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Mit eisiger Luft aus Sibirien kühlt das Hoch „Cooper“ Deutschland auf Gefrierschrank-Niveau herunter. Von Ost nach West kriecht die Kälte über das ganze Land. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erwarten bis zum Wochenende „Eistage“ – auch tagsüber bleiben die Temperaturen dann unter null Grad. Dazu weht ein kräftiger Ostwind, der die Kältewirkung verstärkt.
Nennenswerte Schneefälle gibt es nicht, höchstens im Nordosten oder am Alpenrand können ein paar Flocken fallen. „Der Höhepunkt der Kältewelle wird vermutlich am Freitag erreicht“, sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert. Dann beginnt der Tag auf den Höhen des Bayerischen Waldes und im Erzgebirge mit Werten um minus 20 Grad – bei klarem Himmel und über Schnee kann es noch kälter werden. Bis dahin sinken die Temperaturen stetig. Am Mittwoch herrscht dann überall Dauerfrost zwischen minus 1 und minus 11 Grad. Erst am Wochenende lässt die Kälte etwas nach.
„Wir haben es mit einem Winter der Extreme zu tun, erst Mittelmeerflair mit wochenlangen frostfreien Nächten und jetzt der abrupte Wechsel zu arktischen Verhältnissen“, sagte der Meteorologe Jurik Müller vom DWD in Leipzig. „Eine derartige Wetterkonstellation kommt bei uns alle 20 bis 30 Jahre vor, letztmalig 1986 und 1956.“ Landwirte in Niedersachsen bangen wegen des harten und trockenen Frosts um ihr Wintergetreide.
Der Fahrgastverband Pro Bahn rechnet trotz der frostigen Temperaturen mit einem weitgehend ordnungsgemäßen Zugverkehr. Problematisch werde es erst, „wenn sehr, sehr viel Schnee fällt“, sagte Verbandschef Karl Peter Naumann.
Die eisigen Temperaturen in Deutschland haben bereits ein erstes Todesopfer gefordert. Wie die Polizei gestern bekanntgab, ist in Brandenburg in der Nacht zum Sonntag eine 55-jährige Fußgängerin erfroren, nachdem sie bei Leegebruch im Landkreis Oberhavel in einen Wassergraben gefallen war. Sie hatte sich zunächst aus eigener Kraft wieder ans Ufer gerettet, war dann aber gestorben. Ein Jagdpächter fand die Leiche am Morgen auf einem Feldweg.
In Mittel- und Osteuropa sind durch den Kälteeinbruch bereits dutzende Menschen erfroren. Allein die ukrainischen Behörden meldeten am Montag den Tod von 18 zumeist alten oder obdachlosen Menschen, die in den vergangenen vier Tagen an Unterkühlung starben. Mehr als 20 weitere Menschen kamen in Polen, Litauen, Tschechien, Rumänien, Serbien und Mazedonien ums Leben. In Sibirien haben Schüler wegen der Superkälte von bis zu minus 45 Grad gestern schulfrei bekommen. /afp
