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"Held von Mogadischu": GSG-9-Gründer Wegener ist tot

Ex-General spielte entscheidende Rolle bei Befreiung der entführten "Landshut" - 03.01.2018 16:33 Uhr

Ulrich Wegener (links) mit der kleinsten taktischen Einheit der GSG 9, der Spezialeinsatztruppe. © Roland Scheidemann


Der erste Kommandeur der Antiterroreinheit GSG 9, Ulrich Wegener, ist tot. Der frühere Brigadegeneral des Bundesgrenzschutzes starb am 28. Dezember im Alter von 88 Jahren, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über den Tod Wegeners berichtet.

Mit Wegener verliere die Bundesrepublik "einen hervorragenden Polizisten, der enorm viel für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland geleistet" habe, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren." Unter Wegeners Leitung hatte die Spezialeinheit der Bundespolizei im Oktober 1977 die von palästinensischen Terroristen gekaperte Lufthansa-Maschine "Landshut" im somalischen Mogadischu gestürmt und mehr als 90 Geiseln unversehrt befreit. Damit erwarb sich Wegener den Beinamen "Held von Mogadischu".

Einsätze jahrelang eingeübt

Die Entführer wollten mit der Aktion auf dem Höhepunkt des "Deutschen Herbstes" elf inhaftierte Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) freipressen. Bei der Erstürmung der Maschine wurden drei der vier palästinensischen Terroristen erschossen. Kein Polizist und keine der Geiseln kamen ums Leben. "Ich war froh, dass wir mal zeigen konnten, was wir können", sagte Wegener vor einigen Jahren zu diesem Einsatz. "Wir hatten davor jahrelang auf deutschen Flughäfen einen solchen Einsatz immer wieder geübt, nachts haben wir abgestellte Maschinen gestürmt. Manchmal konnten diese Maschinen auch nachher nicht mehr fliegen."

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Terrorübung: Als die GSG 9 in Buchau bei Pegnitz trainierte

In den 1970er Jahren baute der nun verstorbene Ulrich Wegener die GSG 9 auf. Trainiert hat sie auch schon in der Region: Vor genau 42 Jahren fand in Buchau nördlich von Pegnitz eine Großübung von Terror-Spezialeinheiten statt - auch die GSG 9 war mit von der Partie.


Die RAF-Häftlinge Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nahmen sich nach der Geiselbefreiung in Stuttgart-Stammheim das Leben. Der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hatte Wegener 1972 mit dem Aufbau der Eliteeinheit GSG 9 beauftragt.

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Anlass war ein Anschlag palästinensischer Terroristen auf Israels Mannschaft während der Olympischen Spiele in München. 1988 wechselte der Gründungskommandeur in den Dienst der saudischen Regierung, um die dortige 2000 Mann starke "Special Security Forces" auszubilden. Wegener wurde so zu einem international gefragten Experten in der Terrorismusbekämpfung. 

dpa

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