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Heidi lebt auf Tassen und im Netz weiter

Das schielende Opossum ist unvergessen - 25.09.2012 15:14 Uhr

Vor einem Jahr hat das schielende Opossum Heidi im Leipziger Zoo seine weltbekannten Augen für immer geschlossen. Trotzdem ist die Beutelratte mit dem Silberblick weiter präsent - mit einer Seite in Facebook und Handy-App. Auch der Zooshop lässt sich das Geschäft mit dem einstigen Medienliebling nicht entgehen: Heidi auf Frühstücksbrettchen, Heidi auf Badetüchern, Heidi als Plüschtier - es gibt nach wie vor alles, was das Opossum-Fanherz begehrt. Heidi sei als Botschafter für den Zoo Leipzig und den Artenschutz unvergessen, teilte der Zoo mit.

Die übergewichtige Beutelratte hatte 2011 rasant Karriere gemacht. Sie schielte sich weltweit in die Herzen der Fans und durfte sich bei der Oscar-Verleihung im amerikanischen Fernsehen als Orakel bewähren. Nach knapp einem Jahr Heidi-Hype musste der Zoo dann am 28. September 2011 die traurige Mitteilung machen: Das altersschwache Opossum musste eingeschläfert werden. Eine Welle der Beileidsbekundungen brach über den Zoo herein - im Internet und sogar auch in eigens ausgelegten Kondolenzbüchern. "Es gab unzählige Einträge, die letztlich zwei komplette Kondolenzbücher gefüllt haben", berichtete eine Sprecherin.

Im Internet lässt der Zoo Heidi weiterleben. Ihre eigene Facebook-Seite hat immerhin noch rund 320.000 Fans. Die können dort viele Nachrichten aus dem Zoo lesen - etwa wie es dem Nashorn-Baby geht. "Die Facebook-Seite von Heidi wird nach wie vor vom Zoo Leipzig gepflegt", erklärte die Sprecherin. Wie viel Umsatz der Tiergarten mit den Heidi-Artikeln im Zooshop macht, verrät sie indes nicht.

Inzwischen hat sich der Leipziger Zoo komplett von der Opossum-Haltung verabschiedet. Wenige Monate nach Heidi starben ihre Schwester Naira und ihr männlicher Gefährte Teddy ebenfalls an Altersschwäche. Danach teilte der Zoo mit, sich noch intensiver um die Haltung und die Zucht bedrohter Tierarten kümmern zu wollen - und setzte Tüpfelbeutelmarder ins Opossum-Gehege. Mit den Quolls, wie die gepunktete Tierchen auch heißen, gelang dem Zoo immerhin etwas, was mit Heidi und Co nicht glückte: Sie bekamen Nachwuchs. Dass einer der Tüpfelbeutelmarder schielen würde, ist bislang nicht bekannt. 

Birgit Zimmermann, dpa

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