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Maya-Forscher: Gerüchte über Weltuntergang reine Spekulation

Zeitrechnung endet nicht Dezember 2012 – Lohnendes Geschäft mit der Angst - 22.02. 19:05 Uhr

BERLIN  - Der Mittelamerika-Experte Lars Frühsorge hält die Gerüchte über einen von den Maya vorhergesagten Weltuntergang für reine Spekulation. Der Glaube an ein Ende der Welt könne weder aus ihrem Kalender, noch aus anderen Schriften abgeleitet werden.

Maya-Pyramiden zeugen bis heute von dieser untergegangenen Hochkultur, deren Kalender viele präzise Vorhersagen enthält.
Maya-Pyramiden zeugen bis heute von dieser untergegangenen Hochkultur, deren Kalender viele präzise Vorhersagen enthält.
Foto: dapd
Maya-Pyramiden zeugen bis heute von dieser untergegangenen Hochkultur, deren Kalender viele präzise Vorhersagen enthält.
Maya-Pyramiden zeugen bis heute von dieser untergegangenen Hochkultur, deren Kalender viele präzise Vorhersagen enthält.
Foto: dapd

Dies sagte der Vorsitzende der Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg.
Die Zeitrechnung der Maya ende nicht wie oft behauptet am 21. Dezember 2012. Vielmehr markiere dieses Datum den Wechsel von einer langen Zeitperiode zu der nächsten. „Dies entspricht in etwa dem Übergang vom Jahr 999 auf das Jahr 1000 in unserem Kalender“, betonte Frühsorge.

„Der einzige Bezug auf das Jahr 2012 findet sich in der Inschrift auf den Ruinen von Tortugero“, sagte Frühsorge. Diese verweise auf ein Ereignis in diesem Jahr. „Die Hieroglyphe darauf ist aber beschädigt. Was also passieren soll, ist unklar“. Von solchen Argumenten ließen sich aber nicht alle überzeugen: „Für Esoteriker ist das eine Glaubensfrage, die wollen die Meinung von Wissenschaftlern nicht hören“.

Die Angst vor dem Welt-Untergang als lohnendes Geschäft



Wissenschaftsautor Thomas Grüter hat sich für sein Buch „Faszination Apokalypse“ mit diversen Theorien über einen nahenden Weltuntergang befasst. Von der Endzeitstimmung einiger Religionen und Sekten lässt er sich aber ebenfalls nicht anstecken: „Da ist mir nicht bange“, sagte der 54-Jährige.

Grüter erzählt in seinem Buch auch die Geschichte gescheiterter Prophezeiungen. Verstreicht der vorausgesagte Termin für das Ende der Welt ohne Folgen, geraten die Propheten in Erklärungsnot. 1818 errechnete der Farmer und Hobby-Prediger William Miller, dass Jesus im Jahr 1843 auf der Erde erscheinen werde. Miller begann zu predigen und fand viele Anhänger, die als Milleriten oder Adventisten bekannt wurden.

Seine Voraussage bewahrheitete sich aber nicht. „Der Termin wurde mehrfach verschoben, weil er nicht stattfand“, erklärte Grüter. Am Ende hätten sich die Adventisten ihre Theorie zurechtgebogen, um ihr Weltbild möglichst wenig zu verändern. „In diesem Fall hieß das: Christus kommt zwar nicht heute, aber doch sehr bald“. Auch die Zeugen Jehovas hätten mehrfach das Ende der Welt vorausgesagt.

Die Angst vor dem Untergang der Welt sei auch ein lohnendes Geschäft für Esoteriker, sagte Grüter. Ein Blick auf einschlägige Homepages, die Bücher und Überlebenspakete zum Kauf anbieten, bestätigt diese Einschätzung.

Forscher wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für Maya-Kultur

Maya-Forscher Frühsorge kann dem Wirbel um die vermeintliche Prophezeiung aber auch etwas Positives abgewinnen: „Es führt oft dazu, dass die Leute fasziniert sind und mehr über die Kultur erfahren möchten“. Schließlich hätten die Maya bis zur Eroberung durch die Europäer eine hoch entwickelte Zivilisation geschaffen.



Auch die heutigen Maya hätten sich das Interesse an ihrem Kalender zunutze gemacht. Selbsternannte Schamanen etwa seien gut im Geschäft und hielten weltweit Vorträge. Zudem gebe es Maya-Autoren, die das Thema aufgreifen. 



dapd

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