Die Foto-Dokumentation stellt zwei Projekte vor, in denen ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgezahlt wurde: das eine in Brasilien, das andere in Namibia. Flankiert wird die Ausstellung von weiteren Veranstaltungen.
So findet am Samstag, 23. Juli, ab 10 Uhr am Prinzregentenufer neben dem Biergarten auf der Wöhrder Wiese ein „Bedingungsloses Frühstück“ statt, das um 13.30 Uhr in einen „Festzug mit Krönungswelle“ mündet. Dieser führt durch die Innenstadt.
Am Sonntag, 24. Juli, spricht Günter Grzega, ehemaliger Sparda-Bank Vorsitzender, über das Grundeinkommen. Am Donnerstag, 28. Juli, gibt es um 18 Uhr im Eckstein ein Bürgergespräch mit Enno Schmidt, dem Autor des Films „Grundeinkommen“. um 19.30 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion unter anderem mit der ehemaligen SPD-Familienministerin Renate Schmidt und Günter Gerhardinger, Professor an der Ohm-Hochschule.
Die Ausstellung in der Sebalduskirche läuft bis 31. Juli. Ernste Gesichter blicken aus den Fotos, nur manchmal blitzt ein Lächeln oder Lachen auf. Im Hintergrund sieht man einfachste Unterkünfte: Bretter- oder Blechverschläge, Dokumente der Not. Skeptisch sind sie, die Ärmsten der Armen, in Namibia und in Brasilien, misstrauisch gegenüber dem Leben. Zu Recht. Brasilien zum Beispiel ist eines der Länder mit den größten Einkommensunterschieden. Zehn Prozent der Brasilianer verdienen mehr als die Hälfte der Einkommen im Land. Namibia gilt als eines der reichsten Länder Afrikas, doch davon profitieren nur wenige in der Bevölkerung des Staates.
In Brasilien gibt es seit 2004 ein Gesetz, das langfristig ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle vorsieht. Die Ausstellung dokumentiert ein Pilotprojekt, das die Organisation ReCivitas in dem kleinen Ort Quantiga Velho bei Sao Paulo ins Leben gerufen hat. Den Initiatoren war die Umsetzung des Gesetzes zum bedingungslosen Grundeinkommen von staatlicher Seite aus zu zäh. Unterstützung erhielten sie von Senator Eduardo Suplicy, der darin eine Möglichkeit sieht, Armut und Konflikte einzudämmen bzw. die Armutskriminalität zu bekämpfen.
In Namibia wurde in dem Dorf Otjivero-Omitara nordöstlich von der Hauptstadt Windhoek zwei Jahre lang, 2008 und 2009, im Rahmen eines Pilotprojektes ein bedingungsloses Grundeinkommen an alle Einwohner ausgezahlt. Bereits 2002 hatte eine Regierungskommission ein steuerfinanziertes Grundeinkommen vorgeschlagen, umgesetzt wurde der Vorschlag von der Regierung nicht. Das Pojekt in Otjivero-Omitara wurde finanziert von einer Koalition aus Kirchen, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Aids-Hilfe-Organisationen sowie zwei Sozialforschungsinstituten.
Das Resultat: Das bedingungslose Grundeinkommen schaffe Bildungschancen und Arbeitsplätze und senke die Kriminalität. Seit Auslaufen des Projekts erhalten die Bezieher ein „Überbrückungsgeld“ aus Spendengeldern. Von seiten der Koalition, die das Pilotprojekt finanziert hatte, hieß es, Namibia habe die Ressourcen für ein landesweites Grundeinkommen. Das umzusetzen, sei „nur eine Frage des politischen Willens.“
Do. 23.02.12
Do. 23.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12