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Die Nähe zu Forschung und Wissenschaft besteht sowohl räumlich als auch inhaltlich. Denn die Idee, eine begehbare Lernwelt zu schaffen, stammte von einem Kreis engagierter Professoren. Zwischen 20 und 30 Menschen haben an der Idee gearbeitet, und die Realisierung über gut ein Jahrzehnt hinweg vorangetrieben. Von Anfang an war die Beratungsfirma „Petri & Tiemann GmbH“ beteiligt, die jetzt als Betreibergesellschaft für die laufenden Geschäfte zuständig ist. Die akademischen Impulsgeber sind auch elf Jahre nach der Eröffnung aktiv. Das ist umso wichtiger als der Gebäudekomplex immer wieder erweitert wurde, um mit neuen Themen punkten zu können.
Momentan arbeitet man an einer weiteren Ausbau- und Modernisierungsstufe, die zeitnah umgesetzt werden soll und einen grundlegenden Relaunch mit sich bringen wird, erklärt Silke Petzold, Mitglied in der Geschäftsleitung von Petri & Tiemann. Die konventionelle Präsentation wird wohl aufgepeppt. Zudem zeigen etliche Objekte deutliche Gebrauchsspuren. Das intensive Ausprobieren seitens der großen und kleinen Universums-Erforscher stellt eben hohe Anforderungen an die einzelnen Experimentierstationen.
Aus drei Teilen besteht die Universum-Anlage derzeit. Im Rundbau warten drei naturwissenschaftliche Pfade auf Entdecker zwischen sechs und 99. In der kastenförmigen Schaubox werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt und finden zusätzliche Shows sowie Workshops statt. Im Entdecker-Park, dem 2007 eröffneten Außengelände mit Baustellen-Charakter, dürfen vor allem Kinder selber spielerisch erkunden, was Bewegung alles bewirkt, Vom Wasserlauf bis zu den Windböen auf dem 27 Meter hohen Turm der Lüfte reicht das Spektrum der Hands-on-Experimente.
Herzstück im Inneren des ursprünglichen Universumgebäudes sind die Pfade zum Thema Mensch, Erde und Kosmos. Im Eingangsbereich muss man sich entscheiden, welchen man beschreitet. Aus didaktischen Gründen ist es kaum möglich, den Weg zu wechseln, wenn man es sich anders überlegt hat. Das macht das Kennenlernen der Lernwelten etwas schwierig. Die einzelnen Stationen sind häufig selbst erklärend und interessant.
Leider ist alles in ziemlich düstere Farben getaucht. Natürlich liegt das auch an der Materie, mit der sich die einzelnen Abschnitte beschäftigen. Für den Themenkomplex Erde sind das die Zusammensetzung der einzelnen Schichten sowie die Wissengebiete Magnetismus und Vulkanismus.
Manchmal stößt der Besucher auf Unerwartetes und das zieht ihn an. Das gemütliche Wohnzimmer, das zum Hinsetzen auf den Sofas einlädt, gehört dazu. Denn schon von Ferne hört man das Rumpeln. Es kommt von einem simulierten Erdbeben. Im alten Röhrenradio ertönt dazu der Nachrichtentext. Drei Stärken sind so erlebbar, die den Beben von San Franzisko, Albstadt und Izmir entsprechen. Diese haben wirklich stattgefunden. Wer die Erschütterung einmal selbst gespürt hat, wird künftig Informationen über Erdbeben ganz anders einordnen können.
Genauso soll das pädagogische Prinzip funktionieren, bestätigt Silke Petzold von der Beratungsfirma Petri und Tiemann, die übrigens neben einigen anderen großen Science Centern wie Heilbronn auch das Klimahaus im benachbarten Bremerhaven konzipiert haben (siehe oben stehenden Artikel). Die Mischung aus Fakten und Erlebbarem nennt die Expertin Edutainment. Die Vermittlungsform spricht Laien ebenso an wie Pädagogen. Rund 4000 Lehrer werden regelmäßig über neue Aktivitäten im Universum informiert, erklärt Petzold. Allerdings zählen die Jugendlichen zur schwierigsten Zielgruppe. selbst über ihre Schulen sind sie nur schwer zu erreichen.
Dennoch zeigt sich die Betreiberfirma zufrieden mit dem Besucheraufkommen. Etwa 300.000 Wissensdurstige finden jedes Jahr den Weg zur silbernen Muschel mit der Außenhaut aus 40.000 Edelstahlschindeln. Dazu gehören auch Dozenten und andere Gäste der Universität, die das angeschlossene Hotel samt Kongresszentrum nutzen. Diese Verknüpfung ist Bestandteil des Konzepts, das auf einer Public-Private-Partnership basiert und bei den Investitionskosten auf öffentliche Gelder im strukturschwachen Bremen setzen kann. Besitzerin des Universum-Komplex ist das Land Bremen. „Aus den laufenden Einnahmen könnten wir Neubauten und inhaltliche Neuausrichtungen nicht bezahlen“, sagt Petzold.
Bei der Steigerung der Attraktivität werden bereits jetzt viele verschiedene Angebote gemacht. Eine Lasershow sorgt für verblüffende Effekte und wiederkehrende Besucher. Die Dauerausstellungen laden zum vertiefenden Lernen ein und die zusätzlichen Workshops, beispielsweise in der molekularen Kochkunst, werden gerne von Organisationen und Unternehmen gebucht, die ihren Teilnehmer etwas Ausgefallenes bieten möchten.
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Mo. 14.05.12
Mi. 25.04.12
Di. 20.03.12
Di. 20.03.12
Di. 28.02.12
Di. 07.02.12