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12 Tote nach Schießerei bei "Batman"-Premiere

Mann eröffnete das Feuer auf die Zuschauer - Dutzende Verletzte - 20.07.2012 12:31 Uhr

In dem Kino in Denver starben zehn Zuschauer, zwei weitere erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.

In dem Kino in Denver starben zehn Zuschauer, zwei weitere erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. © dpa


Der Todesschütze kam aus dem Nichts, just während einer Filmszene, in der Schüsse fielen. Er war schwarz gekleidet, wie viele der Kinobesucher auch - eben passend zum neuen «Batman»-Film. Und eine Gasmaske trug er, wie Augenzeugen im US-Fernsehen schilderten, möglicherweise auch einen Helm, wie ihn Polizisten als Schutzausrüstung haben.

Dann begann das Furchtbare: Beißender Rauch, es habe angefangen zu knallen, immer wieder, sagte ein junger Mann dem lokalen TV-Sender KUSA. «Ich war total verwirrt, dachte zuerst, das alles ist ein Hollywood-Stunt, es gehört irgendwie zum Film.» Er hatte seine Schwester mitgebracht und deren Freund. Es sind junge Leute wie die meisten, die in dieser Nacht in den Century-16-Theater-Komplex in Aurora bei Denver geströmt sind.

Mindestens 12 Tote und Dutzende Verletzte

Viele hatten stundenlang Schlange gestanden, um eine Karte für den neuen «Batman»-Film «The Dark Knight Rises» zu ergattern. Sie hatten der Filmpremiere lange entgegengefiebert. Sie galt als «Ereignis des Sommers».

Für die Menschenmenge in diesem Kino wurde sie dies nun auf schreckliche Weise. Mindestens zwölf Tote, Dutzende Verletzte, Kinder unter den Opfern - das jüngste laut «Denver Post» gerade mal drei Monate alt. «Es ist einfach entsetzlich», sagte ein Polizist dem Sender KCNC, so stark erschüttert, dass sogar ihm die Tränen kamen.

Die Szenen, die Augenzeugen schilderten, waren chaotisch. Auch Stunden nach der Schießerei herrschte noch Verwirrung. Während Top-Terrorabwehr-Berater John Brennan in der fernen Bundeshauptstadt Washington Präsident Barack Obama aus dem Bett holte und über das Blutbad informierte, füllten sich die Krankenhäuser in dem Städtchen nahe Denver mit Verletzten. Die Polizei selbst half beim Transport mit: Sie habe blutüberströmte Menschen in Streifenwagen geladen, berichtete der Sender CNN.

"Er schoß mit einer tödlichen Ruhe um sich"

Augenzeugen glaubten, dass der mutmaßliche Schütze seinen Amoklauf vorne im Kinosaal begann, hinter einer Leinwand oder einem Vorhang hervortrat und dann zuerst einen Kanister in die Menge warf - möglicherweise eine Tränengasbombe. Dann sei der Mann die Treppe hochgegangen, wie es hieß: mit tödlicher Ruhe um sich schießend.

Panik sei ausgebrochen, Menschen hätten sich auf den Boden geworfen, kriechend zwischen den Sesselreihen Schutz gesucht. Andere seien schreiend in Richtung Ausgang gestürzt, seien übereinander hinweggetrampelt. Kinobesucher hätten blutend am Boden gelegen.

Ein junger Kinobesucher wusste noch Stunden nach dem Blutbad nicht, was mit seinem Freund passierte. «Er ist plötzlich ohnmächtig geworden», schilderte er in einem CNN-Interview. «Dann wurde er weggebracht. Ich habe Angst um ihn.» Der erste Alarmruf soll rund eine halbe Stunde nach Mitternacht bei der Polizei eingetroffen sein, schon kurz danach waren nach Medienberichten fast 250 Uniformierte vor Ort - zusammengetrommelt aus allen Teilen der Region. Nur wenig später trafen auch Experten der Bundespolizei FBI ein, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Eine gut geplante Tat

Die Kernfrage zunächst: War es ein «einsamer Wolf», vielleicht geistig gestört, oder gehört er einer radikalen Gruppe an? «Klar ist, dass die Tat gut vorbereitet war», sagte ein Sicherheitsexperte in einem CNN-Interview. Anfangs war befürchtet worden, es habe einen zweiten Schützen gegeben, aber das bestätigte sich nach Angaben der Polizei nicht.

Während der Morgen dämmerte, befragte sie in einer High School nahe dem Kino Dutzende Augenzeugen und begann mit der Untersuchung von Handys, die in all dem Chaos im Filmsaal zurückgelassen worden waren. Auch Psychologen trafen ein - zur Betreuung der geschockten Menschen. Obama und sein republikanischer Herausforderer bei der Präsidentenwahl, Mitt Romney, ließen zumindest kurz den Wahlkampf Wahlkampf sein und bekundeten Trauer und Entsetzen.



  

dpa

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