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In frischem Gewand präsentiert sich das Germanische Nationalmuseum Nürnberg (rund 311000 Besucher im Jahr 2011) im Internet: Seit dem 22. Dezember letzten Jahres gibt es einen neu gestalteten Online-Auftritt, gerade mal eine gute Woche alt ist die Möglichkeit, im Online-Shop – der entsprechende Button prangt auf der Startseite – Tickets zu erwerben. Der Hauptgrund für diese Neuerung sei die im Mai beginnende Sonderausstellung „Der frühe Dürer“, so GNM-Sprecherin Andrea Langer. Da erwartet das Museum einen Besucheransturm, bereits jetzt haben sich 500 Gruppen angemeldet. Mit einer Kreditkarte und einer Mailadresse könne man die Eintrittskarte kaufen und am heimischen Drucker ausdrucken, so Langer. Dabei handelt es sich um Tagestickets, es gibt also keine Zeitfenster, die den Eintritt und damit die Besucherströme regulieren.
Neben einem zeitgemäßen Design der GNM–Homepage sei es wichtig gewesen, die Bereiche Besuchermuseum und Forschermuseum zusammenzuführen, so Langer. Für den virtuellen Museumsbesucher hat das den Vorteil, dass er vom heimischen Computer aus mit wenigen Klicks viele vertiefende Informationen gewinnen kann. Und das nicht nur über die Sonderausstellungen und die Bestände in den Sammlungen, sondern auch über die aktuelle Forschungsprojekte.
www.nmn.de
Beim Neuen Museum Nürnberg wird es noch bis Mitte des Jahres dauern, bis der Web-Auftritt runderneuert wird. „Unsere momentane Homepage ist zehn Jahre alt, und das sieht man ihr auch an“, sagt NMN-Pressesprecherin Eva Martin. Angesichts der Entwicklungsgeschwindigkeit des Internets ist das eine halbe Ewigkeit, und so bietet das NMN im Moment auch nur wenig Möglichkeiten, vertiefende Informationen über die Sammlungen für zeitgenössische Kunst und für Design zu gewinnen. Und die blauen Balken und Vierecke, die den virtuellen Besucher auf der Startseite begrüßen, erinnern eher an ein abstraktes Kunstwerk, statt ihre Funktion zu enthüllen und zu erfüllen. Denn eigentlich sollen sie über die Dauer der aktuell laufenden Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen informieren. Dazu muss man die Balken aber erst mit dem Mauszeiger berühren. Tut man dies zu schnell, zucken die Textfelder jeweils nur kurz auf – verwirrend.
Auch nach dem Neustart werde es auf der Homepage des NMN keine Möglichkeit geben, Online-Tickets zu kaufen, so Eva Martin. Als Museum für zeitgenössische Kunst und für Design (2011 rund 70000 Besucher) sei die zu erwartende Nachfrage einfach zu gering, als dass sich solch eine Investition lohne
www.staatstheater-nuernberg.de
Dass im Staatstheater Nürnberg als Flaggschiff des hiesigen Kulturlebens eine Menge los ist, will schon dessen Startseite beweisen. Sie ist mit selbstständig wechselnden Fotos der aktullen Spielplan-Produktionen unterlegt, was einen zu statischen Eindruck verhindert. Neben den offiziellen Sparten Oper, Schauspiel und Ballett, treten die Konzerte und der Jugend- und Nachwuchsbereich U18plus gleichberechtigt auf. Darüber hinaus hat man die Wahl zwischen den aktuellen Monatsspielplänen oder den Premieren und Wiederaufnahmen einer Sparte. Zum selbstverständlichen Standard solcher Internetseiten gehört es auch, dass es vertiefende biografische Informationen zu den verschiedenen Ensemblemitgliedern und Spartenchefs sowie den Gastkünstlern gibt. Auch eine gegenüber der Theaterzeitschrift erweiterte Auswahl der Premierenkritiken gibt es, wobei sich diese trotzdem meist auf die positiven Rezensionen beschränkt.
