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Ungewöhnliche Fotoausstellung im Café Ludwigs

"Das ist das Privateste, das wir beide jemals gemacht haben" - 09.02. 18:19 Uhr

Nürnberg  - Sich in der Stadt, in der man aufgewachsen ist und lebt, einem öffentlichen Publikum in denkbar intimsten Momenten zu präsentieren, dazu gehört Mut. Und den beweisen Pilar Schacher und David Häuser in ihrer Ausstellung "Naheliegend/ Ein Tag fassbar fern", die sie vergangenen Samstag im Café Ludwigs eröffneten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Tag im Leben zweier Menschen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Tag im Leben zweier Menschen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Tag im Leben zweier Menschen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Tag im Leben zweier Menschen.

Die Idee der beiden Fotografen, die zur Riege der Design-Absolventen der Georg-Simon-Ohm-Hochschule gehören : Eine Ausstellung komplett innerhalb 24 Stunden auf die Beine zu stellen. Vom Moment der ersten Konzeptionierung über die Bearbeitung bis hin zur Eröffnung. Vorgaben: keine.

„Uns war nur wichtig, unsere gewohnte Umgebung zu verlassen. Also raus aus Nürnberg, Handy ausschalten und den Tag einfach laufen lassen“, sagt Pilar Schacher. Dabei herausgekommen ist eine Bilderreihe, die den Tag der beiden Künstler in einer berührenden Intimität dokumentiert. Mit „ungefähr allem, was Fotos machen kann“, sind 24 Stunden zweier Menschen, die sich „unglaublich nahestehen“ künstlerisch festgehalten.



Und gerade dieses Moment der Vertrautheit macht die Kompositionen so besonders. Besonders mutig. „Hier sind intimste Situationen, die ich bei weitem nicht mit jedem teile,“ erzählt die 24-jährige Fotografin. „Jetzt kann sie jeder sehen. Das bedeutet eine riesige Überwindung für mich, aber es ist gut, weil wir ja beide so viel von uns preisgeben.“

Aus den Bildern spricht eine Vertrautheit, die berührt. Verschlafen, nachdenklich, lachend. Gegenstände, fotografisch entsprechend in Szene gesetzt, runden die Geschichten, zu denen die Bilder angeordnet sind, ab. „Es ist nicht wichtig, wie ich auf den Bildern aussehe. Das Gefühl, das mir in dem Moment durch den Kopf geht, sollte widergespiegelt werden.

Ich denke, das ist das Privateste, das wir beide jemals gemacht haben,“ gesteht Häuser. Der 29-Jährige, der vor allem für Mode und Werbung fotografiert, ist noch aus einem ganz anderen Grund stolz auf seine Ausstellung. „In Nürnberg haben es Künstler schwer, die nicht von der Akademie kommen. Es ist mir aber wichtig, auch als Künstler akzeptiert zu werden. Wenn die Menschen hier beim Betrachten der Bilder etwas spüren, dann macht mich das glücklich.“

Wichtige Tipps von einem renommierten Kollegen

Glücklich waren beide auch über die Anwesenheit von Freund und Mentor Tilman Weishart. Der renommierte Nürnberger Fotograf, der unter anderem für Adidas oder das Penthouse Magazin gearbeitet hat, begleitet Pilar Schacher und David Häuser seit vielen Jahren.

„Ich finde es sehr schön, wie beide ihren eigenen Stil verfolgen und zusammenarbeiten. Sie beweisen großen Mut mit der Konsequenz, ihre eigene Idee umzusetzen. Diese Spontanität, alles ganz schnell zu beschließen, sich selber keine Zeit zum Nachdenken zu lassen.

Das ganze Projekt zeigt, wie gut sie sich gegenseitig künstlerisch befruchten“. Eine Besucherin sagt: „Die Bilder sind wie ein Malbuch. Der Rahmen ist vorgegeben, aber jeder kann sich seine eigene Geschichte dazu ausdenken.“ Die Ausstellung ist noch bis 29. Februar im Ludwigs (Innere Laufer Gasse 35) zu sehen. Ausreichend Gelegenheit also, sich einmal wieder die Zeit zu malen zu nehmen. 



Katharina Wasmeier

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