In einer Zeit, als die Grünen sich gerade erst aufmachten, den Menschen ökologisches Denken beizubringen. Imhof ist konsequent in dem, was er tut. Deshalb kann er sich mit seinem kleinen Betrieb in der Dürrenhofstraße auch heute noch gegen die Großen behaupten – und gegen die Billigen: die Discounter mit ihren Backautomaten und die Selbstbedienungsbuden.
Seit 92 Jahren gibt es die Bäckerei Imhof, seit zwei Wochen sind die jüngsten Umbauarbeiten abgeschlossen. Der Laden ist größer geworden, eine breite Fensterfront bietet Einblicke und Ausblicke – jenen, die sich in der neuen Sitzecke auf Bänken und Stühlen niederlassen und Pause machen. Aber es sind nicht nur räumliche Veränderungen, die Imhof vorgenommen hat. Ab sofort gibt es die Elisenlebkuchen, die er bäckt, nicht mehr nur in Bioqualität, sie bestehen auch aus fair gehandelten Zutaten: die Kouvertüre stammt aus der Schokoladenmanufaktur Zotter, die ihren Sitz in der Steiermark hat und sich nicht nur der Bio-Bewegung, sondern schon lange auch dem gerechten Handel verschrieben hat. Und gesüßt wird mit Mascobado-Zucker, der auf den Philippinen hergestellt wird. Neun Wochen hat Imhof auf seine Zucker-Bestellung warten müssen. Geordert hat er eine halbe Tonne, jeweils in 25-Kilo-Portionen, ein Extra-Anliegen, für das er auch einen höheren Preis in Kauf nimmt. Denn normalerweise wird die Ware in 80-Kilo-Säcke verpackt. Er wolle aber weder den Produzenten vor Ort noch seinen Mitarbeitern in der Bäckerei eine solche Schlepperei zumuten.
„Die ökologische Idee verfolge ich schon lange“, sagt Herbert Imhof. „Jetzt wollte ich noch einen Schritt weitergehen.“ Nürnberg gehöre zu den Fairtrade-Citys. Und dazu wolle auch er seinen Teil beitragen. Im August 2010 ist die Stadt für ihr Bemühen um die Förderung des fairen Handels von Transfair e.V. mit einer Urkunde ausgezeichnet worden – unter anderem weil in allen städtischen Kantinen fair gehandelte Produkte angeboten werden und weil es in Nürnberg eine ganze Reihe von Restaurants und Geschäften gibt, denen die Fairtrade-Bewegung am Herzen liegt und die dementsprechend sortiert sind (die NZ berichtete).
Wer in Imhofs Laden zum Kaffeetrinken kommt, kriegt nun ebenfalls ein Produkt aus fairem Handel vorgesetzt. Die Resonanz darauf sei sehr positiv, sagt Imhof. Auch wenn die Tasse jetzt 1,70 Euro statt 1,50 Euro koste. „Geiz ist eben nicht mehr geil. Es ist eine Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft feststellbar.“ Ihn bestärkt das, weil er überzeugt davon ist, dass jeder einen kleinen Teil dazu beitragen kann, die Welt ein bisschen besser zu machen. Solidarität ist ihm wichtig. Und er freut sich natürlich über die Solidarität seiner Kunden. „Die ist nämlich für uns Kleine enorm wichtig.“
Am Samstag, 15. Oktober, findet in der Bäckerei Imhof (Dürrenhofstraße 29) von 10 bis 14 Uhr eine Eröffnungsfeier statt. Es spielt u.a. eine Band, Kinder dürfen selbst backen.
Do. 23.02.12
Do. 23.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12
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