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Zwischen Kirche und Karpfenweihern

Wandern bei Münchsteinach - 08.09.2012 14:58 Uhr

Das 1140 von dem Edlen Adalbero de Steinaha und seiner Schwester Adelheid gegründete Kloster wurde bis zum Bauernkrieg (1525) von Benediktinern betreut. Der letzte Abt starb 1529. 1530 wurde Münchsteinach evangelisch-lutherisch und erhielt mit Christoph Sax den ersten evangelischen Pfarrer. In der Folgezeit hatte der Ort mit dem Markgrafenkrieg (1553) und dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) sehr viel auszustehen. Teile des Klosters wurden zerstört. Während der Renovierung von 1965 bis 1970 konnte die Anlage zum größten Teil wieder hergestellt werden.

Das 1140 von dem Edlen Adalbero de Steinaha und seiner Schwester Adelheid gegründete Kloster wurde bis zum Bauernkrieg (1525) von Benediktinern betreut. Der letzte Abt starb 1529. 1530 wurde Münchsteinach evangelisch-lutherisch und erhielt mit Christoph Sax den ersten evangelischen Pfarrer. In der Folgezeit hatte der Ort mit dem Markgrafenkrieg (1553) und dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) sehr viel auszustehen. Teile des Klosters wurden zerstört. Während der Renovierung von 1965 bis 1970 konnte die Anlage zum größten Teil wieder hergestellt werden. © Sylvia Fehlinger


Zu erreichen ist Münchsteinach mit dem Auto vom Großraum Nürnberg aus – etwa 56 Kilometer – entweder über die A3 (Ausfahrt Schlüsselfeld) oder die B8 (bis Neustadt an der Aisch) und die B470 (bis Gutenstetten) und dann die St2259. Mit Bahn und Bus ab Nürnberg Hauptbahnhof ab 7.08 Uhr, an Neustadt/Aisch 7.45 Uhr, ab Neustadt um 8.08 Uhr mit Buslinie 146, an Münchsteinach 8.26 Uhr (Montag-Freitag). Infos zu individuellen Verbindungen am Wochenende gibt es beim VGN unter 0911/2707599 oder hier.

Von Gutenstetten kommend ist das Münster, eine ehemalige Benediktinerabtei, schon von weitem zu sehen. Unterhalb dieser geschlossenen Klosteranlage aus dem Mittelalter besteht auf dem jetzt als „Günter-Strack-Platz“ bezeichneten Gelände die Möglichkeit zu parken. Weitere Parkplätze gibt es zwischen der Loscher Brauerei und dem See am Ende von Münchsteinach, sowie an der etwa 500 Meter davon entfernten Steinachgrund-Halle. Der 1999 verstorbene Schauspieler Günter Strack war der bekannteste Bürger Münchsteinachs.

Zeitreise auf den Spuren der Vorfahren

Ist der fahrbare Untersatz sicher abgestellt, kann‘s losgehen. Wobei sich die Frage erhebt: Was wollen wir zuerst machen? Das Münster besichtigen, dem „Historienweg“ rund um den See folgen, die „Zeitreise auf den Spuren der Münchsteinacher Vorfahren“ nachvollziehen, die Brauerei Loscher besichtigen, auf dem 6,5 Kilometer langen „Oasenweg der Sinne“ Kunst, Natur und Geschichte erleben, einkehren oder ganz schlicht und einfach loswandern? Haben wir uns zu Letzterem durchgerungen, sind wir am Ende des Sees goldrichtig. Wir überqueren die Steigerwaldstraße und folgen dem Schild „Mittelsteinach 3 km“. Der Fuß- und Radweg (Markierung MÜ1) dorthin verläuft in weitem Abstand parallel zur Bundesstraße und führt schön schattig links der Steinach nach Mittelsteinach. Etwa zwei Kilometer lang begleitet uns auch der Kunst- und Naturerlebnisweg „Oasen der Sinne“, bis dieser dann nach rechts zur „Wolfsquelle“ abbiegt. Dessen „Sinnenstationen“ sind bunte Tafeln, welche die Natur als sinnliches und seelisch-geistiges Abenteuer präsentieren.

Fernblick, Stille und Natur

Nach drei Kilometern tauchen die ersten Häuser von Mittelsteinach auf. Diese lassen wir rechts liegen, überqueren die Ortsverbindungsstraße von Mittelsteinach nach Roßbach und wandern auf die Hochebene Richtung Lerchenhöchstadt hinauf. Am Ende des Waldes unterqueren wir die Stromleitung nach Roßbach und halten uns leicht rechts auf Schotter- und Wiesenwegen Richtung Obersteinbach. Hier erwarten uns ein wunderbarer Fernblick, Stille und Natur.

Was den Schotten ihr Ungeheuer von Loch Ness, ist den Münchsteinachern ihr
Riesenkarpfen, der nachts angestrahlt wird.

