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Der Bogen spannte sich von einer Podiumsdiskussion mit Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises, über die Welturaufführung des Films „Behind the Label“ bis hin zur Abschlussfeier am Freitag, bei der u.a. Bernd Regenauer auftrat.
Im Anschluss an „Behind the Label“ – eine italienisch-indische Koproduktion, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, tief hinter die Kulissen der Textilindustrie zu blicken – stellten sich Vertreter der Branche den Fragen des Publikums zum Thema Bio und FairTrade: „Globalisierung im Kleiderschrank“.
Der einzige Repräsentant der „Großen“, nämlich Stefan Seidel als Nachhaltigkeitsbeauftragter der Puma AG, an dessen Antworten die Gäste dringend interessiert gewesen wären, musste der Veranstaltung krankheitsbedingt fernbleiben. So standen Rede und Antwort: Maik Pflaum von Clean Clothes Company, Elke Klemenz, Geschäftsführerin RK Textil, Bernd Hausmann, Gründer von GLORE (globally responsible fashion), sowie der Filmregisseur Sebastiano.
Die Fragen, mit denen sich die Protagonisten beschäftigen, drehen sich etwa um die Suche nach Alternativen, um sich „korrekt“ anziehen zu können. Thema ist auch die Rolle der Konsumenten, die, wenn sie einmal auf Missstände aufmerksam gemacht wurden, an einem sehr langen Hebel sitzen können, oder die Schädlichkeit der in den Textilien enthaltenen Gifte.
Wichtig sei so eine Erkenntnis, zwischen „organic“, also biologisch produzierter, und „fair trade“ Ware zu unterscheiden. Textilien, die den Stempel „organic cotton“ trügen, wie beispielsweise viele Reihen großer Firmen wie H&M, würden noch lange keine Einhaltung von Arbeitsrechten garantieren. Um sich einen Überblick zu verschaffen, lohne sich ein Blick auf die Informationen der „Fair Wear Foundation“, die einen Überblick über die weltweiten Standards zusammenträgt.
Gerade die großen Firmen, so war zu hören, betrieben eine Politik des „Greenwashings“. Das bedeutet, dass sich mit einem minimalen Anteil der Produkte ein „grüner Anstrich“ gegeben wird, während der absolute Hauptanteil der Gewinne weiter mit „unfairtrade“ Artikeln erzielt wird.
Wichtig sei es deswegen, so Hausmann, dass die Konsumenten sich informierten, um dann etwas zu bewegen, anstatt darauf zu warten, dass „die Großen“ sich verändern. Derzeit, so bemerkt ein Zuschauer, stehe „Fairtrade“ jedoch in absoluter Konkurrenz zum größtmöglichen Schnäppchen.
Natürlich, so gibt Sebastiano zu, kaufe sich jeder das, was er sich leisten kann, und es sei für alle schwierig, mit dem Einkommen zu haushalten. Doch wenn FairTrade wächst, sinken auch die Preise.
Wer den immer zahlreicheren Bio-Siegeln nicht traut, sollte nach Überzeugung von Maik Pflaum auf das Kerngeschäft des jeweiligen Unternehmens schauen und sich so einen Überblick über die Glaubwürdigkeit des Stempels beschaffen. Der Konsument sollte sich zudem weniger fragen, ob er sich fair gehandelte Produkte leisten möchte, sondern vielmehr, ob es verantworten kann, massive Missstände zu unterstützen, nur um Geld zu sparen.
Mo. 20.02.12
Fr. 17.02.12
Do. 16.02.12
Mi. 23.05.12
Mi. 16.05.12
Mi. 16.05.12
Mi. 16.05.12