbeit selbst gemacht: Gelder generiert, organisiert und gebastelt“, erzählt Eva Bär. „Und wir wollten den Club erst aufmachen, wenn er uns wirklich gefällt. Deshalb hat es nochmal ein Jahr gedauert.“

Inzwischen ist der MUZ-Club das bekannteste Aushängeschild der Musikzentrale – die bereits seit 27 Jahren existiert und der älteste Verein dieser Art in ganz Bayern ist. Rund 90 Mitarbeiter, darunter viele Ehrenamtliche, machen heute mit. Das Kernteam besteht aus einem Dutzend Enthusiasten, die fast alle selbst Musiker sind. Schwerpunkt des Vereins ist die Förderung der lokalen und regionalen Musikszene: mit Angeboten wie einem Bandbus, Proberäumen, Studioaufnahmen, Vermietung von Ausrüstung und Beratung.


Im Erdgeschoss hört man live Kostproben im Club.
Im Erdgeschoss hört man live Kostproben im Club.
Foto: Frank Schuh
Im Erdgeschoss hört man live Kostproben im Club.
Im Erdgeschoss hört man live Kostproben im Club.
Foto: Frank Schuh

Bei der Fünf-Jahres-Feier ihres Clubs kann die Musikzentrale nun aus dem Vollen schöpfen. Am kommenden Samstag knallen ab 20.30 Uhr die Korken. Auf der Bühne stehen die schwedischen Indie-Folkrocker Golden Kanine, die Leipziger Bluespunks 206 und The Johnny Komet, eine neue Nürnberger Band aus dem Umfeld der Great Bertholinis. Und MUZ-Sprecher Michael Arnold legt den Musikfans noch eine weitere Veranstaltung ans Herz: Am 1. Februar spielt Dear Reader tiefgründigen Pop zwischen Melancholie und Lebenslust.

Jubiläumsfeier am Sa., 21. Januar, ab 20.30 Uhr in der Fürther Straße 63.

 



Erik Stecher

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