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«Sogar auf einer Festplatte, die beim Unglück der Raumfähre Columbia an Bord war, konnten die Daten anschließend noch rekonstruiert werden», sagte der Informatik-Professor.
Beamte haben auf einer Festplatte zwei weitere Bekenner-Videos der NSU entdeckt. Spezialisten konnten den Inhalt der Festplatte rekonstruieren, obwohl der Computer bei dem Brand im Haus der Terrorgruppe Anfang November erheblich beschädigt worden war.
Eine Festplatte sei extrem robust gebaut. «Die Datenscheiben drehen sich relativ schnell, da darf auf keinen Fall ein Staubkorn rein.» Auch gegen Erschütterungen und Temperatureinflüsse müssten Festplatten gut abgesichert sein, damit die sensible Mechanik funktioniere. Das hilft den IT-Ermittlern. «Selbst wenn Festplatten äußerlich zerstört sind, kann man an die gespeicherten Informationen häufig noch drankommen», sagte der Experte.
In einem ersten Schritt müssten die einzelnen Bits, mit denen Computer alles speichern, sichtbar gemacht werden. Dann müssten diese Mini-Informationen in mehreren Schritten richtig zusammengesetzt werden, um Texte oder Videos wieder sichtbar zu machen.
Selbst wenn Täter belastende Dateien gelöscht hätten, könnten digitale Forensiker sie häufig wieder sichtbar machen. «Es ist erstaunlich schwierig, Dateien wirklich endgültig von der Festplatte zu löschen», sagte Freiling. Denn beim Löschen würden nicht die Daten selbst gelöscht, sondern nur der Eintrag im Inhaltsverzeichnis der Festplatte. «Das ist so, als würde man bei einem Buch das Inhaltsverzeichnis rausreißen. Der eigentliche Text ist dann immer noch vorhanden - es ist nur schwieriger, ihn zu finden.»
Es gebe nur wenige Täter, die ihre Daten auf dem Computer so sicherten, dass Ermittler sie nachher nicht auswerten könnten. «Die meisten Kriminellen machen sich da gar keine Gedanken drum», sagte der Experte. Immer häufiger lieferten die Computer von Verdächtigen deshalb wichtiges Beweismaterial.
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