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Liebe geht durch den Magen: Dieser Spruch gilt auf der ganzen Welt, aber vor allem in Italia per il giorno di San Valentino (am Valentinstag), wo eine Einladung zu einem romantischen Abendessen al lume di candela (bei Kerzenlicht) immer mit Begeisterung angenommen wird – begleitet am besten von einer Überraschung aus Gold, aber con questi chiari di luna... (in diesen schlechten Zeiten; wörtlich: bei dieser Helligkeit des Mondes...)
Am kommenden Dienstag bieten die Restaurants auf der Halbinsel exklusive Menüs mit verführerischen Zutaten an, wie zum Beispiel im umbrischen Terni: Hier feiert man am 14. Februar nicht nur den Schutzpatron der Liebenden, sondern auch den Stadtpatron, eben den Heiligen Valentin. Zu diesem doppelten Anlass können gli innamorati (die Verliebten) bei der Veranstaltung „Cioccolentino“ – ein Wortspiel mit dem Wort cioccolatino (Praline) – stimmungsvolle Abendessen mit Spezialitäten aus Schokolade genießen – ma niente paura (aber bloß keine Angst): Trotz San Valentino heißt verliebt nicht gleich verlobt und verheiratet!
Ob in den Restaurants am Fuße des Vesuvs am Dienstag auch das komplette Programm mit il mandolino (der Mandoline) wiederbelebt wird? Das bauchige und mandelförmige Zupfinstrument kam Mitte des 17. Jahrhunderts in Italia beziehungsweise in Neapel auf und entwickelte sich in verschiedenen Varianten zum italienischen Nationalinstrument – die Mandoline ist übrigens nicht nur ein weltweites Markenzeichen für die klassische italienische Musik, sondern gehört in Verbindung mit Pizza, Pasta und Mafia zu den häufigsten Stereotypen über Italiener. Tatsächlich ist die klassische Mandoline besonders für romantische Musikstücke geeignet: Die Musik der Barockzeit war von Mandolinen und anderen strumenti a corde pizzicate (Zupfinstrumenten) geprägt, aber auch später meisterten weltberühmte Geiger, wie Niccolò Paganini, das viersaitige Instrument, das auch im Orchester zu Prokofjews Ballett „Romeo e Giulietta“ (Romeo und Julia) nicht fehlen durfte.
Gibt es noch jemanden, der heutzutage überhaupt fa una serenata (eine Serenade singt)? Ja, aber es wird sich sicherlich um eine E-Serenade handeln, denn mit den modernen Handys kann man selbst seine eigenen musikalischen Glückwünsche zum Valentinstag komponieren!
Non ci volevo proprio credere (Ich wollte es erst nicht glauben): In Verona, der Stadt von Romeo und Julia, kommen jährlich Tausende von Liebesbriefen an, in denen die Leute aprono il loro cuore (ihr Herz ausschütten) und nach moralischer Unterstützung für ihren Liebeskummer suchen. Auf jeden einzelnen Brief antworten die „Sekretärinnen von Julia“ – Volontärinnen des Vereins „Il Club di Giulietta“. Die schönsten Briefe werden sogar ausgezeichnet: Der diesjährige Preis „Cara Giulietta“ (Liebe Julia) wird gerade heute im Julia-Haus im Rahmen der Veranstaltung „Verona in love“ verliehen. Bei der Kälte in Italia kann ich mir kaum vorstellen, dass der Weißdorn bereits per la festa degli innamorati (zum Festtag der Liebenden) blüht, wie Giovanni Pascoli in seinem Gedicht „Oh, Valentino!“ beschrieb. Deshalb mein Rat an alle Verliebten: Schenkt am besten etwas, per scaldare non solo il cuore (um nicht nur das Herz zu wärmen).
Fr. 18.05.12
Fr. 11.05.12
Fr. 04.05.12
Fr. 27.04.12
Fr. 20.04.12
Fr. 18.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12
Mo. 14.05.12