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Unsere Meinung: Wenn Sex zum Zwang wird

Kommentar: Schlecht aufgeklärt - 13.05.2009

Und gerade die Zeitschrift, die alle zwei Jahre die Dr.-Sommer-Studie zu Liebe, Körper und Sexualität herausgibt, hat keinen unwesentlichen Anteil daran, dass Mädchen und Jungen sich dumm und hässlich vorkommen, wenn sie mit 14 noch keinen sexuellen Kontakt hatten.

War man in den 60er Jahren davon ausgegangen, dass eine enthemmte Sexualität die Menschen öffnen würde für ein erfüllteres Liebesleben, muss sich die Wissenschaft heute korrigieren. Kaum ein Forscher bestreitet, dass unser mediales Bild vom leichten schnellen Sex, von allzeit willigen Frauen und Männern, von einer allgegenwärtigen Promiskuität das Sexualverhalten der Jugendlichen verändert hat. Woher kommt dann aber ihre Unbedarftheit in sexuellen Fragen? Der Grund liegt auf der Hand: Weil nichts mehr tabu ist, braucht man auch nicht aufzuklären; muss man nicht über Gefühle und Werte sprechen. Die Folgen zeigen sich an einer wieder steigenden Zahl von Teenagerschwangerschaften.

Warum kleiden sich Mädchen so aufreizend und lassen sich Gesicht, Nase, Brüste mit ärztlicher Kunst korrigieren? Hier muss etwas nicht stimmen mit dem Vorbild der Eltern, denen offenbar der Sinn für die wichtigen Dinge des Lebens abhanden gekommen zu sein scheint, von den Werten ganz zu schweigen.

Aber machen wir es uns bitte nicht zu leicht: Sexuelle Verwahrlosung geht oft mit sozialer Verwahrlosung einher. Mangelnde Aufklärung hat auch etwas mit Verdrängung zu tun. Wenn wir schon auf Zigarettenschachteln den Aufdruck finden, dass Rauchen tödlich ist, dann gehört auch auf pornografische Artikel der Hinweis, dass Gefahr für das seelische Heil besteht. 

Raimund Kirch

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