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Übers Ziel hinausgeschossen

Kommentar: Frau Knoblochs Kritik an der Stadt - 01.05.2008

Deshalb ist die Kritik des Zentralrats der Juden an der Stadt Nürnberg ungerecht und überzogen. Die Rathausführung und die Mehrheit der Nürnberger Bürger haben mit der NPD und ihren Krypto-Organisationen absolut nichts am Hut. In der rechtsradikalen Partei, die sich anscheinend leider nicht verbieten lässt, vereinigen sich Ewiggestrige, unbelehrbare Antisemiten, geschichtsvergessene Provokateure und bedauernswert unbedarfte Menschen, die sich von Lügengespinsten einwickeln lassen.

Natürlich ist auf den ersten Blick Frau Knoblochs Entsetzen nachvollziehbar. Die Aufmarschstrecke führt (in sicherem Abstand zwar) am jüdischen Altenheim vorbei und endet am Rathenauplatz, der nach dem von Fememördern getöteten Außenminister Walther Rathenau benannt ist. Aber die Strecke wurde auch aus Sicherheitsgründen ausgewählt, um militanten Linken keine Aufmarschfläche zu bieten. Das jüdische Altenheim wurde außerdem erst von Frau Knobloch thematisiert und damit in den Fokus des Interesses gestellt. Während die Nürnberger Medien darüber bewusst nicht berichtet haben, um die Bewohner nicht unnötig zu alarmieren.

In diesem Zusammenhang muss die Frage gestellt werden, wer daran interessiert sein konnte, die ohnehin schon gespannte Situation noch zu verschärfen. In Hartmut Frommers Interesse konnte das jedenfalls nicht sein. Im kritischen Umgang mit der NS-Vergangenheit war und ist auf die Stadt der Menschenrechte und auf die große Mehrheit ihrer Bürgerinnen und Bürger durchaus Verlass. RAIMUND KIRCH 

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