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Wieder totes Delfinbaby: Kritik am Nürnberger Tiergarten

Tierschützer verlangen Verbot der Delfinzucht - Aus für Delfinarium in Münster - 03.10.2010 13:35 Uhr

Nürnberg/Hagen/Haderwijk   - Neuer Rückschlag für die Bemühungen des Nürnberger Tierparks in der Delfinzucht: Ein Delfinbaby, das mit seiner Mutter wegen der Bauarbeiten im niederländischen Harderwijk lebte, sei Ende September direkt nach seiner Geburt gestorben, bestätigte der Tiergarten inzwischen gegenüber der Nürnberger Zeitung. Tierschützer forderten indes ein Verbot der Delfinzucht.

Ein Nürnberger Delfinbaby starb Ende September in Haderwijk in Holland.
Ein Nürnberger Delfinbaby starb Ende September in Haderwijk in Holland.
Foto: dpa
Ein Nürnberger Delfinbaby starb Ende September in Haderwijk in Holland.
Ein Nürnberger Delfinbaby starb Ende September in Haderwijk in Holland.
Foto: dpa

«Obwohl die Zucht definitiv nicht nachhaltig ist, werden für den Nürnberger Tiergarten weiterhin Delfine für den vorprogrammierten Tod gezüchtet», sagte der Chef des Wal- und Delfinschutzforums, Jürgen Ortmüller, am Samstag laut Mitteilung im westfälischen Hagen.

Seinen Angaben zufolge sind seit Bestehen des Tiergartens 37 Delfine verendet. Seit den intensiven Zuchtbemühungen im Jahr 2004 seien 9 Delfine kurz nach ihrer Geburt gestorben. Die Tümmler könnten auch in der neuen Delfin-Lagune, die derzeit gebaut wird, nicht artgerecht gehalten werden. Wegen der Bauarbeiten leben die Nürnberger Delfine derzeit in einem Delfinarium im niederländischen Harderwijk.


Am vergangenen Montag hatte Delfin Naomi dort zum ersten Mal Nachwuchs bekommen. Naomi habe sich allerdings nicht um das weibliche Jungtier gekümmert, wodurch das Kalb große Schwierigkeiten hatte, seine Atmung in Gang zu bringen. Nach Angaben des Tiergartens trennten Verantwortliche des Delfinariums Mutter und Junges. Das Neugeborene wurde einige Stunden durch Tierpfleger beim Schwimmen unterstützt. Im Laufe des Tages habe sich allerdings seine Atmung verschlechtert, das Tier verendete.

Am 21. August hatte bereits der Nürnberger Delfin Nynke in Harderwijk Nachwuchs bekommen. Der junge Delfin Kai entwickelt sich nach Zooangaben seither prächtig.

Dass die Zucht seit langem in Nürnberg nicht mehr gelungen ist, hatte Zoodirektor Dag Encke im September beim Richtfest für die rund 24 Millionen Euro teure Lagune zugegeben. Er sprach von einer «verheerenden Zeit», zeigte sich aber optimistisch, dass mit der neuen Delfinlagune die Zucht gelinge. Sie soll im Sommer 2011 eröffnet werden und bis zu 14 Meeressäugern ein neues Zuhause bieten.

Derzeit gibt es nur noch in drei deutschen Zoos Delfinarien. Neben Nürnberg in Duisburg und Münster. Letzteres soll in zwei Jahren geschlossen werden.

Inbetriebname des Nürnberger Delfinariums verzögert sich

In Nürnberg verzögert sich indes die Inbetriebname des Delfinariuns um eine Woche.  Da die Bauarbeiten langsamer vorangehen als geplant, bleibt das Delfinarium daherbis einschließlich Freitag, 8.Oktober, geschlossen. Es finden keine Vorstellungen statt. Ursprünglich war geplant, die Vorstellungen am Samstag, 2. Oktober, wieder aufzunehmen. 



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Zum Thema
Delfinlagune



Kurzbeschreibung:
Die Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten, die das alte Delfinarium ersetzte, wurde 2011 fertiggestellt. Sie verfügt über mehrere Außenbecken, Zuschauertribünen und eine Unterwasserscheibe, durch die man die Tiere beobachten kann.
Während die Lagune einerseits einen Besuchermagneten darstellt, kritisieren Tierschützer grundsätzlich die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft.