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Premiere für die Nürnberger Damenverbindung

Stadtgründungskommers - 17.07. 15:29 Uhr

Nürnberg  - „Ad exercitium salamandri, sind die Stoffe präpariert?“„Sunt!“, antwortet es aus 300 Mündern gleichzeitig. Beginn einer der zahlreichen uralten Traditionen, die den Ablauf des 13. Stadtgründungskommers der Nürnberger Studentenverbindungen bestimmen.


Das so genannte „Salamanderreiben“ gilt seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als höchste studentische Ehrenbezeugung gegenüber einer Person oder Institution.

Seit 1998 treffen sich anlässlich des Nürnberger Stadtgeburtstages auf Initiative des verstorbenen Altbürgermeisters Ludwig Scholz die Brüder der unterschiedlichen Verbindungen im historischen Rathaussaal, um den alten Gepflogenheiten nachzugehen und aktuelle Themen zu besprechen. Und nicht zuletzt: zu singen.

Unter den so genannten Chargierten, den Repräsentanten der jeweiligen Verbindungen, die als einzige den „Wichs“, die traditionell festliche Bekleidung tragen, findet sich in diesem Jahr erstmalig eine Damenverbindung. Die Unitas Caritas Pirckheimer Nürnberg gründete sich vor zwei Jahren als erste studentische Damenverbindung.

Anna Savorra, Anna Körber und Luba Onucko sind stolz, dem Kommers beiwohnen zu dürfen. Und scheinen der leibhaftige Beweis gegen eines der zahlreichen Vorurteile zu sein, mit denen sich Verbindungen seit jeher tragen müssen: Frauenfeindlichkeit. „Die Herren begegnen uns allesamt freundlich und respektvoll“, sagt Onucko. Sie ist eine der sechs Gründerdamen dieser ersten katholischen Damenverbindung in Bayern.

Mit den Prinzipien des Dachverbandes Unitas Franko-Palatia, dem dereinst auch Ludwig Scholz angehörte, können sich alle drei Damen durchwegs identifizieren, wenngleich noch eine kleine Unsicherheit beim Übersetzen der lateinischen Worte „Virtus, scientia, arbitia“ zu erkennen ist. Aber das wird schon noch. Der ausschlaggebende Punkt, sich diesem traditionell männlich dominierten Metier anzuschließen, rührt aus zwei Hauptgründen. Viele der Damen haben Lebensgefährten, die diesen „Lebensbund“ mit einer Verbindung eingegangen sind, und durch die sie die damit verbundenen Traditionen kennen und schätzen gelernt haben. Andere hingegen waren völlig unbefleckt oder gar vorurteilsbelastet, bis sie sich bereiterklärt hatten, an einer der so genannten „Kneipen“, der Feiern, teilzunehmen. Und sich hierbei prompt so wohlgefühlt haben, dass sich entschlossen, der Unitas beizutreten. Eine solche Kneipe findet auch am kommenden Samstag, 23. Juli, im Caritas-Pirckheimer-Haus im Anschluss an den Gottesdienst um 17.45 Uhr in St. Klara statt.

Von der vielbeschimpften Saufveranstaltung ist der Kommers im Übrigen weit entfernt. Weit entfernt hielt sich leider auch Festredner Prof. Dr. Ekkehard Wagner, der seinen Auftritt für den 17. Statt 16. Juli verortet hatte. Eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung dieses Fauxpas findet sich im kommenden Jahr zum Stadtgeburtstag, wenn es wieder heißt „Herrlicher Cantus verklungen. Silentium ex. Colloquium.“ 



Katharina Wasmeier

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