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Nürnberger Band rockt in Afghanistan

Dagmar Wöhrl zu Gast bei den "M*Bates" - 19.07. 18:17 Uhr

Nürnberg  - Rockbands bedienen schon lange nicht mehr nur das Klischee "Sex, Drugs and Rock’n’Roll". Immer mehr Musiker engagieren sich und Benefizkonzerte erfreuen sich wachsender Besucherzahlen. Was die Nürnberger Band "M*Bates" auf die Beine stellt, ist jedoch einzigartig.


Die Musiker der Rockgruppe „M*Bates“ beim Besuch von Dagmar Wöhrl in ihrem Proberaum. Von links nach rechts: Manfred Hänsler, Dagmar Wöhrl, Christian Petzold, Michael Petzold, Mario Wilde.
Die Musiker der Rockgruppe „M*Bates“ beim Besuch von Dagmar Wöhrl in ihrem Proberaum. Von links nach rechts: Manfred Hänsler, Dagmar Wöhrl, Christian Petzold, Michael Petzold, Mario Wilde.
Foto: Harald Sippel
Die Musiker der Rockgruppe „M*Bates“ beim Besuch von Dagmar Wöhrl in ihrem Proberaum. Von links nach rechts: Manfred Hänsler, Dagmar Wöhrl, Christian Petzold, Michael Petzold, Mario Wilde.
Die Musiker der Rockgruppe „M*Bates“ beim Besuch von Dagmar Wöhrl in ihrem Proberaum. Von links nach rechts: Manfred Hänsler, Dagmar Wöhrl, Christian Petzold, Michael Petzold, Mario Wilde.
Foto: Harald Sippel

Die komplette Gruppe reist mit der Unterstützung durch die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl nach Afghanistan, um für dort stationierte Soldaten zu spielen. Gestern besuchte die Politikerin die Band in ihrem Übungskeller.

Bassist Mario Wilde stellt bereits seit 2009 das „Dosti-Benefizfestival“ auf die Beine, bei dem Geld für die Kinderhilfe Afghanistan gesammelt wird. Auch hier ist das steigende Interesse für das Thema spürbar. „Im ersten Jahr hatten wir nur regionale Bands beim Festival, beim letzten Dosti waren dann sogar die Chartstürmer von den ,Killerpilzen‘ bei uns im Programm“, so Mario Wilde. Mit den Einnahmen von bisher 3500 Euro wurden Projekte wie der Bau eines Waisenhauses am Hindukusch unterstützt.

Beim ersten Benefizfestival in der Luise fehlte jedoch ein Bandmitglied: Gitarrist Mike Petzold war zu dem Zeitpunkt als Ausbilder in Mazar-i-Sharif stationiert und wurde über eine Leinwand live zugeschaltet. So entstand auch die Idee der Tour für Soldaten. „Wir möchten deutschen Soldaten, die unter schwierigen Bedingungen in Afghanistan ihren Dienst tun, unsere Annerkennung und Solidarität zum Ausdruck bringen“, sagt Mike. Mit ihrer Musik bringen sie etwas Abwechslung in den Lageralltag und ein Stück Heimat in die Fremde, denn ein derartiger Einsatz stellt neben den körperlichen Anstrengungen auch eine psychische Belastung dar.

Dagmar Wöhrl ist stolz auf das Engagement aus Nürnberg

Die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag, Dagmar Wöhrl, unterstützt das Vorhaben seit der ersten Stunde: „Mir hat die Idee von Anfang an gut gefallen und ich bin stolz, dass gerade aus Nürnberg ein solches Engagement kommt.“ Erst durch ihre Hilfe konnten bürokratische Hürden gemeistert und die Konzerte im August in vier Lagern organisiert werden. So spielen die Musiker selbstverständlich ohne Gage. Transport, Unterbringung vor Ort und Verpflegung werden von der Bundeswehr übernommen.

Gerechnet wird mit 200 bis 1000 Zuhörern pro Auftritt. Neben den deutschen Soldaten können aber auch die in Afghanistan stationierten Soldaten und Polizeikräfte aus Amerika, Kroatien, Ungarn und der Türkei die „M*Bates“ live erleben.

Bereits seit 2002 machen sie gemeinsam Musik, haben mit ihrem „Gute Laune Collage Rock“ diverse Konzerte und auf Festivals gespielt und wurden für den Deutschen Rock- und Poppreis 2004 und 2005 nominiert. Trotzdem stellt ein solches Vorhaben sie vor eine ganz neue Herausforderung. „Wir wissen ja, was uns vor Ort erwartet, deshalb nehmen wir auch das Equipment fast vollständig von hier mit“, so Sänger und Gitarrist Christian Petzold.

So sind viel Eigeninitiative und Improvisationstalent gefragt, um das Vorhaben umzusetzen. Auch das Publikum dürfte ein anderes sein, als sie es von ihren Fans gewohnt sind. Damit aber möglichst viele etwas von dem Konzert haben, spielen sie in ihrem zweieinhalbstündigen Set neben eigenen Songs auch viele Cover-Nummern. „Als Zuhörer freut man sich, wenn man den ein oder anderen Song kennt und mitsingen kann, daher haben wir uns entschieden, auch Klassiker wie ACDC, Green Day und 3 Doors Down zu spielen“, sagt Schlagzeuger Manfred Hänsler. „Da ist dann für jeden etwas dabei.“ 



Olivia Barth-Jurca

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