Montag, 17.12.2018

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Nürnberger Platnersberg: Protest gegen Bebauung

Platnersberg soll ein Stück kleiner werden — Bereits über 1000 Unterschriften - 21.03.2018 19:45 Uhr

Wie geht es nun weiter mit diesem Grundstück in Erlenstegen? Die Bürgervereinsvorsitzende Annette Gröschner zeigt sich ratlos. Die über 3000 Quadratmeter große Parkfläche, um die es geht, befindet sich an der Sibeliusstraße — ungefähr auf Höhe der Baustelle von der Grimmschule (im Hintergrund). © Foto: Daniel Hertwig


In Erlenstegen ist die geplante Teilbebauung der Grünanlage das Gesprächsthema schlechthin. Beim Bürgerverein melden sich immer wieder Leute und äußern ihre Kritik, auch wurde im März eine an den Oberbürgermeister gerichtete Online-Petition gestartet — bereits mit über 1080 Unterschriften.

Wie berichtet, hat die katholische Kirche eine 3016 Quadratmeter große Parkfläche an der Sibeliusstraße verkauft. Der neue Eigentümer, Jens Fischer von der Aqua-Kita Kindertageseinrichtungen gGmbH, plant hier die Errichtung eines Neubaus mit einem zweigruppigen Kindergarten, einer Hausmeisterwohnung sowie einem Tagespflegebereich für Senioren. Planungsrechtlich gesehen ist das Vorhaben zulässig. Ein Bauantrag wurde bislang nicht eingereicht, da noch das Brandschutzkonzept fehlt, so Fischer. Dies soll aber noch bis Ende März geschehen.

Die Stadtteilbewohner wollen "ihren" Park retten. Marianne Wiesenfahrt aus Erlenstegen mahnt: "Man sollte es nicht übertreiben und alles zubauen. Gerade am Platnersberg darf man keine Abstriche machen." Und so erfährt die Online-Petition (www. ParkRettung.de) starken Zulauf. Initiator Alexander Zimmermann spricht beim Platnersberg von einer "ruhigen und grünen Oase im Osten des verkehrsbelasteten Nürnbergs". Er fordert, den "Ausverkauf unserer Grünflächen in unserem direkten Lebensbereich zu stoppen". Denn: "Der Platnersberg ist Nürnbergs Naturerbe für zukünftige Generationen, der nicht unwiederbringlich mit Beton versiegelt werden darf."

Alter Plan, bestehendes Recht

Auch der Bürgerverein lehnt die Teilbebauung ab, die sicher heute Abend bei der Jahreshauptversammlung Thema sein wird. Vereinsvorsitzende Annette Gröschner dazu: "Es gibt hier im Viertel niemanden, der das Projekt unterstützt." Dabei sei man für die Schaffung von Kita-Plätzen, aber nicht auf Kosten des Platnersbergs. "Der Erhalt des Parks in seiner jetzigen Größe ist sehr wichtig, weil er nicht nur Grünanlage, sondern auch Treffpunkt ist: Hier gibt es herrliche Liegewiesen, idyllische Wege unter alten Bäumen, einen Spielplatz und Rodelberg, eine Hundezone sowie einen Markt. Alle Generationen nutzen den Platnersberg", so Gröschner. Sie ist mit der Stadtverwaltung im Gespräch und versucht, satzungsgemäß so viel Grün wie möglich zu erhalten.

Über die Online-Petition und den dazugehörigen Flyer mit dem Bürgeraufruf "Sagen Sie Nein zur Versiegelung des Platnersbergs", den viele Anwohner vergangene Woche in ihren Briefkästen gefunden haben und der optisch dem Bürgervereinsheft stark ähnelt, sagt Gröschner: "Wir haben damit nichts zu tun, informieren aber die Anwohner über die Petition." Sie betont: "Wir verfolgen das gleiche Ziel, aber auf einem anderen Weg."

Umweltreferent Peter Pluschke plädiert dafür, keine baulichen Eingriffe am Platnersberg vorzunehmen. Das Problem sei, "dass es dort zwar einen sehr alten, aber rechtlich verbindlichen Bebauungsplan gibt". Er ist am 21. Juni 1972 in Kraft getreten. Pluschke hat eine Empfehlung an die Stadtspitze ausgesprochen, zur Bewahrung des Parks beizutragen. Eine Lösung könne nur darin liegen, "dass sich die Stadt mit dem Grundstückseigentümer einvernehmlich einigt". Ein Treffen mit Bürgermeister Christian Vogel, bei dem es ums weitere Vorgehen geht, findet nach Ostern statt.

Jens Fischer, der auch langjähriges Bürgervereinsmitglied ist und sich bis vor einem Jahr als Fördervereinsvorsitzender der Grimmschule um die Mittagsbetreuung gekümmert hat, zeigt sich gesprächsbereit: "Wir werden gemeinschaftlich nach einer optimalen Lösung suchen." Er habe Verständnis für die Sorgen der Anwohner. Wenn sich also eine andere Option auftut, kann es noch eine Wendung bei dem Bauvorhaben geben. 

CLAUDIA BEYER

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