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„Jetzt fängt der Spaß erst an“: Der Mann macht mir ein wenig Angst. Helmut vom Campus - hier duzen sich alle, das soll ja Nähe schaffen - schildert mir die kommenden Wochen im Zeitraffer. Am Ende des Programms sehe ich mich dann aber als einen vor Kraft strotzenden, höchst lebensfreudigen jungen Mann, nicht als Bald-Vierziger mit latentem Hang zur Dicklichkeit. Alle physiologischen Vorgänge im Körper sollen sich verbessern. Die Zellen bekommen wieder die Nährstoffe, die sie brauchen und können das aufnehmen, was vorher oft durch Übersäuerung und Verschlackung der interzellulären Flüssigkeit nicht der Fall war.
Das klingt doch gut, und das alles basiert im Grundsatz lediglich auf einer Umstellung der Ernährung. Vier Vorträge beinhaltet der Kurs, zum Start ins neue Leben geht es ums Essen im Allgemeinen und im Speziellen, denn nach dem rund eineinhalbstündigen Vortrag bekomme ich erstmals die Liste mit den Lebensmitteln zu sehen, die von mir in den kommenden Wochen vornehmlich konsumiert werden dürfen.
Vier verschiedene Stoffwechsel-Typen gibt es, ich bin ein „Parasympathikus“. Glück gehabt, ich darf fast alles essen. Andere wie den (noch) rundliche Kollegen trifft es da härter. Vermehrt Eiweißprodukte stehen auf meinem Speiseplan, Yoghurt, Quark, aber auch Steaks oder Hühnerbrust. Wer jetzt an Trennkost denkt, liegt falsch. Vollkommen. Bei Metabolic-Typing kommt es auf die Ausgewogenheit an. So dürfen bei meinen Mahlzeiten ruhig etwas Butter oder bestimmte Öle dabei sein, weil Fett, so schildert es mir Helmut schön bildlich, keine Stichflamme kreiert, sondern eher ein Brandverzögerer ist, die Glut vor sich hindöst und mich länger satt macht. Selbst Kohlehydrate sind auch nicht per se schlecht. Nur weißer Reis ist praktisch verboten. Schießt den Blutzuckerspiegel 68 Mal schneller als Gemüse in die Höhe. Der Asiat an sich verträgt das problemlos, der Verdauungstrakt von uns Mitteleuropäern tut sich da bedeutend schwerer.
Hungern muss übrigens in dem Kurs niemand. Nur bewusster essen, mindestens fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten einhalten und nach sechs Uhr abends möglichst nichts mehr essen. Mindestens 15 Einheiten täglich stehen auf dem Speiseplan. Eine Einheit können 50 Gramm Magerquark, 50 Gramm Kartoffeln oder 34 Gramm Hühnchen sein. Je nach Gusto, Lust und Laune. Gegrillten Fisch mag ja nicht jeder zum Frühstück. Es gibt aber praktisch kein Lebensmittel, das nicht erfasst ist. Einige soll man meiden, andere darf man, nur sehr wenige stehen auf der roten Liste. Kaffee oder auch alkoholische Getränke gehören dazu, auch Jodsalz bleibt jetzt im Schrank stehen. Das lagert zu viel Wasser ein, die Niere scheidet das schlecht aus. Kann man ja mit Meer- oder Steinsalz problemlos kompensieren – dem folgenden Satz Helmuts lausche ich daher einigermaßen entspannt.
„Entscheidend ist, nicht zu wenig zu essen.“ Aufatmen. Sonst würden der Stoffwechsel unter den Grundumsatz sinken und der Körper vermuten, dass ich in den Hungerstreik getreten wäre. Das kann niemand wollen. Nur noch drei Stunden bis zur nächsten Mahlzeit. Ich streichle mir sanft übers Bäuchlein. Ein letztes Mal ...
Weitere Teile in den kommenden Wochen, Informationen im Campus-Gesundheitszentrum, Laufamholzstraße 114, www.campus-fitness.de 0911/5460561, das diese Studie unterstützt hat.


