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Eingesperrt in Transporter: Hunde sterben Hitzetod in Hamm

Halter ließ Vierbeiner rund eineinhalb Stunden in einem Kastenwagen zurück - 22.04.2018 10:28 Uhr

Tierretter versorgen die Hunde mit Infusionen, nachdem sie die Vierbeiner aus dem Transporter befreit hatten. © Berufstierrettung Rhein Neckar


Der Notruf ging bei Tierretter Michael Sehr am Freitagnachmittag gegen 15.40 Uhr ein. Drei Hunde sollen längere Zeit in einem Transporter in Hamm eingesperrt gewesen sein.

Sehr nahm eine lange Anfahrt in Kauf, fuhr bis an den Rand seines Einsatzgebietes, um den Tieren zu helfen. Vor Ort bot sich ihm ein grausames Bild. Der Halter hatte die drei Hunde - zwei Leonberger und einen Bullmastiff - bereits aus dem Wagen befreit. Sie lagen hechelnd und krampfend auf der Seite. Während Sehr die Tiere mit Infusionen versorgte und Kühlmaßnahmen durchführte, mussten die Hunde mehrmals erbrechen. Sie hatten Durchfall und Blut im Kot. "Das sind alles sehr starke Hitzschlag-Symptome", erklärt der Retter.

Rund eineinhalb Stunden sollen die Vierbeiner laut Besitzer in dem Kastenwagen eingesperrt gewesen sein, bevor dieser die Tierrettung alarmierte. Die Innentemperatur im Fahrzeug dürfte in dieser Zeit auf "mindestens 60, eher 80 Grad" angestiegen sein, schätzt Sehr. "Durch das Hecheln der Hunde wurde der Temperaturanstieg nochmal verstärkt, bis die Tiere dehydriert auf der Ladefläche lagen". Der Besitzer gab an, die Hunde wegen eines Termins im Wagen gelassen zu haben.

Nachdem die Vierbeiner einigermaßen stabil waren, kamen sie in eine Tierarztpraxis - eskortiert mit Blaulicht, denn sogar der Rettungsdienst war im Einsatz und sorgte für Infusions-Nachschub.

Trotz aller Bemühungen starben die Tiere am späten Freitagabend. Den Besitzer erwarten nun Konsequenzen. "Ich werde am Montag Strafanzeige stellen", erklärt Sehr. In der Hoffnung, dass ein solcher Vorfall auch andere Tierbesitzer davon abhält, ihre Lieblinge allein im Auto zu lassen. 

evo

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