Große Bedeutung für das Staatstheater hat inzwischen der stark anwachsende Online-Ticketverkauf. Wie Staatstheater-Pressesprecherin Verena Kögler berichtet, wurden in der letzten Spielzeit (2010/11) 34 Prozent der frei verkauften Tickets (also ohne Abonnements) online abgesetzt, was rund 39000 Karten entspricht. Eine Spielzeit vorher waren es noch 24 Prozent (20500 Karten), in der aktuellen Saison sind es schon 39 Prozent. Vor allem beim jeweiligen Vorverkaufsbeginn werde der Online-Verkauf stark genutzt, so Kögler. Die gute alte, quasi analoge Methode des Ticketerwerbs an den Vorverkaufskassen verliert aber keineswegs an Bedeutung, im Gegenteil. Auch hier verzeichnet das Staatstheater Zuwächse. Das ist nur möglich, weil die Gesamtzahl der Besuche pro Saison kontinuierlich steigt: Von 232433 (2008/09) über 240147 (2009/10) auf 279000 in der Saison 2010/11.
Kauft man die Staatstheater-Karten online, hat man zwar meistens die Möglichkeit, den Sitzplatz selbstständig auszuwählen, zu Hause ausdrucken kann man sie jedoch nicht. Ein solches „Print-at-home“-System verursache hohe Anschaffungskosten, so Kögler, und lohne sich nur bei Häusern, die einen hohen Kartenanteil an Touristen verkaufen. Führend in Deutschland sei hier die Dresdner Semperoper, ein Drittel der Karten werden dort über den Fremdenverkehr abgesetzt.
In Nürnberg kann man sich das online gekaufte Ticket an der Kasse abholen oder gegen Aufpreis per Post zuschicken lassen. Gerade auswärtige Besucher hätten davon trotzdem einen Vorteil, weil die Kosten der An- und Rückfahrt per VGN schon im Ticketpreis enthalten seien.
Und auch mit neuen Kommunikationstrends will das Staatstheater Schritt halten. Für Smartphones, den zu Computern gewachsenen Mobiltelefonen, gebe es sei neuestem eine App, also ein Programm, das man sich auf das Smartphone laden kann. Im Moment funktioniert das allerding nur bei i-Phones, eine App für das Betriebssystem Android soll folgen.
www.gostner.de
Ein kleines Privattheater wie das Gostner Hoftheater kann mit solch einer Online-Potenz wie der des Staatstheaters zwar nicht mithalten, bietet aber inzwischen – zumindest bei einigen Gastspielen – die Print-at-home-Funktion an. Allerdings wird man dazu auf ein externes Kartenverkaufsportal umgeleitet. Ansonsten gibt das Gostner zu seinen Produktionen, den Spielstätten und zur Geschichte des Hauses online nur ziemlich sparsame Informationen. Macht aber nichts, dafür behält man leicht den Überblick.
www.kunstkulturquartier.de
Ganz anders verhält es sich, wenn man im Internet die Tafelhalle, die Kunsthalle, das Künstlerhaus oder das Filmhaus besuchen will: Dann landet man jeweils auf den Seiten des Nürnberger KunstKulturQuartiers (KuKuQ). Dieses fasst seit dem Jahr 2007 mehrere städtische Kultureinrichtungen zusammen, auf der Homepage sind 12 aufgeführt, entsprechend unübersichtlich wirkt der Auftritt, man fühlt sich an ein virtuelles Verteilergeschoss erinnert, wo zum Beispiel im Veranstaltungskalender auf engstem Raum Filme, Töpfer- und Schmiedekurse, Lesungen, eine Fahrradwerkstatt, das Treffen einer Computergruppe oder der Künstlerhaus-Biergarten vorgestellt werden.
So demonstriert man Vielfalt – und schafft schnell Verwirrung: nicht zuletzt deshalb, weil in der Bevölkerung immer noch kaum jemand etwas mit dem sperrigen Bürokratie-Kunstwort KuKuQ anfangen kann. Immerhin: Für einige Veranstaltungen, wie der der Tafelhalle, können Karten online gekauft werden.
www.bildungscampus.nuernberg.de
Eine aktuellere Neuschöpfung der Nürnberger Kulturpolitiker ist der Bildungscampus. Unter diesem Begriff sind das Bildungszentrum (BZ) und die Stadtbibliothek vereint, auch online, wobei sich diese Homepage ziemlich spartanisch gibt, weil sie nur zu den entsprechenden Seiten der beiden Einrichtungen weiterleitet und deren tagesaktuelle Veranstaltungen als Programmkalender im pdf-Format auflistet. Das BZ bietet online komfortable Funktionen wie die Kursanmeldung, die Stadtbibliothek hängt im Moment noch mehr der antiquierten Vorstellung vom lediglich abbildenden Internet nach. Anmeldungen und die Beantragung von Benutzerausweisen sind online - noch? – nicht möglich. Immerhin, hat man ein Benutzerkonto angelegt, kann man die Abgabefrist für entliehene Medien verlängern.
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12