Was den Schotten ihr Ungeheuer von Loch Ness, ist den Münchsteinachern ihr Riesenkarpfen, der nachts angestrahlt wird. © Sylvia Fehlinger


Nach etwa 600 Metern erreichen wir die Ortsverbindungsstraße von Roßbach nach Obersteinbach. Dieser folgen wir etwa 400 Meter nach rechts und biegen dann links in eine Schotterstraße ein, die Richtung Lerchenhöchstadt führt. Am Waldrand angekommen halten wir uns wieder links und folgen dem breiten Waldweg über 1,4 Kilometer. Dann kommen eine kleine Lichtung und eine Kreuzung im Wald. Rechts zeigt ein Wegweiser nach „Lerchenhöchstadt 1 km“, links geht es den Berg hoch Richtung Roßbach und Baudenbach (Markierung B1 und ein schwarzes Blatt auf weißem Grund), den nächsten beiden Zielen unserer Wanderung.

Oben angekommen folgen wir dem bequemen Waldweg links des „Roten Bucks“ nach Roßbach, das wir nach etwa zwei Kilometern vor uns liegen sehen. 500 Meter vor den ersten Häusern dieses Weilers können wir am Waldrand rechts hinunter nach Baudenbach abbiegen (Markierung B2, B5). Dabei kommen wir an einer wunderschönen alten Kastanie vorbei, in deren Schatten eine Sitzgarnitur zum Verweilen einlädt.

Der Wanderweg nach Baudenbach (B2, B4, B5) schlängelt sich zuerst am Waldrand entlang und dann im Wald hinunter zu den Sportplätzen der „SpVgg Markt Baudenbach e.V. 1949“, von wo aus schon der mit Fachwerk verkleidete Turm der Lampertus-Kirche zu sehen ist. Die Kirche diente im Mittelalter als Wehrkirche mit Schießscharten im Turm und in der starken Wehrmauer. Ursprünglich gehörte das schon rund 1000 Jahre alte Baudenbach zum Zisterzienserinnen-Kloster Birkenfeld, kam aber bald in den Besitz des Benediktiner-Klosters Münchsteinach und gehörte damit zum Markgrafentum Brandenburg-Bayreuth. 1747 verlieh Markgraf Friedrich dem Ort das Marktprivileg und kassierte dafür 50 Gulden.

Vom ehemaligen Benediktiner-Kloster zu Münchsteinach, über den Historienweg und rund um den See der Gemeinde führt unsere etwa 14 Kilometer lange Wanderung entlang der Steinach, nach Mittelsteinach, vorbei an Lerchenhöchstadt und Roßbach nach Baudenbach und von dort über das "Kuhholz" wieder zurück nach Münchsteinach.

Vom ehemaligen Benediktiner-Kloster zu Münchsteinach, über den Historienweg und rund um den See der Gemeinde führt unsere etwa 14 Kilometer lange Wanderung entlang der Steinach, nach Mittelsteinach, vorbei an Lerchenhöchstadt und Roßbach nach Baudenbach und von dort über das "Kuhholz" wieder zurück nach Münchsteinach. © NZ_Infografik


Nach Besichtigung der Kirche, des Marktplatzes und eventuell noch einer Stärkung im Gasthaus „Zum Schwan“ nehmen wir den etwa vier Kilometer langen Wanderweg nach Münchsteinach in Angriff. Er beginnt gegenüber der Kirche, führt an dem Vereinshaus des Kleintierzuchtvereins vorbei, sowie an der Gedenkstätte für die Besiedlung Baudenbachs durch Protestanten, die 1658 wegen ihres Glaubens aus Niederösterreich vertrieben wurden und hier in Franken eine neue Heimat fanden.

Wir verlassen Baudenbach über die Waldstraße und folgen der Markierung B2, B5, M4 entlang des Waldrandes bis zu zwei idyllisch gelegenen Weihern. Hier geht es, vorbei an einer Schranke, geradeaus in den Wald hinein und steil hoch zum „Kuhholz“. Nach etwa 600 Metern wird der Weg wieder flacher und innerhalb kurzer Zeit haben wir den Waldrand erreicht. Von hier aus sind es noch 2,5 Kilometer bis Münchsteinach, das wir schließlich über die Hartstraße, die unterhalb des Münsters in die Neustädter Straße mündet, wieder erreichen. Dann noch eine kleine Runde auf dem Historienweg rund um den See oder ein Besuch in der Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters – wenn wir das noch schaffen!

Gemeindeverwaltung,

91481 Münchsteinach, Kirchenweg 6,

09166/210

Gemeindeverwaltung,

91460 Baudenbach, Marktplatz 1, 09164/426, www.baudenbach.de

VGN: 0911/2707599, www.vgn.de

Einkehr in Münchsteinach:

Gasthaus Zur Krone/Brauerei

Loscher, Steigerwaldstraße,

09166/227, geöffnet Dienstag bis Sonntag 11–23 Uhr, warme Küche bis 22 Uhr, Montag Ruhetag

Speisegaststätte Steigerwald,

Steigerwald 28, 09166/758,

Mittwoch Ruhetag

Einkehr in Baudenbach:

Gasthaus Zum Schwan, Hauptstr. 1, 09164/633, Dienstag Ruhetag
 

Sylvia Fehlinger

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