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Radler entdecken das Navi

Immer mehr Tourenfahrer schwören auf GPS-Geräte - 17.06. 18:08 Uhr

Nürnberg  - Navigationssysteme sind aus den meisten Autos nicht mehr wegzudenken: Einfach den Straßennamen eingeben, der Stimme aus dem Lautsprecher folgen und schon ist das Ziel erreicht. Radfahrer haben es mit den elektronischen Wegweisern da schwieriger. Denn sie wollen oft nicht die kürzeste, sondern vor allem die schönste Strecke fahren. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Nürnberg und Umgebung (ADFC) veranstaltet daher GPS-Schnuppertouren.


Ein Mountainbiker zeigt sein GPS-Gerät, das ihm Kreuzungen und Wegführungen auf den Meter genau angibt. Die satellitengestützte Navigation löst bei Fahrradfreunden zusehends die Papierkarten ab.
Ein Mountainbiker zeigt sein GPS-Gerät, das ihm Kreuzungen und Wegführungen auf den Meter genau angibt. Die satellitengestützte Navigation löst bei Fahrradfreunden zusehends die Papierkarten ab.
Foto: dpa
Ein Mountainbiker zeigt sein GPS-Gerät, das ihm Kreuzungen und Wegführungen auf den Meter genau angibt. Die satellitengestützte Navigation löst bei Fahrradfreunden zusehends die Papierkarten ab.
Ein Mountainbiker zeigt sein GPS-Gerät, das ihm Kreuzungen und Wegführungen auf den Meter genau angibt. Die satellitengestützte Navigation löst bei Fahrradfreunden zusehends die Papierkarten ab.
Foto: dpa

Bevor die Radler die Navigationsgeräte selbst testen konnten, gab Ludwig Eble vom ADFC eine kurze Einführung in die Welt der technischen Richtungsanzeiger. Der 45-jährige Diplomingenieur nutzt das GPS seit sechs Jahren und kann sich Touren ohne dieses Hilfsmittel mittlerweile nicht mehr vorstellen: „Du weißt immer ganz genau, wo du dich befindest, wirst mutiger, neue Strecken zu erkunden, und kannst dich voll auf die Fahrt konzentrieren – denn das lästige Kartenblättern fällt weg.“

Nicht nur am Bildschirm kleben!

Vor allem bei langen Reisen, die im Vorfeld intensiv vorbereitet werden müssen, erleichtere das GPS die Arbeit immens. Schon zu Hause auf dem Sofa sitzend kann man genau nachverfolgen, an welcher Stelle der Strecke ein Berg überquert werden muss und wie weit es von dort noch bis zum nächsten Hotel ist. „Anstrengende, steile Etappen kann ich so direkt für den Morgen einplanen – denn abends hat meine Frau dann immer keine Lust mehr“, gibt Eble im orange-blauen Sporttrikot lachend zu.

Die meisten Radfahrer, die an diesem Tag in die Geschäftsstelle des ADFC gekommen sind, spielen schon länger mit dem Gedanken, sich auch ein solches Gerät zuzulegen. Der Schnuppernachmittag wird von den überwiegend männlichen Teilnehmern genutzt, um die verschiedenen Ausführungen genauer unter die Lupe zu nehmen und erste Selbstversuche zu starten – allerdings zu Fuß.


In kleinen Gruppen begeben sich die GPS-Neulinge mit ihren Geräten auf die Straße und folgen konzentriert den auf den Bildschirmen angezeigten Pfeilen. Ein entgegenkommendes knallgelbes Auto registrieren manche erst in letzter Sekunde: „Da schaut man eben immer auf den Schirm und gar nicht mehr auf seinen Weg“, stellt Robert Weiß grinsend fest. Der 50-Jährige hat vor kurzem erst ein Navigationssystem gekauft und möchte sich aufgrund seiner Abneigung gegen dicke Handbücher nun gemeinsam mit anderen in diese Technik einfinden. Auf die gewohnten Papierkarten will Weiß allerdings nicht ganz verzichten. Ludwig Eble findet das vernünftig: „Eine Karte muss immer mit dabei sein. Man darf dem GPS schließlich nicht blind folgen.“

Den Weg zurück zum Sitz des ADFC in der Heroldstraße finden trotz kleiner Startschwierigkeiten alle wieder. Bei der nächsten Tour durch die Alpen will eine Teilnehmerin ihr GPS gleich zum Einsatz bringen, die 57-jährige Osteopathin fühlt sich damit viel sicherer: „Dann stehe ich nicht wieder auf einmal irgendwo in der Pampa.“

Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich GPS-interessierte Radler um 19 Uhr beim ADFC, Heroldstraße 2
  



Pia Ratzesberger

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